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Friedland Baugenehmigung erteilt
Die Region Friedland Baugenehmigung erteilt
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00:56 24.12.2018
Genau an dieser Stelle soll der dreigeschossige Hotel-Neubau entstehen. Quelle: Peter Heller
Friedland

Das Landhaus Biewald am Alten Schulplatz östlich der Bahnstrecke soll um einen laut Entwurf knapp zehn Meter hohen, dreigeschossigen Hotel-Anbau mit 19 Zimmern und 38 Betten erweitert werden. Die Betreiberfamilie um Karin Raub und Sohn Daniel will hierfür 1,5 Millionen Euro investieren.

Doch Ortsheimatpfleger Herwig Schröder, der bereits ortsweit ein Flugblatt verteilte, hat nun im Ort vier große Tafeln aufgehängt, unter anderem an seinem Wohnhaus an der Leinestraße. „Kein dreigeschossiges Hotel mit Flachdach am Alten Schulplatz“ heißt es darauf. Darunter ist ein Entwurf für den Neubau zu sehen.

„Wie ein Freilichtmuseum“

Denn um das geplante Flachdach geht es Schröder vorrangig. Er sei nicht grundsätzlich gegen einen Neubau, aber das Biewald-Projekt füge sich nicht in das von Fachwerk geprägte „gewachsene Ensemble“ Alter Schulplatz ein, meint Schröder. Von der gleichnamigen Straße beispielsweise stünde der Neubau „wie ein Klotz da“ und versperre den Blick auf einen Teil der Fachwerkhäuser rund um den Platz. Der sei im Ortsbild intakt „wie ein Freilichtmuseum“.

Daniel Raub, Sohn der Bauherrin Karin Raub, nimmt die Schilder-Aktion mehr oder minder achselzuckend hin. Jeder habe das Recht, seine Meinung kundzutun. Den Neubau verteidigt er allerdings – unter anderem mit dem Hinweis, für Friedland gebe es erheblichen Bedarf an zusätzlichen Hotelbetten. Über das endgültige Aussehen des künftigen Hoteltrakts möchte sich Raub derzeit nicht konkret äußern. Außerdem seien es nur wenige Einwohner im Ort, die dagegen seien.

„Geschäftsschädigend“

Der Friedländer Bürgermeister Joachim Hoy (CDU) findet es „sehr schade“, dass es in seinem Ort einen derart erhitzt geführten Streit gibt. Schröder habe sich als langjähriger Ortsheimatpfleger große Verdienste um Friedland erworben, „aber mit dieser Sache ist er weit über das Ziel hinausgeschossen“. Die Schilder seien für den Biewald-Betrieb geschäftsschädigend, „weil jeder, der dorthin will, daran vorbeikommt“.

Entfernen lassen könne die Gemeinde sie nicht, weil sie auf Privatgrundstücken ständen, sagt Hoy. Und: Zwar erweckten die Schilder den Eindruck, dass es eine große Zahl von Anbau-Gegnern gebe, aber die Urheber der Schilder-Aktion seien nur „eine ganz kleine Gruppe von Leuten, die gegen den Neubau sind“.

Schröder verweist darauf, dass er im gesamten Ort immerhin 131 Unterschriften von Bürgern zusammengetragen habe, die sich gegen den Hotelneubau aussprechen. Die Liste hat der langjährige Ortsheimatpfleger dem Friedländer Gemeinderat übergeben. „Bislang ohne Resonanz“, sagt Schröder.

„Nicht das Geringste dagegen“

Darüber hinaus gibt es einen „Nebenkriegsschauplatz“: Direkt gegenüber des Biewald‘schen Anwesens gibt es einen Fachwerkhof, an dessen Nebengebäude eines der Schröder‘schen Schilder prangt. Die große Tafel hat die Eigentümerin des Gebäudes anbringen lassen, die aber gar nicht in Friedland wohnt. Tatsächlich wohnt das Ehepaar Deijana und Oliver Damm darin.

Beide haben Jobs bei Raub und sind stinksauer, dass ihnen nun unterstellt wird, sie seien ebenfalls gegen den Biewald‘schen Neubau. „Ich habe nicht das Geringste dagegen“, sagt Deijana Damm. Und Ehemann Oliver will das Schild am liebsten abbauen, „aber das darf ich nicht“. Das Gebäude sei schließlich nicht sein Eigentum, er sei nur Mieter.

Unterdessen freut sich Daniel Raub über die Baugenehmigung, die der Landkreis Göttingen kürzlich erteilte. Die Bauarbeiten sollen „so bald wir möglich“ beginnen, sagt er. Das hänge nun allein vom Wetter ab.

Von Matthias Heinzel

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