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Friedland Ärger um Plakat vom Gleichstellungsbüro
Die Region Friedland Ärger um Plakat vom Gleichstellungsbüro
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15:00 17.04.2019
Das Gleichstellungsbüro der Gemeinde Friedland soll zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern beitragen (Symboldbild). Quelle: epd
Friedland

 Eine schlanke Frau in sinnlicher Pose: Dieses Motiv auf einem Veranstaltungsplakat hat in der Gemeinde Friedland für Aufregung und für einen Beschwerdebrief gesorgt. Das Poster war für die Veranstaltungsreihe „Soirées der Weiblichkeit“ des Gleichstellungsbüros gedacht.

„Ich stehe absolut hinter meiner Kampagne“, sagt Katja Grothe. Sie ist die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. Bei ihren „Soirées“ sollen Frauen, Transgenderpersonen, Intersexuelle und Transsexuelle über ihre Weiblichkeit ins Gespräch kommen können. Dafür bietet Grothe immer wieder Aktionen wie zum Beispiel Nähabende an. „Ich habe das Gefühl, dass sich das Thema Frau sein von der Weiblichkeit abkoppelt“, meint sie. „Dies ist eine Kampagne dagegen.“ Weiblichkeit sei in allen Formen und Farben zu finden.

Das Plakat wurde wegen der stereotypen Merkmale der Abbildung in einem Brief an den Gemeinderat kritisiert. „Bei uns in der Fraktion war das kein richtiges Thema“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Holzapfel. „Die Gleichstellungsbeauftragte steht als Letzte im Verdacht, sexistische Dinge zu veröffentlichen.“

Ein bisschen Provokation ist nicht schlecht

Auch für die FWGF-Fraktion sei es in Ordnung, wenn die Gleichstellungsbeauftragte das Bild einer weiblichen Person in leicht provozierender Haltung als Einladung veröffentlicht, sagt der Vorsitzende Jörg Wieland. Hermann Capelle, Fraktionsvorsitzender der CDU, meint, Grothe habe mehr Wirbel und Unfrieden gestiftet, als sie vorher dachte. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ute Haferburg zeigt sich von den „Soirées“ noch nicht überzeugt.

Der Tenor des Rates sei gewesen, dass es gut ist, wenn über die Gleichstellungs-Veranstaltungen gesprochen wird. „Ein bisschen Provokation ist vielleicht auch hinter dem Plakat gewesen, aber das finde ich auch nicht schlecht“, sagt der Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). Der Rat habe keinen Anlass, Grothe in ihre Arbeit hineinzureden.

Demnächst eine Frau mit Presslufthammer

Für das nächste Plakat hat Grothe nun die „Venus von Willendorf“, eine rundliche Figurine aus der Gravettien-Ära, als Motiv gewählt. Danach käme vielleicht eine Frau mit Bart oder mit Presslufthammer. „Wenn wir davon sprechen, was weiblich ist, geht sofort eine Schublade auf: große Brüste, lange Haare, blond, dünn“, sagt sie. „Ich muss niemanden belehren.“

Bei der nächsten „Soirée der Weiblichkeit“ am Donnerstag, 18. April, soll es eine professionelle Stilberatung geben. Sie beginnt um 19.30 Uhr im Familienzentrum Friedland, Witzenhäuser Straße 10. Danach soll es im Mai eine „feministische Druckwerkstatt“ geben, bei der Statements auf T-Shirts und Jutebeutel gedruckt werden.

Von Norma Jean Levin

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