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Gieboldehausen „Das ist für mich Zickenkrieg“
Die Region Gieboldehausen „Das ist für mich Zickenkrieg“
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21:46 05.05.2017
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Gieboldehausen

„Das ist für mich Zickenkrieg“, kommentierte Daniela Meysing (Freie Wähler Gemeinsam für Gieboldehausen) während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bock und Sommer waren wie schon häufiger aneinandergeraten, nachdem ein Bürger in der Einwohnerfragestunde eine Frage zum Seniorenprogramm gestellt hatte. Bock antwortete, gravierende Veränderungen gebe es nicht: Die frühere Seniorenobfrau Anneliese Weinrich habe ihr Amt niedergelegt. Dies bedeute nicht, dass der Seniorenhelferkreis, wie er einmal war, nicht weiterarbeiten könne.

Wie ihr zugetragen worden sei, verbreite Sommer im Ort eine andere Version: Sie, Bock, habe ihm verboten, Seniorenarbeit zu machen und das Schloss als Treffpunkt zu nutzen. Außerdem habe sie das Geld für Seniorenarbeit gestrichen. Nichts davon stimme, so die Bürgermeisterin. Das Problem sei schlicht die ungeklärte Nachfolge Weinrichs: Solange im Rat gegeneinander gearbeitet werde und Lügen im Umlauf seien, „finden wir niemand, der Verantwortung übernimmt“.

Sommer meldete daraufhin mit Handzeichen Redebedarf an. Bock registrierte die Wortmeldung, ging aber nicht darauf ein. Sie wünsche keine Diskussion.

Das Thema Seniorenarbeit hatte in der Vergangenheit mehrfach zu Streit zwischen CDU und Freien Wählern geführt. In der besagten Sitzung habe sie emotional, als „Mensch Maria Bock“, reagiert, erklärte die Bürgermeisterin am Freitag.

Sommer fühlt sich der Lüge bezichtigt. „Die Bürgermeisterin hat mich in öffentlicher Sitzung hochgradig beleidigt und persönlich angegriffen.“ Auf diese Weise könne man mit Menschen, die ehrenamtlich tätig seien, nicht umgehen. Ob und welche weiteren Schritte er einleite, stehe noch nicht fest: „Wir wägen in der Fraktion ab.“ Angelika Rohland, stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler, pflichtete Sommer in der Beurteilung des Vorfalls bei: Als Ratsvorsitzende habe Bock die Sitzung „neutral, sachlich und kompetent“ zu leiten und Antipathien im Griff zu haben. Es sei nicht das erste Mal zu einer „Eskalation“ gekommen: „Der ganze Rat ist betroffen darüber.“

„Ich bin erschrocken, wie hier miteinander umgegangen wird“, sagte Meysing, die den persönlichen Zwist, ausgetragen in einem politischen Gremium, als „lächerlich“ bezeichnet. So etwas habe sie noch nicht erlebt. Dies habe mit „Fleckenarbeit“ nichts zu tun. „Da bitte ich in Zukunft von abzusehen“, so Meysings Appell. Auch Bock sagte, sie wünsche sich in Zukunft einen „harmonischen Umgang“ der Ratsmitglieder untereinander.

Neuigkeiten zur Seniorenarbeit gab es in der Sitzung übrigens nicht. CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Gerhardy verwies darauf, dass die Rahmenbedingungen gegeben seien. Geld und Raum seien vorhanden.

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