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Friedland Turbulente Bürgerversammlung in Hebenshausen
Die Region Friedland Turbulente Bürgerversammlung in Hebenshausen
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17:29 23.08.2018
Bereits Anfang Juli – wie hier zu sehen – protestierten mehr als 100 Bürger gegen das in Neu-Eichenberg geplante Sondergebiet, nun waren es bereits 200. Quelle: Caspar
Hebenshausen

Mehrere mit Transparenten behängte Trecker standen entlang der Langen Straße in Hebenshausen. Mit Slogans wie „Dietz, mach dich vom Acker“ wurde der Bensheimer Projektentwickler, die Dietz AG, zum Abbruch der 150-Millionen-Euro-Investition aufgefordert. „Stoßstangen zu Pflugscharen“, war auf dem T-Shirt einer Kritikerin zu lesen.

Veranstaltung drohte der Abbruch

Überfüllt war der Versammlungssaal in der Gaststätte Waldmann. Dietz-Vorstand Markus Engelmann, der sein 45 Mitarbeiter zählendes Unternehmen vorstellte, wurde angeschrien: „Wir wollen keine Propaganda hören!“ Nachdem ein besonders lautstarker Kritiker auch nach der dritten Verwarnung keine Ruhe gab, drohte Bürgermeister Jens Wilhelm (SPD), ein ehemaliger Polizist, die Veranstaltung abzubrechen. Nach einigem Hin und Her verließ der Bürger schimpfend den Saal. Von da an ging es geordnet zu.

Investor Dietz AG rechnet mit 1700 Arbeitsplätzen

Einen Baubeginn im ersten Quartal 2019 kündigte der Dietz-Vorstand an. Voraussetzung sei, dass die Gemeindevertretung im November die geplante Änderung des Bebauungsplans beschließe. Die Hallen würden für „namhafte Konzerne“ nach Abschluss langjähriger Mitverträge innerhalb von neun Monaten schlüsselfertig errichtet. Innerhalb von fünf Jahren wolle Dietz das komplette Gebiet bebauen. Der Investor rechne mit 1700 Arbeitsplätzen.

480 bis 900 Lkw am Tag fahren das Sondergebiet an

Die ersten der zwölf bis 14 Meter hohen Hallen, so Engelmann, würden vom Dorf abgewandt am Ortsrand von Hebenshausen stehen und so für Lärmschutz sorgen. Auf der anderen Seite des Geländes würden die dortigen Hallen ebenfalls abgewandt von Eichenberg-Bahnhof errichtet. Böschungen und Baumpflanzungen sorgten für Sichtschutz. Zwischen 480 und 900 Lkw am Tag würden nach dem Vollausbau das Sondergebiet anfahren an. Die Größe des Verkehrsaufkommens hänge von den dort jeweils erbrachten Logistikdienstleistungen ab.

Sperrung des Heidkopftunnels

„Derzeit sind auf der Bundesstraße 27, auf der der Verkehr rückläufig ist, 4400 Fahrzeuge am Tag unterwegs, darunter 530 Lkw“, sagte Peter Wöbbeking von der Landesbehörde Hessen Mobil. Die Straße könne den zusätzlichen Verkehr aufnehmen. Sollte es an der T-Kreuzung zum Sondergebiet zu Staus kommen, würde dort eine Ampel installiert. Befürchtungen von Bürgern vor einem „Verkehrschaos“, insbesondere bei Sperrung des Heidkopftunnels oder der Autobahn 7, tat Wöbbeking ab.

Kein Interesse an einem Schienenanschluss

„Potenzielle Mieter fragen immer, ob ein 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen der Woche möglich ist“, berichtete der Dietz-Vorstand. Daher sei es wichtig, das im Bebauungsplan zu ermöglichen. In der Praxis beschränkten sich Firmen meistens auf einen Zwei-Schicht-Betrieb. Mehr werde es in den Wochen vor Weihnachten. Kein Interesse gebe es aktuell bei potenziellen Mietern an dem in Neu-Eichenberg möglichen Schienenanschluss.

Bürger aus dem Nachbarort Niedergandern warnten, dass die Versiegelung von Flächen das Hochwasser-Risiko in ihrem Dorf erhöhe. Planer Christoph Henke verneinte das. Zum einen gebe es auf dem Gelände ein großes Regenrückhaltebecken. Zum anderen werde der bisher verrohrte Hebenshäuser Bach im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen offen gelegt. Dadurch fließe das Wasser dort künftig nicht mehr so schnell ab.

Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne widerlegt Befürchtungen

Die Feuerwehren in Neu-Eichenberg, Friedland und Witzenhausen könnten – im Gegensatz zu Befürchtungen der Grünen – den Brandschutz im Logistikgebiet gewährleisten, betonte Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne. Drehleitern würden für die Hallen nicht benötigt.

Von Michael Caspar

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