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Friedland Schafzucht erleben auf Rittergut Klein Schneen
Die Region Friedland Schafzucht erleben auf Rittergut Klein Schneen
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00:28 31.05.2018
Schafscherer Bernd Macke zeigt sein Können beim 11. Schäferfest in Friedland. Quelle: Julian Habermann
Friedland

Der Landschaftspflegeverband des Landkreises Göttingen richtete das Fest aus.

Es ist voll auf dem Rittergut Klein Schneen: Die Besucher drängen sich vor und zwischen den Ständen auf dem Gutshof. Mehr als 40 Aussteller zeigen ihre Waren, darunter Hirtenstöcke, Mäntel und Wolljacken. Auf dem Gut werden verschiedene Weidetiere und Schafsrassen gezeigt. Auch Alpakas aus Südamerika sind dabei.

Altdeutsche Hütehunde als Arbeitstiere

„Unsere Hunde beißen“, sagt Susanne Zander, Vorsitzende der niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft für Zucht altdeutscher Hütehunde (AHH). Auf dem Hof des Ritterguts in Klein Schneen erklärt sie den Besuchern die Eigenschaften der Hütehunde. „Der Schäfer braucht Tiere, die sich richtig durchsetzen.“ Die Hunde hielten nicht fest beim Beißen. Das nennt Zander einen schadlosen, sauberen Griff. Die Schafe dürften nicht verletzt werden, erklärt sie.

Die AHH ist ein Zusammenschluss aus Berufsschäfern und Privathaltern. Sie betreut Hundezüchter, um die altdeutschen Hunderassen vor dem Aussterben zu retten. Denn es gebe immer weniger Schäfer in Deutschland, erläutert Zander. „Schon vor 30 Jahren wurden viele der großen Schäfereien aufgelöst.“ Der Hundebestand sei einfach weggegeben worden. Mittlerweile habe die AAH 600 Mitglieder bundesweit, sagt die Vorsitzende. Die Hunde würden für Schäfer mit bis zu 1000 Schafen pro Herde gezüchtet. Sie seien kleiner als der bekanntere Deutsche Schäferhund. Das müssten sie sein, da sie sehr viel laufen. Mindestens acht Kilometer Auslauf bräuchten sie pro Tag. Bei der Zucht liege das Augenmerk auf der Gesundheit der Tiere und darauf, wie sie an der Herde arbeiten.

Wölfe richten Schaden an

In diesem Jahr sei die Zahl der Schäfer in Deutschland zum ersten Mal unter 1000 gesunken, erklärt Zander. Dabei seien Schafe als Landschaftspfleger gefragt. Unter dem Tritt der Tiere festige sich die Grasnarbe. Auf abgefressenen Wiesen könnten viele Tier- und Pflanzenarten gedeihen – zum Beispiel Orchideen.

Der Wolf mache den Schäfern das Leben schwer. Zwar gebe es Schadensersatz für gerissenen Tiere. „Doch viele Menschen wissen nicht, wie sich die Herde verändert, nachdem ein Wolf eingedrungen ist“, erläutert die Biologin. „Die Schafe stehen unter Schock. Sie fressen nicht und laufen die ganze Zeit umher“, so die Vorsitzende der AAH.

Wenn das Schlachtgewicht sinkt, sinke der Preis für das Tier. „Wir hatten in Niedersachsen den Fall, dass 50 Schafe ihre Jungen verloren, nachdem Wölfe über die Herde herfielen.“ Die Tiere brachten den Nachwuchs tot zur Welt. Zander freue sich auch, dass es wieder Wölfe gibt. Doch vielen Menschen sei nicht bewusst, wie gefährlich die Tiere seien.

Schafswolle nur noch ein Nebenprodukt

Viele der Besucher machen Fotos, als Schafscherer Bernd Macke sein Können zeigt. 15 Schafe schafft er pro Stunde. „Die Tiere müssen einmal im Jahr geschoren werden“, kommentiert Schafhalter Herbert Albrecht-Vogelsang die Prozedur. „Wenn die Wolle zu lang wird, kann sie verfilzen. Dann kommt keine Luft an den Körper und das Tier kann sterben.“

Früher sei die Wolle die Haupteinnahmequelle für Schäfer gewesen, heute sei sie ein Nebenprodukt. „Schafwolle besteht hauptsächlich aus Eiweiß und ist der menschlichen Haut sehr ähnlich. Sie leitet Feuchtigkeit schneller ab als Baumwolle.“ Doch mittlerweile verdienten die Schäfer mehr mit Lammfleisch und der Landschaftspflege. Das Land bezahle, damit die Wiesen nicht zuwachsen.

Von Julian Habermann

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