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21:01 29.05.2018
Kirmesumzug um 1950. Quelle: r
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Lichtenhagen

Erstmals erwähnt wird das Dorf Lichthagen im Jahr 1318. Historische Nachforschungen ergaben, dass Orte mit der Endung -hagen und -rode zur letzten Landnahmeperiode des 11. bis 13. Jahrhunderts gehören. Endet der Ortsname auf -hausen kann dieser der zweiten fränkischen Landnahmeperiode zugeordnet werden, die von Eroberungen des Sachsenlandes durch die Franken vom 8.bis zum 10. Jahrhundert reichte.

Das Bestehen des kleinen Ortes war nicht immer gesichert. Durch die Pestwelle ab 1350 ging die Bevölkerungszahl drastisch zurück, erst im 16. Jahrhundert hatte sich die Gemeinde davon erholt. Über die Zeit zwischen 1429 und 1639 berichtete der Lehrer Heinrich Lücke in seinen Chroniken von 1919. Lücke stammt aus Parensen und verfasste das Buch „Streitige Ortschaften an der eichfeldisch-hannoverschen Grenze“. Seine Informationen hat er nach Angaben von Ortsbürgermeisterin Anni Dembke aus dem Staatsarchiv Hannover.

Speziell für die Jahresfeier recherchierten die Organisatoren des Festes in Archiven, um ihre Ergebnisse in einer Festschrift zu sammeln. Das Werk, das mehr als 100 Seiten umfasst, beinhaltet unter anderem Fotos von Schulklassen der Jahre 1928, 1938 und 1948. Es existiert eine Auflistung aller Pastoren von 1555 bis heute. Interessant findet Ortsratmitglied Corinna Kube vor allem die Häuserlisten.

Dort sind die Adressen früher und heute aufgelistet. 1689 gab es 20 Haushalte und 66 Personen in Lichtenhagen, heute leben hier 128 Menschen. In den Jahren 1945 bis 1951 stieg die Einwohnerzahl aufgrund der Flüchtlingseinquartierung auf 250. „Die Häuser wurden einfach aufgeteilt, ohne die eigentlichen Besitzer zu informieren“, erklärte Dembke. Eine Sekretärin beschrieb damals in einem Brief den herrschenden Notstand. Das Schreiben ist im Dorfgemeinschaftshaus des Dorfes ausgehängt. Ebenfalls zu sehen ist dort eine Galerie mit historischen Fotos.

Zwei ehemalige Zöllnerjungen

Die meisten Hinweise zum Wissenstand der Geschichte Lichtenhagens seien von den Bewohnern ausgegangen. Es konnten allerdings durch Zufälle, wie es Dembke beschrieb, zwei ehemalige Zöllnerjungen, Gerhard Werner und Axel Schmidt, ausfindig gemacht werden, die ebenfalls Fotos und Textmaterial zur Festschrift beisteuern konnten.

Wenig Wasser

Zwischen 1880 und 1904 sei das Wasser dauerhaft knapp gewesen. Das Problem wurde durch den Bau von Leitungen behoben. „Zu der Zeit hatten die Bewohner auch noch Vieh, das ebenfalls mit Wasser versorgt werden musste“, erzählte Kube. 1895 wurde die erste Wasserleitung für die Schule, die damals noch im Ort war, verlegt. Erst 1952 wurden in der gesamten Ortschaft Wasserrohre verlegt. Zuvor mussten sich die Bewohner ihr Wasser aus den drei öffentlichen Dorfbrunnen beschaffen. 2002 feierte Lichtenhagen gemeinsam mit Ludolfshausen ein Fest zum 50. Jahrestag des Leitungsbaus.

Straße nach Bewohner genannt

Eine Besonderheit des Ortes ist die Hugo-Donder-Straße, benannt nach einem ehemaligen Bewohner. Donder baute mit eigenen Geld eine Straße hin zu einem Ferienhaus, das er für seine Angestellten seiner Firma Feistkorn erbaut hatte. Dafür wurde er mit der Namensgebung der Straße ausgezeichnet. „Es ist sehr selten, dass eine Straße nach jemandem benannt wird, der noch am Leben ist“, sagte Dembke. 1959 war Donder der Jagdpächter des Dorfes und besaß in Lichtenhagen und Göttingen jeweils ein nach identischen Maßstäben gebautes Haus.

Eisernen Keilerkopf

Das Forsthaus mit einer Dachrinne, die in einen eisernen Keilerkopf endet, war früher im staatlichen Besitz, so dass nur der Förster das Haus bewohnen durfte. Obwohl der Staat nicht länger im Besitz des Hauses ist, wird es dennoch vom Förster des Dorfs Wolfgang Behrens bewohnt.

Von Lisa Hausmann

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