Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Friedland Friedlands Bauamtsleiter verabschiedet sich
Die Region Friedland Friedlands Bauamtsleiter verabschiedet sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 23.04.2018
Friedlands Bauamtsleiter Jürgen Schäfer geht in den Ruhestand. Quelle: Scharf
Anzeige
Groß Schneen

Der ruhige Mann mit dem grauen Schnauzer sitzt gut gelaunt in seinem Büro im ersten Stock der Gemeindeverwaltung in Groß Schneen. Er bittet den Besucher herein, die Tür steht offen – so wie in den vergangenen 27 Jahren fast immer. Sein Schreibtisch ist auffällig aufgeräumt, im Regal hinter ihm stehen Baugesetzbücher ordentlich aufgereiht. Es ist sein letzter Tag im Amt, Zeit zurückzublicken.

Es habe sich schon viel verändert seit damals, sagt Schäfer. Allein technisch habe er mehrere Generationen von Arbeitsgeräten kommen und gehen sehen. Zu Beginn seiner Ausbildung habe er noch den Fernschreiber bedient. Auf einer Rotaprint wurden mittels Wachsmatrizen Formulare erstellt, Anträge kamen mit der Post. Heute landen täglich durchschnittlich 50 Mails in seinem Postfach. Der Computer, der heute selbstverständlich auf jedem Schreibtisch steht, hat viele Amtsgeschäfte beschleunigt.

1996 – der erste Computer in der Verwaltung

Schäfer erinnert sich mit einem Schmunzeln an das Jahr 1996. Damals wurde der erste Rechner in den Räumen der Friedländer Verwaltung installiert, anfangs mit nur einem Programm zur Friedhofsverwaltung. „Einen Drucker hatten wir auch“, erzählt Schäfer aus Zeiten, die heute kaum noch vorstellbar scheinen. Doch die modernen Kommunikationsmittel seien nicht nur Segen gewesen.

Denn sie hätten die Zeittaktung und die Erwartungshaltung der Menschen verändert. War es noch vor einigen Jahren selbstverständlich, dass Mitteilung – auch von Behörden – mehrere Tage mit der Post unterwegs waren, klingelt heute schon das Telefon, wenn man eine Mail nach zehn Minuten noch immer nicht beantwortet hat.

Praktische Umsetzung

Trotz aller Veränderungen hat sich Schäfer einen Grundsatz bewahrt: Es hilft, miteinander zu reden. Seit er im September 1991 aus der anonymen Kreisverwaltung mit etwa 900 Mitarbeitern in die kleine Gemeindeverwaltung mit knapp über 20 Kollegen gewechselt war, war es vor allem die Nähe zum Bürger, die seinen Arbeitsalltag veränderte. „Hier hat man nicht nur auf dem Papier geplant, sondern vor Ort umgesetzt.“

Durch den persönlichen Kontakt seien viele angeblich große Probleme schnell zu kleinen und lösbaren Problemen geworden. Die Kehrseite: Auch in der Freizeit bleibt Jürgen Schäfer der nette Herr von der Verwaltung. „Hallo Jürgen. Ich weiß, Du hast am Wochenende frei, aber ...“ Diesen Satz habe er viele Male gehört und niemals unfreundlich beantwortet: Behandele die Leute, wie du selber behandelt werden willst, lautet sein Motto. Das galt für Bürger, wie für Mitarbeiter.

„Man identifiziert sich damit“

Schäfer ist das, was man einen Überzeugungstäter nennt. Seine Aufgabe und die Projekte liegen ihm am Herzen. „Man identifiziert sich damit. Deshalb brauche ich auch niemanden, der mir auf die Schulter klopft.“ Sein Büro-Nachbar macht es trotzdem. Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs nutzt eine Gesprächspause für einige lobende Worte: Schäfer sei in der Vergangenheit oft genug sein ruhiger Gegenpol gewesen, von dem er sich durchaus habe beraten lassen. „Von der fachlichen Seite unumstößlich.“

Und so ganz gehen lassen wollen die Friedländer den Schäfer deshalb jetzt auch noch nicht. Erst im Sommer ist für den Mann mit dem Schnauzer endgültig Schluss. Bis dahin baut er sein Überstundenkonto ab – außer donnerstags. Da nimmt er an Baubesprechungen an der Friedländer Grundschule teil und steht den Kollegen für Fragen zur Verfügung. Nach jahrzehntelanger erfolgreicher Arbeit an Großprojekten wie Dorferneuerung, Hochwasserschutz oder Baulandentwicklung will Schäfer auch am Ende keine Aufgabe unerledigt liegenlassen.

„Das soll es dann auch gewesen sein“

Das habe er allerdings zuhause lange Zeit getan, gesteht Schäfer und verspricht Besserung: In Zukunft gehöre seine Zeit der Familie. Und dann beendet der ruhige und freundliche Mann am Schreibtisch im ersten Stock der Gemeindeverwaltung das Gespräch mit einem für ihn typischen Satz: „Ich habe hier gearbeitet, habe mein Geld verdient. Das soll es dann auch gewesen sein.“

Von Markus Scharf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Ritterturnier mit 15 Reitern veranstaltet das Schloss Berlepsch am kommenden Wochenende, 21. und 22. April. Ein Wettkampf in verschiedenen historischen Disziplinen ist geplant.

17.04.2018

37 Mitglieder konnte der TSV 08 Groß Schneen auf seiner Jahreshauptversammlung für langjährige Treue ehren. Der Niedersächsische Landessportbund ernannte Regina Munke zur Vereinsheldin. Sie hat eine Gesundheitsabteilung im Verein aufgebaut und leitet drei Sportgruppen und eine Rehagruppe.

16.04.2018
Friedland Friedländer Enthärtungsanlage - Ab 2019 grünes Licht für weiches Wasser

Früher ist in Ballenhausen das Wasser aus dem ortseigenen Brunnen gesprudelt. Weil Härtegrad und Sulfatgehalt zu hoch waren, wurde er Ende 2017 vom Netz genommen. Nach aktueller Planung soll 2019 in der Gemeinde Friedland eine zentrale Enthärtungsanlage für weiches Wasser sorgen.

16.04.2018
Anzeige