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Friedland Probleme an der Leinetal-Schule in Friedland
Die Region Friedland Probleme an der Leinetal-Schule in Friedland
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00:22 13.08.2018
Anders als geplant sind die Bauarbeiten für den Anbau der Grundschule in Friedland zum Schulbeginn nicht fertig geworden. Quelle: GT
Friedland

Die Ausweitung der Schule war notwendig geworden, weil Grundschüler aus Groß Schneen nach Friedland verlegt werden mussten. Dafür reichte die Kapazität der Friedländer Schule nicht aus, ein Anbau musste her. Die Bauarbeiten daran konnten jedoch zum Schulbeginn am Donnerstag nicht abgeschlossen werden.

Die Folge: Von den Schülern der dritten und vierten Jahrgänge mussten jeweils zwei Klassen in einem Raum unterrichtet werden. Bis zu 40 Schüler seien darin gleichzeitig von zwei Lehrern betreut worden, beklagt Wolfgang Wiesner aus Klein Schneen. Dazu komme, „dass die Grundschule noch einer Baustelle gleicht, wo gehämmert und geschraubt wird“. Wiesner: „Wie sollen die Kinder in einer überdimensionierten Klasse bei diesem Baulärm lernen können?“ Wegen der Bauarbeiten sei den Schülern nach der Mittagspause zudem untersagt worden, ins Schulgebäude zurückzugehen – trotz der am Donnerstag noch herrschenden Hitze. Dass die Kapazitäten der Friedländer Grundschule nach dem Zuzug der Schüler aus Groß Schneen nicht ausreichen würden, sei der Gemeindeverwaltung zudem lange bekannt gewesen.

Nur drei statt sechs Klassenräume fertig

Die Friedländer Gemeindeverwaltung räumt ein, dass die derzeitigen Bedingungen an der Leinetal-Grundschule schwierig seien. Tatsächlich seien drei von sechs neuen Klassenräumen und der Werkraum nicht rechtzeitig zum Schulstart fertig geworden, sagt Johann Schustek, Vertreter des Friedländer Bürgermeisters Andreas Friedrichs (SPD). Als Gründe nennt Schustek zwei Faktoren: zum einen die derzeit heißgelaufene Baukonjunktur, die es schwierig gemacht habe, schnell genug Firmen für den Neubau in Friedland zu gewinnen. Akut dazugekommen sei die große Hitze der vergangenen Wochen: Dadurch hätten die Bauarbeiter nicht dauerhaft unter Volllast arbeiten können. Obwohl sie ihren Arbeitsbeginn schon auf 5 oder 4 Uhr vorgezogen hätten, habe der ursprüngliche Zeitplan hitzebedingt nicht vollständig eingehalten werden können.

Baulärm und räumliche Einbußen“

Dass es Probleme geben würde, hatten Verwaltung und Schule vorausgesehen und die Eltern vorab in einem Schreiben informiert. Unter anderem kündigten sie den zweizügigen Unterricht in jeweils nur einem Klassenraum an. „Baulärm und damit verbundene räumliche Einbußen“ müssten vorerst weiterhin ausgeglichen werden. Und: „Bei der doppelten Menge an Kindern in einem Haus, auf einem Schulhof, in einer Mittagsbetreuung usw. werden sich bestimmte Abläufe erst einspielen müssen.“ Der Keller mit Werk- und Musikraum wie auch die drei Klassenräume im Obergeschoss des neuen Anbaus müssten noch eingerichtet werden.

All das, sagen Schustek und Bürgermeister Friedrichs, werde noch drei, maximal vier Wochen in Anspruch nehmen. „Ich kann den Frust von Eltern verstehen“, sagt Friedrichs. Die Gemeinde setze jetzt alles daran, „dass wir so schnell wie möglich fertig werden“. Die jetzigen „nicht optimalen“ Zustände seien nur eine überschaubare Übergangsphase. Schustek: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Klassenräume betriebsfertig zu machen.“ Dass die Sommerhitze erst einmal verschwunden sei, helfe dabei. Die Alternative, einzelne Klassen für die Übergangszeit an andere Standorte auszulagern, sei mit dem Elternrat besprochen worden. Der habe jedoch abgelehnt.

„Eine der besten Grundschulen Niedersachsens

Bei aller Verärgerung, meinen Friedrichs und Schustek, sollten Eltern auch bedenken, dass die Friedländer Grundschule Klassengrößen von weit unter dem zulässigen Maximum von 26 Schülern betreibe. Und das auch unter den jetzigen Notbedingungen. In den doppelt belegten Klassenräumen würden daher zwei Lehrer eingesetzt. Wenn die Erweiterung der Schule abgeschlossen sei, werde Friedland über „eine der besten Grundschulen Niedersachsens“ verfügen, erklärt Friedrichs: „Das wird eine Vorzeige-Schule.“ Schustek: „Und das mit einem extrem großen Raumangebot.“

Von Matthias Heinzel

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