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Duderstadt Wegweiser mit eigener Botschaft
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00:16 26.12.2012
Rechts und links flankiert von Engelsfiguren: Auch am Hauptportal der St. Cyriakus-Kirche in Duderstadt leuchtet ein Herrnhuter Stern. Quelle: Blank
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Duderstadt

Woher dieser stachelige Stern zum selbst zusammenbauen eigentlich stammt und was uns der berühmteste aller Sterne aus Bethlehem eigentlich sagen will, hat das Tageblatt herausgefunden.

Der alte Brauch im Familien- oder Freundeskreis einen Herrnhuter Stern zusammenzubauen und am ersten Sonntag im Advent aufzuhängen stammt aus der gleichnamigen Gemeinde Herrnhut in der Oberlausitz und wurde von der evangelischen Brüder-Unität ins Leben gerufen. Vor rund 150 Jahren begann dort ein Erzieher, einen Stern aus Pappe und Papier als Beleuchtungskörper zu basteln. Die im Internat lebenden Schüler ahmten diese Technik des Sternebastelns bald nach, auch um sich über die Trennung von Familie hinwegzutrösten.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts begann dann manufakturmäßig die Serienproduktion der Sterne, welche zur großen Verbreitung dieses Weihnachtsbrauches führte. Auch mehrere Behindertenwerkstätten unterstützen den Betrieb der Herrnhuter-Sterne-Gesellschaft, die noch heute mehrere hunderttausend Sterne pro Jahr in der Oberlausitzer Gemeinde fertigt. Der Herrnhuter Stern soll symbolisch auf den Stern von Bethlehem verweisen.

Planeten sehr nahe zusammengekommen

Warum der Stern von Bethlehem ein so zentrales Symbol für Weihnachten geworden ist, weiß Reinhard Griesmayr, Pfarrer in der Duderstädter Seelsorgeeinheit: „Die Sternkundigen im Zweistromland in Mesopotamien sollen damals ein Phänomen gesehen haben, wo zwei Planeten sehr nahe zusammenkamen, sodass es eine außergewöhnliche Erscheinung gab.“ Der eine Planet habe für das Volk Israels gestanden und der andere sei ein Zeichen für einen König gewesen.

„Das wurde von den damaligen Astronomen dann so gedeutet, dass in Israel ein neuer König geboren werde, der Bedeutung habe für die ganze Welt. Und dann haben sich die Leute auf den Weg gemacht“, erklärt Griesmayr. Diese Geschichte jedenfalls ist so auch in der Bibel überliefert und dient auch als Grundlage für die Geschichte der Heiligen Drei Könige, die diesem Stern nach Bethlehem folgten, wo sie Jesus in einer Krippe antreffen sollten. Der Apostel Lukas habe das so aufgeschrieben, weil es ihm so erzählt worden sei, meint Griesmayr.

Diese wegweisende und zentrale Funktion des Sterns trete heute immer mehr in den Hintergrund und habe für viele auch kaum mehr Bedeutung, so der Pfarrer. „Wenn man sich aber die Geschichten der Sterndeuter anhört, dann denke ich, dass der Stern als Symbol uns durchaus etwas Wichtiges zu sagen hat“, meint Griesmayr. „Er sagt, es ist wichtig, unserer Intuition zu folgen, auf unsere innere Stimme zu hören und stärker darauf zu achten, was in uns vorgeht. Der Stern von Bethlehem ist ein Leitstern, der uns auf den richtigen Weg führen will“. Zwar hätten die Sterne im alten Orient sicher eine andere Rolle gespielt als heute,  so Griesmayr weiter, aber die Botschaft ihres wichtigsten Vertreters habe sicher mehr Aktualität denn je.

Von Anna Kleimann

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