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Friedland Nahles’ Konkurrentin Lange stellt sich in Friedland vor
Die Region Friedland Nahles’ Konkurrentin Lange stellt sich in Friedland vor
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00:27 08.04.2018
Simone Lange (SPD), Kandidatin für den SPD-Bundesparteivorsitz, war zu Gast in Friedland. Quelle: Scheiwe
Friedland

Selbstbewusst und mit positiver Energie präsentiert Lange, die von 2012 bis 2016 im Kieler Landtag saß, vor Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Friedland und anderen Interessierten sich und ihre Ziele. Dass sie noch keine bundespolitische Erfahrung hat, sieht sie nicht als Nachteil: „In zwei Jahren habe ich die auch“, sagt sie. Und wirbt dafür „wieder gut miteinander zu sein“. Da sieht sie einen Mangel in der Politik und in der eigenen Partei: Sie wünsche sich einen Kulturwandel – auch in der jetzigen Konkurrenzsituation mit Andrea Nahles (SPD), die schon fast als kommissarische Bundesvorsitzende eingesetzt worden wäre, hätte Lange nicht auch kandidiert. „Weg von der Feind-Kandidatur zur Mit-Kandidatur“, sagt die 41-Jährige, die eigentlich aus Thüringen stammt. Werde sie zur Bundesvorsitzenden gewählt, sei es ihr wichtig, mit der Mitkandidatin Einigkeit zu erzielen.

Wofür steht Simone Lange, Kandidatin für den SPD-Bundesvorsitz?

Doch wofür steht die Politikerin, die in der Kandidatur um diesen Posten für viele als Außenseiterin gilt? „Wir brauchen ein neues Grundsatzprogramm. Wir sind die Partei für die sozial Benachteiligten und müssen uns dazu bekennen – auch dazu, für wen wir nicht eintreten“, sagt Lange, die seit 15 Jahren Mitglied der SPD ist. „Wir müssen auch auf der Straße wieder als SPD wiedererkannt werden.“ Für diesen Satz erntet sie Beifall von den Genossen. Sie habe schon zu oft gehört, dass Menschen die SPD von der CDU nicht mehr unterscheiden könnten.

Ein wichtiger Punkt in ihrem persönlichen Erneuerungsplan für die SPD sei es, die „gefühlte Entfernung“ zwischen SPD-Bundesebene und der Basis aufzuheben und mehr Nähe herzustellen. Damit verbindet sie gleich ein Versprechen: „Wenn ich Bundesvorsitzende bin, komme ich wieder zu euch.“ Sie erklärt: „Weil ich Bundesvorstandssitzungen nicht mehr nur in Berlin mache, sondern in den Ländern.“

Langes Ziel: Distanz zwischen Bundesebene und Basis der SPD verringern

Um die Distanz zwischen Bundesebene und Basis zu verringern, müsse es mehr Kommunikation zwischen Ortsvereinen und der Bundesebene geben, findet Lange, die vor ihrer Politik-Karriere als Kriminalbeamtin arbeitete. „Der Bundesvorstand muss Ortsvereine viel mehr moderieren und nicht das Kraftzentrum sein.“ Sowieso halte sie das Wort „Kraftzentrum“ für einen zentralistischen Begriff – „und ich will keinen Zentralismus in der SPD, ich will Transparenz“, sagt Lange. Und ergänzt: „Wenn Nahles Vorsitzende wird, ist sie das Kraftzentrum in der SPD.“ Weshalb Lange für eine Doppelspitze – mit sich in der Position als SPD-Bundesvorsitzende – plädiert.

Es ist erfrischend, wie Lange dort im Landhotel Groß Schneer Hof komplett frei spricht; ganz unformell in Jeans und Chucks läuft sie vor dem Publikum hin und her, gestikuliert und versucht, die Menschen vor ihr von ihrer Kandidatur und ihrem Plan zu überzeugen – so wie sie es auch am 22. April auf dem Parteitag in Wiesbaden tun wird. Dann aber – gezwungenermaßen – am Redepult.

Simone Lange: Kandidatur für SPD-Bundesvorsitz kam spontan

Dass die Kandidatur übrigens nicht lange geplant, sondern ziemlich spontan war, erklärt Lange so: „Als keiner dem widersprochen hat, dass Nahles – entgegen der Satzung – als kommissarische Vorsitzende eingesetzt werden soll, habe ich mich für die Kandidatur entschlossen.“ In der Situation gab es für sie nur zwei Möglichkeiten: entweder aus der Partei austreten oder der Schritt nach vorne. „Wenn es schief läuft, sollte man nicht weglaufen, sondern hingehen“, findet sie. „Das mach ich jetzt auch, ’geh nach Berlin.“ Ein schelmisches, aber überzeugtes Grinsen. Sie meint es ernst.

Von Hannah Scheiwe

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