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Die Region Friedland Glory Gospel Singers begeistern Friedland
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18:25 11.12.2018
Die Glory Gospel Singers aus New York zu Gast in der Kirche St. Norbert in Friedland. Quelle: Markus Riese
Friedland

Die Glory Gospel Singers aus New York haben am Montagabend in der Kirche St. Norbert in Friedland etwa 100 Besucher begeistert – mit stimmgewaltige Interpretationen bekannter Gospel-Klassiker, amerikanischen Weihnachtsliedern und einigen Titeln anderer Genres im Gospel- und Spiritual-Gewand.

Einen kurzen Clip gibt es hier:

Schon beim Opener „No reason to fear“ wird klar, dass die drei Sängerinnen und zwei Sänger ihr Handwerk verstehen und ihre Stimmen weitgehend beherrschen. Die Formation akquiriert sich aus der bis zu 70-köpfigen „WWRL Community Chorale“; Leiterin Phyllis McKoy Joubert stellt sie regelmäßig neu zusammen. Während der aktuellen Tournee „Merry Christmas – Eine amerikanische Weihnacht“ dürfen Serena Young, Charmaine Patterson, Charelle Munnerlyn, Adrian Lamarr und Jahleel Allen dem Publikum zeigen, was sie können. Alle fünf werden das im Laufe des Abends auch in ausgewählten Soli zum Ausdruck bringen. Begleitet werden die Gospel Singers von Dvon Cruse am E-Piano.

Überraschende Elemente im Repertoire

Die Glory Gospel Singers aus New York zu Gast in der Kirche St. Norbert in Friedland. Quelle: Markus Riese

„Kumbaya my lord“ ist als zweites Stück des Abends sehr bedächtig angelegt, was die Harmonien und den mehrstimmigen Satzgesang besonders gut zur Geltung bringt. Das Publikum ist zu diesem Zeitpunkt noch etwas verhalten, fast ein wenig zu konzentriert. Bei „I will follow him“ denken viele wohl zunächst an „Sister Act“, werden dann aber von fast abgehackt wirkenden Akzentuierungen doch merklich überrascht. Und diese Überraschungsmomente ziehen sich durch den gesamten Abend: So staunen die Besucher über den fast unwirklich hohen männlichen Sologesang in „Swing low, sweet chariot“ – oder stellen fest, dass auch Soul- und Jazz-Elemente in einem weihnachtlichen Gospel-Konzert eine Daseinsberechtigung haben. Aretha Franklin ist gleich mehrfach Thema – „Natural woman“, „Respect“ und ihre Version von „Amazing Grace“ gehören zum Repertoire.

Selbst die Eiskönigin hat ihren Platz

Natürlich dürfen auch Weihnachtslieder bei einem Konzert mitten im Dezember nicht fehlen. Ein erfrischend frech choreografiertes „Jingle Bells“ ist dabei, ebenso wie das rotnasige Rentier Rudolph. Leonard Cohens „Hallelujah“ sorgt für Gänsehaut-Momente, und kurz vor dem Ende des ersten Sets folgt das Publikum dem Ruf der Musiker: „Deutschländ, you’ve been sitting long enough!“. Zu „Down by the riverside“ und „Oh when the saints go marchin’ in“ wippt es sich im Stehen in der Tat leichter.

Unter Applaus machen sich die Musiker auf den Weg zur Zugabe: Oh happy day. Quelle: Markus Riese

Nach der Pause und einem kraftvollen „Joyful, joyful“-Auftakt folgt –in nun gewechselten Gewändern – die vielleicht größte Überraschung des Abends, nämlich die Erkenntnis, dass sich selbst aus einem eher musicalartigen Disney-Titelsong ein Gospelstück formen lässt („Let it go“ aus „Frozen“, im Deutschen bekannt als „Lass jetzt los“ aus „Die Eiskönigin“, was sogar schon von Helene Fischer interpretiert wurde). Dass der Leadsängerin in der letzten Zeile kurz die Stimme wegbricht, verzeiht das Publikum gern.

Zwischen besinnlich und schwungvoll

Begeistern das Publikum: die Glory Gospel Singers aus New York in Friedland. Quelle: Markus Riese

Danach wird es nochmal besinnlich, nicht nur bei weiteren Weihnachtsliedern wie „Silent night“ oder „We wish you a merry christmas“. Vor allem das überzeugend vorgetragene Spiritual „Go down Moses“ lässt leidvoll-melancholische Bilder der Sklaverei vor dem geistigen Auge entstehen – aus dieser hatte sich einst die Gospel-Bewegung entwickelt. Jahleel Allen versteht es, den schweren Moll-Akkorden der Komposition gerecht zu werden. Direkt im Anschluss reduziert Adrian Lamarr „Amazing Grace“ ab der zweiten Strophe auf ein immer wiederkehrendes „Praise God“ – und zwar mit einer beachtlichen Range über mehrere Oktaven hinweg. Das Publikum ist zu diesem Zeitpunkt längst aufgetaut und geht am Ende schwungvoll mit, als sich die Combo mit einem Medley aus „This little light of mine“ und „Go tell it on the mountains“ verabschiedet. Die Zugabe „Oh happy day“ wird schließlich minutenlang gemeinsam zelebriert.

Die Glory Gospel Singers aus New York zu Gast in der Kirche St. Norbert in Friedland. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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