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Gieboldehausen Vertrauenskrise und Frieden
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11:00 29.10.2018
Alexandra Bömeke entzündet eines der Lichter während der Rosenkranzandacht in der Wallfahrtskapelle Maria in der Wiesein Germershausen. Quelle: Helge Schneemann
Germershausen

Mit einer feierlichen Rosenkranzandacht und einer Lichterprozession ist am Sonntag die Wallfahrtssaison 2018 in Germershausen zu Ende gegangen. Die Themen Frieden und der Dank standen im Mittelpunkt.

Rund 70 Gläubige hatten sich an der Wallfahrtskirche Maria in der Wiese in Germershausen eingefunden, um gemeinsam mit Pfarrer Michael Kreye und Propst Bernd Galluschke das Wallfahrsjahr zu beenden. Mitgestaltet wurde die Rosenkranzandacht vom Wallfahrtsteam und den beiden Gesangssolisten Ulrich Rahlfs und Daniel Rahlfs.

Drei „Geheimnisse“

Alois Bömeke und Alexandra Bömeke vom Wallfahrtsteam betrachteten während der Rosenkranzandacht drei „Geheimnisse“ aus dem Leben Jesu. „Friede fängt im Kleinen an“, sagte Alois Bömeke und entzündete ein erstes Licht unter anderem für alle Kinder und Jugendlichen, die Gewalt und Unrecht erfahren. Alexandra Bömeke ging auf die „tiefe Kriese“ der Kirche ein, „weil einige ihrer Vertreter“ sich nicht ihrer Verantwortung bewusst gewesen seien. Das von ihr entzündete Licht des Friedens galt unter anderem den Priestern und Ordensleuten, „dass sie nicht ihre Macht missbrauchen“. Und beim dritten „Geheimnis“ sprach Alois Bömeke von einer scheinbar endlosen Spirale von Kriegen. „Allen, die in Politik und Wirschaft Verantwortung tragen“ und beispielsweise auch jenen Menschen, „die aus ihrer Heimat fliehen müssen, weil ihr Leben bedroht ist“ war das dritte Licht gewidmet.

Frieden in der Welt und in der Kirche

Zum Ende des Wahllfahrtsjahres ging nicht nur um den Frieden in der Welt, sondern auch um den innerhalb der Kirche, die zum Beispiel in Folge des Machtmissbrauchs einer Vertrauenskrise entgegenwirken müsse. Das machte nach der Lichterprozession auch Propst Galluschke klar und erbat den Schutz der Muttergottes für den Bereich, „was uns alle in der Kirche gerade beutelt“.

Dank an die Helfer

Der Abend an der Wallfahrtskirche Maria in der Wiese sollte vor allem aber auch Dank an die ehrenamtlichen Helfer sein, welche die Wallfahrten in Germershausen unterstützt haben. Etwa 20 Männer und Frauen kümmerten sich in der Wallfahrts-Projektgruppe um Vorbereitung und Abwicklung der Wallfahrten. Hinzu kommen viele Helfer, die sich ebenfalls ehrenamtlich engagierten. Jeden Monat eine Wallfahrt habe es von Mai bis September in Germershausen gegeben, berichtete Cornelia Kurth-Scharf vom Wallfahrts-Projektteam. „Alle waren sehr gut besucht“, bilanzierte sie und schätzte, dass etwa 10000 Menschen an den Wallfahrten teilgenommen haben. Vor allem zur Großen Wallfahrt seien besonders viele Junge gekommen, freute sich Kurt-Scharf.

Mitbring-Buffets „der Renner“

Immer hätten auch die Begegnung und das Gespräch eine wichtige Rolle gespielt. Auch im Anschluss an die Rosenkranzandacht und die Lichterprozession zum Ende eines „ereignisreichen Wallfahrtsjahres in Germershausen“ gab es am Freialtar hinter der Kirche Zeit für Gespräche und Snacks. Rückblickend auf das Wallfahrtsjahr sei deutlich geworden, so Propst Galluschke, dass das gemeinsame Essen und die Mitbring-Buffets besonders gut angenommen worden seien. „Das ist der Renner“, sagte der Geistliche. Die Beteiligung an den Wallfahrten insgesamt sei Galluschke zufolge nicht eingebrochen, sondern konstant geblieben. Das sei ermutigend.

Eine „übervolle Kirche“ habe es bei der Seniorenwallfahrt im April in Germershausen gegeben, erinnerte sich der Propst. Das selbe gelte für die Frauenwallfahrt. Eine Steigerung der Teilnehmerzahlen bilanzierte Galluschke bei der Fahrradwallfahrt mit Bischof em. Norbert Trelle. Weit mehr Beteiligung als im vergangenen Jahr machte Galluschke bei der Großen Wallfahrt im Juli in Germershausen mit Bischof Ulrich Neymeyr vom Bistum Erfurt aus. „Auffallend viele junge Leute mit Kindern“ seien dabei gewesen, bestätigte der Propst die Einschätzung von Kurt-Scharf.

„Eine tolle Gemeinschaft“

Viele Auswärtige seien zur großen Marienwallfahrt auf dem Höherberg gekommen. „Eine tolle Gemeinschaft und einige neue Leute bilanzierte Galluschke für die Motorradwallfahrt im August. Mit rund 180 Bikern sei die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Mehr Beteiligung hätte sich der Propst bei der Diözesan-Männerwallfahrt gewünscht. „Ich hoffe, dass wir das nächstes Jahr fortführen können“, sagte er.

In Germershausen wurde das Ende des Wallfahrtsjahres mit Rosenkranz und Lichterprozession gefeiert.

Etwa 15 Wallfahrten zählte der Wallfahrtskalender im Untereichsfeld im laufenden Jahr, darunter auch die Pferdewallfahrt in Wollbrandshausen mit Pferdesegnung oder die Josefswallfahrt in Renshausen.

Wallfahrten im Eichsfeld

Wallfahren ist gemeinschaftsstiftend. Das hat eine Studie der Universität Göttingen zur Großen Wallfahrt in Germershausen aus dem Jahr 2012 aufgezeigt. 90 Prozent der Wallfahrer kämen mit Familie oder Freunden, heißt es dazu auf der Internetseite wallfahrten-eichsfeld.de des Dekanats Untereichsfeld im Bistum Hildesheim. Und weiter: „Die Wallfahrten im Eichsfeld zeichnen sich also dadurch aus, gemeinsam auf dem Weg zu sein, miteinander zu feiern und einander zu begegnen.“

„Katholisch für Anfänger“

Auf einfache humorvolle Art erklärt ein Video der Reihe „Katholisch für Anfänger“ im Auftrag der Katholischen Kirche zentrale Begriffe aus Kirche und Christentum. Auch wird dort das Thema Wallfahrt aufgegrifffen:

Von Britta Eichner-Ramm

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