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Friedland "Leckerbissen für Autofahrer" wird zehn Jahre alt
Die Region Friedland "Leckerbissen für Autofahrer" wird zehn Jahre alt
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00:18 22.12.2016
Die Fertigstellung des Heidkopftunnels war ausgiebig gefeiert worden. Quelle: Heller (Archiv)
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Friedland

"In Göttingen auf die Autobahn, in Prag wieder runter." So war es am 21. Dezember 2016 im Göttinger Tageblatt zu lesen. Am Tag zuvor war die Fertigstellung des Heidkopftunnels gefeiert worden. "Ein Tag der Freude", jubilierten Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) und Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) unisono. Um 15.05 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge zwischen den Anschlussstellen Friedland und Arenshausen. Zwanzig Minuten später auch in der Gegenrichtung.

Bis es soweit war, hatten die Verantwortlichen knapp 15 Jahre gerungen. 1990 hatte die Diskussion über die Notwendigkeit einer Autobahn zwischen Göttingen und Halle begonnen, zehn Jahre später gab der Bund grünes Licht, die konkreten Bauvorbereitung für das neue Autobahnteilstück konnten beginnen. Als Abschluss sollte 2003 der Tunnelbau in der 1,7 Kilometer langen Planungsvariante beginnen. Ab dem 23. März 2004 waren dann tatsächlich die ersten Sprengungen im Leinetal zu hören. Zu diesem Zeitpunkt lagen Klagen und Proteste von Friedländer Grundstückseigentümern, der Bürgerinitiative Leinebergland und des Nabu Thüringen gegen die neue Autobahn auf dem Tisch.

Bis zu 70 Arbeiter - darunter Mineure aus Kärnten, Tirol und der Steiermark - waren rund um die Uhr am Werk, trieben den Stollen von zwei Seiten voran - im Schnitt sechseinhalb Meter täglich. Am Ende wurden 300000 Kubikmeter Gestein aus dem Berg geholt. Als Patin besuchte die damalige Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) regelmäßig ihren "Elisabeth-Tunnel", sie gehörte auch zu den 500 Gästen, die im April 2005 nach 13 Monaten den Durchschlag der Tunnel-Südröhre feierten.

Kurz vor der Freigabe des Tunnels sorgen am 27. November 2006 Fahrradfahrer, Skater und Läufer für den ersten Stau auf der A38. Tausende Sportler nahmen am Benefizlauf der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft durch den Tunnel teil. Seither passierten ihn nur noch motorisierte Fahrzeuge. Rund 20000 ergab die erste Erhebung nach 100 Tagen, heute sind es etwa 26000. 20 Prozent davon sind Schwerlastverkehr. Gefahrguttransporte müssen bis Anfang 2012 draußen bleiben.

Dieser Tatsache war es unter anderem zu verdanken, dass der ADAC dem Heidkopftunnel 2008 die Note "sehr gut" verlieh und ihn zum sichersten Tunnel Deutschlands kührte. Im europäischen Vergleich musste er sich lediglich dem Pont Plá in Andorra geschlagen geben. Ein Sprecher lobte: "Der Heidkopftunnel ist ein wahrer Leckerbissen für Autofahrer".

Investition in die Sicherheit

In die Sicherheit dieses Heidkopftunnels werde Jahr für Jahr investiert, heißt es in einer Mitteilung der seit der Fertigstellung zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. In der vergangenen Jahren seien beispielweise die Notausgänge besser kenntlich gemacht, der Fahrbahnbelag heller geworden. Zudem wurde Digitalfunk für Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste nachgerüstet und die Notstromversorgung verbessert. Der Tunnel wird rund um die Uhr durch die Betriebs- und Tunnelzentrale Hannover mittels Videokameras und andere System überwacht.

Alljährlich werden mehrere hundert sicherheitsrelevante Vorfälle registriert. Der Anteil der technischen Störungen liege dabei bei sechs Prozent, nur in einem Prozent kommt es zur Vollsperrung des Tunnels. Bei einem Großteil der Fälle handele es sich um Fehlverhalten der Tunnelnutzer, teilt die Behörde mit. Deutlich seltener seien Autounfälle im Tunnel, gebrannt habe es im Heidkopftunnel bisher nur ein Mal.

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