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Friedland Ab 2019 grünes Licht für weiches Wasser
Die Region Friedland Ab 2019 grünes Licht für weiches Wasser
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00:31 16.04.2018
Ab 2019 soll in Friedland weiches Wasser fließen. Quelle: dpa
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Friedland

Schon 2013 sprachen sich die Friedländer für weicheres Wasser aus und erklärten sich mehrheitlich bereit, dafür auch mehr Gebühren zu bezahlen. Damals beteiligten sich 67 Prozent an einer nicht unumstrittenen Bürgerbefragung, 75 Prozent stimmten für eine Neuerung. Der Wasserverband Leine-Süd investierte eine Millionen Euro in zwei Brunnen bei Groß Schneen und die neue zweieinhalb Kilometer lange Verbindungsleitung. Für weitere 1,3 Millionen Euro wurde eine zentrale Enthärtungsanlage nach Rosdorfer Vorbild gebaut.

Wie Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) während der jüngsten Ratssitzung verkündete, soll diese Anlage spätestens Ende 2019 in Betrieb gehen. Dann werde das Wasser für die sieben angeschlossenen Ortschaften Ballenhausen, Stockhausen, Niedernjesa, Friedland, Reckershausen, Elkershausen und Groß Schneen zehn bis zwölf Grad deutscher Härte haben – in Ballenhausen waren es zuletzt 42.

Belastung bereits jetzt halbiert

In einem ersten Schritt gingen die Haushalte der bislang aus der Quelle in Ballenhausen versorgten Dörfer bereits im Dezember vergangenen Jahres an das Groß Schneer Netz, was die Calcium-Belastung bereits halbierte. Eine nicht für alle Bürger spürbare Verbesserung, wie sich während der Friedländer Gemeinderatssitzung am Donnerstag zeigte. Wie unter anderem Ratsherr Jörg Wieland (FWGF) glaubten einige Anwohner durch die Umstellung sogar kalkhaltigeres Wasser zu bekommen als zuvor. „Die Flecken an Geschirr und Armaturen sind noch heller geworden.“

Verbandsgeschäftsführer Christoph Kraaibeek konnte am Donnerstag hier Entwarnung geben: Das Groß Schneer Wasser habe gemessene 24 Grad deutscher Härte. Und er machte den Betroffenen Hoffnung: Spätestens wenn die Enthärtungsanlage in Betrieb gegangen sei, werde die Umstellung ganz sicher auch subjektiv wahrnehmbar sein. Dann sind die Kalkflecken Geschichte.

In Rosdorf bereits umgesetzt

Kraaibeek spricht aus Erfahrung. Der Zuständigkeitsbereich des Wasserverbandes Leine-Süd erstreckt sich über drei Gemeinden und 36 Ortschaften. Und in den denen auf dem benachbarten Rosdorfer Gemeindegebiet ist die Umstellung auf kalkarmes Wasser mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Bereits seit 2012 läuft in Tiefenbrunn eine Wasserenthärtungsanlage durch Nanofiltration.

Dass sich der Prozess in der Gemeinde Friedland so lange hingezogen hat, hat mehrere Gründe. Zum einen war das „sensible Thema“ nicht unumstritten. Gegen die Bürgerbefragung hatte eine Initiative Klage erhoben. Zudem gebe es eine durchaus schwierige Genehmigungslage, erklärte Friedrichs, zugleich Vorsitzender des Wasserverbands Leine-Süd. Dabei ging es zuletzt vor allem um die Frage, wie mit dem Wasser, das die Enthärtungsanlage verlässt, umgegangen werden soll. Nach juristischer Definition handelt es sich bei diesem behandeltem Wasser nämlich um Abwasser. Nach Gesprächen mit dem Landkreis konnte man sich jetzt aber darauf verständigen können, dass das Wasser über den Vorfluter in die Leine geleitet werden kann und nicht gebührenpflichtig an das Klärwerk geleitet werden muss, so Friedrichs.

Das hätte die Kosten unnötig erhöht. Schließlich gelte es den Preisanstieg pro Kubikmeter unter den angekündigten 50 Cent zu halten. Friedrichs gab sich am Donnerstag optimistisch. „Wir werden günstiger sein.“

Von Markus Scharf

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