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Friedland Deutsch-Russisches Forum zeichnet Friedland aus
Die Region Friedland Deutsch-Russisches Forum zeichnet Friedland aus
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00:21 06.08.2018
Das längst auch international bekannte Wahrzeichen von Friedland: das Heimkehrer-Denkmal. Quelle: Hinzmann
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Friedland

1986 entdeckte Wilfried Block (parteilos), Stadtoberhaupt von Friedland in Mecklenburg-Vorpommern, dass er nicht alleine ist. Bei seinen Recherchen fand er im angrenzenden Ausland zehn Kommunen, die den Namen Friedland tragen oder trugen. Wenige Jahre später unterzeichneten sie einen Partnerschaftsvertrag, der bis heute Bestand hat und durch regelmäßige Treffen mit Leben gefüllt wird. Erst im Juni waren die Partner zum 23. Internationalen Friedlandtreffen nach Südniedersachsen geladen.

Etwa zu dieser Zeit erhielt Blocks hiesiger Amtskollege Andreas Friedrichs (SPD) Post aus Berlin. Matthias Platzeck, Ministerpräsident a. D., teilte mit, dass das Deutsch-Russische Forum zum Abschluss seines „Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/18“ ins Auswärtige Amt nach Berlin einlade. Bei dieser Gelegenheit würden unter anderem auch herausragende Partnerschaftsprojekte ausgezeichnet. Die Preisverleihung werde durch die deutschen und russischen Außenminister Heiko Maas und Sergej Lawrow vorgenommen, hieß es in dem Schreiben.

Gute Nachricht aus Berlin

Anfang August landete dann die zweite Nachricht aus Berlin im Postfach der Gemeindeverwaltung: „Wir freuen uns sehr, Ihnen im Namen der Jury mitteilen zu können, dass Ihre Stadt/Initiative zu den Auszuzeichnenden gehört.“ Friedrichs gibt zu, im ersten Moment völlig überrascht gewesen zu sein. Man hatte sich bei der Bewerbung wenig Chancen ausgerechnet und dennoch selbstbewusst präsentiert. „Angesichts der Spannungen in Europa halten wir diese mehrere Länder übergreifende Partnerschaft für herausragend, einzigartig und auszeichnungswürdig.“

Ohne genau zu wissen, um welche Art von Preis es sich handeln wird, teilt Friedrichs ihn schon mal auf. „Das ist natürlich eine stellvertretende Auszeichnung und gilt nicht nur uns sondern allen.“ Dieser Preis beweise ihm, dass auch kleine Gemeinden etwas bewegen können. Insgesamt sind 250 Bewerbungen aus Deutschland und Russland eingegangen. „Sie alle zeugen vom eindrucksvollen und vielfältigen Engagement in der kommunalen und regionalen Zusammenarbeit“, urteilte die Jury. Angesichts der hohen Qualität der Bewerbungen sei es nicht leicht gefallen, die Preisträger zu ermitteln.

Friedländer mit Partnerschaftsvirus

In Friedlands Trophäenschrank befindet sich bereits der Niedersächsischen Integrationspreis (2014), der Katharinenpreis der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (2015) und die Ehrenfahne des Europarates (2014). Das Grenzdurchgangslager hat die Gemeinde international bekannt gemacht. Durch die Partnerschaften quer durch Europa wurde man beliebt. Friedrichs spricht von einem Virus, der viele Friedländer in allen Ländern erwischt hätte – der Partnerschaftsvirus.

Mittlerweile gebe es neben den alljährlichen offiziellen Kontakten zahlreiche persönliche Freundschaften. Auch über die Entfernung von bis zu 1000 Kilometer hinweg. Bei den Friedlandtreffen säßen Vertreter aus Ländern friedlich an einem Tisch, deren Verhältnis in der Vergangenheit durchaus als gespannt bezeichnet werden konnte. Friedrichs: „In Zeiten der Entfremdung zwischen den Nationen ist der persönliche Kontakt häufig der einzige Weg.“

Dass es Friedrichs ernst damit ist, zeigt ein Blick in seinen Terminkalender: Noch im August wird das internationale Jugendfußball-Turnier in Niedernjesa ausgetragen. Anschließend geht es mit drei Bussen nach Südmähren. Und im September warten dann in Berlin die Herren Maas und Lawrow

Von Markus Scharf

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