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Friedland Musik soll Flüchtlingskindern helfen
Die Region Friedland Musik soll Flüchtlingskindern helfen
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15:37 04.02.2016
Mit dem Projekt sollen Kinder und Jugendliche, die geflüchtet sind, mittels Musik beim Erlernen der deutschen Sprache in verschiedenen Bildungsinitiativen gefördert werden. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Friedland

Beim dem Projekt mit dem Namen „Musik, Sprache, Teilhabe“, sollen Lehrer weitergebildet werden, um Musik für die Vermittlung der deutschen Sprache zu nutzen. Musik könne den Zugang zur Sprache erleichtern, sagte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

Das Projekt soll auf dem ebenfalls von der Bertelsmann-Stiftung geförderte Projekt „Musikalische Grundschule“ aufbauen, an dem seit 2012 in Niedersachsen 120 Schulen teilnehmen. Das neue Projekt soll im Hinblick auf eine durchgängige Sprachbildung und über den Grundschulbereich hinaus weiterentwickelt werden. Die Inhalte des Projektes können laut Heiligenstadt etwa in Sprachlernklassen oder in Förderkursen Deutsch als Zweitsprache eingesetzt werden.

Susanne Graf, Leiterin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, sprach von einem „herausragenden Projekt“. Im Unterricht im Grenzdurchgangslager Friedland wird Musik bereits als ein wichtiges Medium zum Spracherwerb eingesetzt. Laut Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer werden in Friedland Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren auf den regulären Schulunterricht vorbereitet – mit dem Schwerpunkt Spracherwerb.

Mit der stellvertretenden Vorstandvorsitzenden der Bertelsmann-Stiftung, Liz Mohn, und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf (SPD), besuchte Heiligenstadt den Unterricht im Lager. Dort war die ebenfalls von der Stiftung geförderte „Mobile Musikwerkstatt“ zu Gast. Aus Röhren und Luftballons bastelten dort Flüchtlingskinder Saxophone. Dabei und auch beim Singen von Liedern, bei dem die Kinder begeistert mitmachten, wird die Sprache ganz praktisch vermittelt.

Mohn zeigte sich anschließend begeistert von dem neuen Projekt. Sie habe „lachende Kindergesichter dank Ihrer Arbeit“ gesehen, sagte sie in Richtung der Lehrerinnen und Musikwerkstatt-Mitarbeiter. Musik verbinde Menschen über Grenzen hinweg, meinte Mohn.

Das gemeinsame Musizieren lasse die Kinder auch ein Stück weit vergessen, was sie zuvor erlebt haben, sagte Heiligenstadt. Friedland sei ein perfekter Ort für den Auftakt des Projekts, meinte Schröder-Köpf. Dort gebe es die größte Erfahrung im Umgang mit Menschen, die Flucht und Vertreibung erlebt hätten. Musik könne für die Kinder eine Brücke zu ihrer neuen Umwelt sein.

Die Bertelsmann-Stiftung und das Kultusministerium wollen im Frühjahr einen Kooperationsvertrag über drei Jahre unterzeichnen. Die Stiftung will das Projekt mit einem sechsstelligen Betrag fördern.

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