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Duderstadt Von Polizei im Bett gefesselt
Die Region Duderstadt Von Polizei im Bett gefesselt
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19:45 25.10.2012
Am Tag nach dem Einsatz: Ein Haus in der Rollshäuser Ziegeleistraße (hier die Straßeneinfahrt) ist Schauplatz der Polizeipanne. Quelle: Thiele
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Rollshausen

Stefan Meier und seine Frau Ilona (Namen von der Redaktion geändert) sind Stunden nach dem Vorfall noch völlig verstört.

„Das war wie im Krimi – schlimmer“, schüttelt Stefan Meier den Kopf. Nachts um 1 Uhr sei gegen die Tür gehämmert und diese aufgebrochen worden. Sechs bis sieben vermummte Männer seien in das Schlafzimmer gestürmt. „Die haben mit der Waffe vor unserem Bett gestanden, haben geschrien ,Hände hoch, Polizei‘ “, berichtet Ilona Meier.

Ihr Mann sei im Bett liegend mit Kabelbindern gefesselt worden. Erst dann habe man nach seinem Namen gefragt, ergänzt Stefan Meier. Als er ihn genannt habe, hätten sich die Beamten angesehen. „Da ist denen klar geworden, dass sie im falschen Stockwerk sind.“ Polizisten in Zivil seien hinzugekommen, hätten sich entschuldigt. „Das SEK ist eiskalt ein Stockwerk tiefer und hat dort die Wohnung gestürmt“, berichtet Stefan Meier fassungslos.

Die Polizei bestätigt den Ablauf. Es habe eine Bedrohungslage und die Anordnung des Amtgerichts Göttingen gegeben, die Wohnung zu durchsuchen. Ein Sondereinsatzkommando (SEK) aus Hannover habe dann die falsche Wohnung gestürmt, sagt Horst Kanngießer, stellvertretender Leiter des Polizeikommissariats Duderstadt: „Es ist ein Fehler passiert, das tut der Polizei leid. Der Kommissariatsleiter hat sich entschuldigt.“ Der Schaden werde ersetzt, Betreuung angeboten, so Kanngießer.

Duderstadts Polizeichef Otto Moneke sei bei ihnen gewesen und habe den Vorfall erläutert, bestätigen Meiers. Demnach habe die Polizei einen Anruf erhalten, ein Mann sei mit einer Waffe bedroht worden. Das SEK habe sich am Schützenhaus gesammelt, sei in die Lage eingewiesen worden. Wie es dann zum fatalen Fehler kam, ist unklar. „Der Einsatzverlauf wird noch analysiert“, sagt dazu Kanngießer.

Zu Anlass und weiteren Verlauf der SEK-Aktion äußert er sich nicht, verweist auf ein schwebendes Verfahren.

„Das sind hoch spezialisierte Beamte“, hat Stefan Meier kein Verständnis für den Fehler. Schockiert ist er vom harten Vorgehen der Polizisten: „Das war so brutal, der absolute Hammer.“ „Ich hatte Todesangst“, sagt Ilona Meier. „Ich weiß gar nicht, wie ich heute Nacht hier schlafen soll“, ringt sie nervös die Hände. Froh sind die beiden, dass der 13-jährige Sohn wegen der Ferien nicht zu Hause war und die Szene miterleben musste.

Meiers haben einen Anwalt eingeschaltet. „Es geht um Schadensersatz und um Schmerzensgeld“, sagt der Göttinger Anwalt Sven Adam.Er respektiere, dass die Polizei den Fehler einräume. „Was wir uns vorbehalten, ist Strafantrag wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung“, sollte ein Fehlverhalten eines Beamten festgestellt werden.

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