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Friedland Museumserfolg auf der ganzen Linie
Die Region Friedland Museumserfolg auf der ganzen Linie
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16:33 29.03.2017
Eröffnungsansprache in Friedland: Dr. Frank Frühling, Beauftragter des Museums Friedland im Innenministerium. Quelle: Wenzel
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Friedland/Hannover

„Das ist eine erfreuliche Zahl“, erklärte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) zur Besucherentwicklung. „Das große Interesse zeigt, dass die Dauerausstellung im historischen Bahnhof sehr gut angekommen ist und angenommen wird.“ Für 2017 gebe es bereits Anmeldungen von mehr als 100 Besuchergruppen aus dem gesamten Bundesgebiet, erklärte Frank Fröhlich, Beauftragter für das Museum Friedland im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. 19.000 Besucher klickten bereits die Internetseite des Museums.

Begleitband zur Ausstellung

Zur Ausstellung "Fluchtpunkt Friedland" erscheint im April ein Begleitband. Das Buch vertieft auch einzelne Aspekte der Lagergeschichte. Joachim Baur/Lorraine Bluche (Hg.): Fluchtpunkt Friedland. Über das Grenzdurchgangslager 1945 bis heute. Wallstein Verlag 2017. 232 Seiten, ca. 130 Abb., 24.90 Euro.

Zur Feier des ersten Geburtstags eröffnet das Museum die Sonderausstellung „So sehe ich das...“. Sie zeigt in der historischen Nissenhütte Fotografien aus dem Grenzdurchgangslager Friedland aus Perspektive der Geflüchteten. Diese haben dazu Fotos gemacht und diese in Interviews erklärt. Ziel sei es, dem Außenblick auf das Lager eine Sicht von innen durch die Bewohner entgegenzusetzen, erklärte Kuratorin Birga Meyer. „Man erfährt, was Friedland und die Ankunft in Deutschland bedeutet, welche Ängste und Sorgen sie haben“, sagte Meyer über die Flüchtlinge.
„Ich habe dieses Foto aufgenommen an dem Ort, an dem ich, als ich ankam, an meiner Erinnerung gelitten habe“, sagte Mohamad aus Eritra. Sein Bild zeigt die Bahngleise von Friedland. Mit elf anderen ist Mohamad geflüchtet. Sie gingen hintereinander, immer an den Schienen entlang. „Ich kann es nicht vergessen, weil die anderen zehn Personen, die mit mir waren, wurden festgenommen. Ich blieb allein und wusste nicht, wo ich war“, erklärte er. Die Interviews zu den Bildern stehen neben den Fotos.
Zum einjährigen Museumsbestehen ist außerdem das Buch „Fluchtpunkt Friedland. Über das Grenzdurchgangslager 1945 bis heute“ im Wallstein Verlag erschienen. Es zeichne sich durch große Bildstrecken aus, die eine eigene Geschichte erzählen sollen, erklärte Kurator Joachim Baur. „Fluchtpunkt Friedland soll sowohl ein Lese- als auch ein Blätterbuch sein, „in dem man sich kurz oder lang vertiefen kann“, sagte Baur.
Das Museum soll weiter entwickelt und ausgebaut werden. Für den zweiten Bauabschnitt mit einem Volumen von 13 Millionen Euro seien gerade zehn Millionen Euro Bundesmittel bewilligt worden. Das Projekt für das geplante Besucher- und Dokumentationszentrum mit einer Fläche von rund 1400 Quadratmetern soll in ein bis zwei Monaten europaweit für ein halbes Jahr ausgeschrieben werden. Wenn alles wie geplant verläuft, könnten nach Angaben von Fröhlich bereits 2018 die Bagger anrollen. Er hofft auf eine Fertigstellung des Zentrums in 2021.

Geburtstag

Ein Jahr Museum Friedland – diesen Geburtstag will das Museum am Sonntag, 2. April, feiern. Dazu eröffnet das Museum an diesem Tag um 11 Uhr die Sonderausstellung „So sehe ich das...“ und zeigt Fotografien vom Grenzdurchgangslager von Spätaussiedlern und Geflüchteten. Einige Fotografen erklären am Sonntag bis 18 Uhr in der Nissenhütte ihre Aufnahmen, die noch sechs Monate gezeigt werden. Ab 13 Uhr spielt Alexej Ordlet russischen Pop im Museums-Foyer im historischen Bahnhofsgebäude, ab 15 Uhr treten Makatumbe und Guests mit Weltmusik auf. Ebenfalls um 15 Uhr zeigt das Museum den Kurzfilm „Stay“ im Raum der „Sieben Sachen“. Der Film gibt Einblicke aus Sicht eines syrischen Flüchtlings in den Alltag im Grenzdurchgangslager Friedland. Den gesamten Tag werden Führungen angeboten und der Eintritt ist Sonntag frei.

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