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Duderstadt Alte Hunderassen und junge Schäfer
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18:47 29.07.2018
Schäfer Matthias Koch demonstriert mit der Mitteldeutschen Gelbbacke Boris und der Mitteldeutschen Schwarzen Anni seine Fähigkeiten als Schäfer. Quelle: Niklas Richter
Duderstadt

Sie wirken ein wenig wie aus der Zeit gefallen, und doch sind sie so wichtig für die Erhaltung heutiger Kulturlandschaften: Schäfer. Einige von ihnen trafen sich am Sonntag zum Hüte-Wettbewerb am Gut Herbigshagen.

Hütewettbewerb am Gut Herbigshagen

Stiefelhosen stecken in den hohen Lederstiefeln, die Weste mit unzähligen Perlmuttknöpfen wird ordentlich über dem Hemd getragen, ein breitkrempiger Hut und natürlich Schäferstock und -bandelier: So sieht ein deutscher Schäfer aus. So wie Martin Winz aus Halle. „Wir Ossis haben den Wessis die Ordnung bei der Kleidung beigebracht”, sind sich zwei Schäfer-Gattinnen einig. Sie zählen zu den Besuchern des Hütewettbewerbs, den die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde (AAH) am Sonntag am Gut Herbigshagen veranstaltet hat. Die Männer in ihrer traditionellen Schäferkleidung wirken ein wenig wie aus einem vergangenen Jahrhundert – wenn auch mit Smartphone und Geländewagen ausgestattet.

Schäfer Martin Winz mit einem Gelbbacken-Welpen. Quelle: Niklas Richter

Winz ist einer vom alten Schlag. Nicht mehr der jüngste, aber immer noch im Geschäft. Und er ist eine der Attraktionen des Festes, denn er hat seine Welpen mitgebracht. Fünf Mitteldeutsche Gelbbacken, erst ein paar Wochen alt. Die Rasse zählt zu den alten Hütehunderassen. „Diese Tiere brauchen eine Herde”, sagt Winz. Seine Welpen haben alle bereits neue Zuhause. Dort, wo es Schafe gibt. „Sie sind reine Arbeitshunde”, sagt auch die Vorsitzende der AAH Niedersachsen, Susanne Zander.

„Es hätte besser laufen können”

Auf dem Parcours zeigt Matthias Koch aus der Nähe von Soltau, was seine Hunde können. Boris und Anni, eine Mitteldeutsche Gelbbacke und ein Mitteldeutscher Schwarzer, müssen eine 240 Kopf starke Schafherde durch allerlei Übungen bugsieren. Über eine Brücke (in diesem Fall nur über die Wiese) und durch „Furchen” (gemähte Streifen) müssen sie auf Befehl des Schäfers die Herde treiben. „Hööp. Hööp”, ruft Koch, hebt seinen Stab, und die Hütehunde wissen, was zu tun ist. Ganz zufrieden ist der Schäfer am Ende nicht. Zander moderiert den Wettbewerb, sie selbst hält auch eine Gelbbacke. „Boris ist ein sehr selbstständiger Hund”, kommentiert die Fachfrau, er habe einen starken Hütetrieb. „Es hätte besser laufen können”, sagt der Berufsschäfer aus Grasengrund. Auch er trägt die klassische Schäferkluft.

Viele Landschaften sind von Schafen geprägt

„Im Norden Deutschlands gibt es viele Landschaften, die von Schafen geprägt sind”, sagt Zander. Sie und ihr Verein setzen sich dafür ein, dass die alten Rassen und die alte Kultur der Schäferei erhalten bleiben.

Und es gibt sie noch, die jungen Menschen, die sich diesen Beruf aussuchen. Einer von ihnen ist Sven Domeyer aus der Nähe von Burgdorf. Und der junge Mann hat Glück: Seine Freundin will ebenfalls die Schäferei erlernen. Nur zwei Schulen bundesweit bieten diese Ausbildung an.

Michael Kaufmann gewinnt mit Strobeln

Der Wettbewerb lockt nicht nur Besucher aus der Umgebung an, auch Schäfer aus dem gesamten Bundesgebiet nutzen die Gelegenheit, sich zu treffen. „Der persönliche Austausch mit Kollegen ist doch auch in Zeiten von Handy und Email wichtig”, findet Koch. Und dann geht es auch schon weiter und der nächste Schäfer tritt mit seinen Hunden zum Wettstreit an. Sieger wird am Ende Michael Kaufmann mit Rudi und Aronja, zwei Altdeutschen Strobeln.

Von Britta Bielefeld

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