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Duderstadt „Päckchen von drüben“ am Tag der Deutschen Einheit
Die Region Duderstadt „Päckchen von drüben“ am Tag der Deutschen Einheit
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14:00 28.09.2018
Filme und Führungen werden am 3. Oktober im Grenzlandmuseum Eichsfeld angeboten. Quelle: SOEREN KRACHT PHOTOGRAPHY
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Zum 28. Mal jährt sich am Mittwoch, 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit. Das Grenzlandmuseum Eichsfeld bietet an diesem Tag einen Vortrag (“Päckchen von drüben“), Filme und Führungen an.

Die West-Päckchen rochen zumeist nach Kaffee, Kakao und Orangen, die Ost-Päckchen waren für die eine oder andere Überraschung gut. Über den „Päckchen- und Paketverkehr als trennendes und verbindendes innerdeutsches Phänomen“ referiert um 16 Uhr die Magdeburger Historikerin Dr. Konstanze Soch im Museumsgebäude. In ihrem VortragPäckchen von drüben“ geht sie den Fragen nach, wie sich der Paketverkehr zwischen der Bundesrepublik und der DDR gestaltete, welche Vorstellungen vom Leben und jeweiligen Gegenüber den Versand prägten und welche Bedeutung das nach der Wiedervereinigung für die Versender und Empfänger hatte. Interessierte können den Vortrag um eigene Geschichten und Erfahrungen ergänzen sowie – falls vorhanden – Anschauungsmaterial mitbringen.

Da der Päckchen-Verkehr zur Zeit der Teilung für viele Menschen die einzige Möglichkeit war, Verwandte und Bekannte zu kontaktieren und sie mit Geschenken zu bedenken, kam ihm auch schnell eine politische Funktion zu. Sochs Studie sei eine Beziehungsgeschichte der politischen Kultur im geteilten Deutschland, heißt es in der Ankündigung des Museums. Die Studie führe direkt in das Herz der Abgrenzungs- und Annäherungsversuche beider deutscher Staaten.

Geöffnet ist das 1995 gegründete Museum am ehemaligen Grenzübergang Duderstadt/Worbis am Tag der Einheit von 10 bis 17 Uhr. Für Kinder wird den ganzen Tag über ein Kinoprogramm mit Filmen zu Themen rund um die ehemalige innerdeutsche Grenze angeboten. Kinder ab acht Jahren können außerdem mit Quizfragen die Ausstellungen erkunden oder sich mit der App des Grenzlandmuseums über den Grenzlandweg führen lassen. Um 11, 12, 14 und 15 Uhr werden Führungen im Museum angeboten, um 11.30, 13.30 und 17.30 Führungen im Außengelände. Auf Nachfrage sind auch Führungen für Kinder möglich. In der Bildungsstätte, die sich ebenfalls auf dem Gelände des ehemaligen Grenzübergangs befindet, wird um 14 Uhr in Kooperation mit der Heinz-Sielmann-Stiftung der Dokumentarfilm „Tiere im Schatten der Grenze“ gezeigt. Im Abspann des 1988 gedrehten Films beschwor Sielmann eine Vision, die später Wirklichkeit wurde. Aus dem einstigen Todesstreifen wurde das Naturschutz-Großprojekt „Grünes Band“, das ebenfalls in einem Pavillon auf dem Museumsgelände thematisiert wird.

Von Kuno Mahnkopf

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