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Duderstadt Zukunft von 50 Bäumen ungewiss
Die Region Duderstadt Zukunft von 50 Bäumen ungewiss
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00:27 03.03.2018
Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs beseitigen Sturmschäden in Bäumen. Quelle: Richter
Duderstadt

Bei vermutlich 50 der rund 350 Bäume im Bereich des Duderstädter Walls sind die vom Orkan Friederike verursachten Schäden so groß, dass über deren Zukunft im Einzelfall entschieden werden muss. Dies berichtete der Vorsitzende des zum Ortsrat Duderstadt gehörenden Baumausschusses, Mario Schröter (CDU), während der Ratssitzung am Dienstagabend. Er informierte die Mitglieder des Gremiums im großen Sitzungssaal des Rathauses über eine Begehung des Naturdenkmals und die Ergebnisse einer Befahrung zu Baumstandorten vor dem Orkan.

„Es geht hauptsächlich darum, langfristig die Verkehrssicherheit auf dem Wall zu gewährleisten“, erläuterte Schröter. Ziel sei es, dass die frühere Befestigungsanlage auch künftig den Charakter eines Naherholungsgebiet habe. Dabei müsse überlegt werden, mit welchen Maßnahmen „das Wallbild als solches, zu dem die Bäume unzweifelhaft gehören“ erhalten bleibe. Dazu könnten auch Neuanpflanzungen beitragen.

Vom Rückschnitt bis zur Fällung

Die Palette der von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs bereits praktizierten Möglichkeiten reiche von der Fällung über einen starken Rückschnitt bis zur Kronenpflege, erklärte Schröter am Rande der öffentlichen Sitzung. Von Baum zu Baum müsse einzeln entschieden werden, welches Vorgehen am sinnvollsten ist.

Denkbar sei auch, einige der vom Sturm Friederike betroffenen Bäume als „Opferanode für die Natur“ stehen zu lassen, so dass sich genau wie bei den bereits seit längerer Zeit dort vorhandenen erhaltenswerten „Stümpfen“ Lebensräume für Insekten bilden könnten. Auch für den Nistbau könnten die Stümpfe nützlich sein.

„Vom Tisch“ sei mittlerweile die Variante, den Wall für ein Jahr zu schließen. Mitarbeiter der Stadt seien „mit den ersten Maßnahmen durch“. Schröter: „Es kann immer noch jede Menge Totholz in den Kronen verweilen.“ Die Mitglieder des Ausschusses, zu dem Vertreter der im Ortsrat vertretenen Parteien, ein Repräsentant der Unteren Naturschutzbehörde sowie Mitarbeiter aus mehreren Ämtern der Stadt Duderstadt gehören, „warnen ausdrücklich davor, den Wall bei starkem Wind zu betreten“. Wenn es dort Sperrungen gebe, sollten diese im Sinne der eigenen Sicherheit beachtet werden. „Die Duderstädter haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie das komplett missachten können“, schilderte Schröter seine Erfahrungen und berichtete von durchgerissenen Flatterbändern und weggeschobenen Sperrbarken.

Der jahrelange vorsichtige und sensible Umgang mit den Bäumen „fällt uns jetzt ein bisschen auf die Füße“, fasste Schröter seine Meinung zusammen. Es seien dadurch nach dem Orkan sehr viele Schäden aufgetreten, „die wir nun auf einmal bewältigen müssen.“ Dies gebe objektiv „erstmal einen heftigen Eingriff“. Für die Naturschutzbehörde sei „das, was hier passiert ist, eine Katastrophe, ein absolutes Desaster“, betonte das Ortsratsmitglied. Es müsse mit deren Vertretern nun „über Sachen diskutiert werden, über die sie gar nicht diskutieren wollen“.

Ausschussmitglieder fahren zu 17 Baumstandorten

Während einer Befahrung zu 17 Standorten von Bäumen hatten die Mitglieder des Gremiums bereits im Dezember unter anderem festgestellt, dass drei Linden im Bereich des Archivparkplatzes nicht zu halten waren. „Sie hatten in den Spitzen keine feinen Äste mehr, es gab Anfahrschäden und Totholz im Baum“, erklärte Schröter. Es sei abzusehen gewesen, dass diese Bäume absterben. „Das Schadbild war so groß, dass wir der Totalentnahme zugestimmt haben“, berichtete der Vorsitzende des Baumausschusses.

Gefällt wurden die Bäume wenige Stunden vor Eintreffen des Orkans Friederike. Schröter: „Wir können mit Sicherheit sagen, dass einige davon umgefallen wären.“ Ein weiteres Ergebnis der Begehung sei gewesen, dass auf der Wallanlage vom Westertor kommend Richtung Archivparkplatz auf der linken Seite vier Linden und eine Kastanie gefällt werden müssten. Wann dies geschehe, sei wegen der Folgen des Orkans noch nicht abzusehen.

Von Axel Artmann

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