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Bilshausen Demenz – frühzeitig erkennen und behandeln
Die Region Gieboldehausen Bilshausen Demenz – frühzeitig erkennen und behandeln
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20:46 26.09.2018
Die Besucher probieren verschiedene Übungen aus, die Mitarbeiter der Ergotherapiepraxis Susanne Wax mitgebracht hatten Quelle: Nora Garben
Bilshausen

 Woran kann ich erkennen, dass ich oder eine mir nahestehende Person an Demenz erkrankt sein könnte? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wo kann ich Unterstützung bekommen? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich am Mittwoch eine Informationsveranstaltung zum Thema „Demenz – frühzeitig erkennen und behandeln – aber wie?“ beschäftigt.

„Ich will Ihnen keine Angst machen“, sagte Dr. Claudia Bartels zu den vielen Zuhörern im Bilshäuser Pfarrheim. Es sei normal, dass man mal etwas vergesse. Bei einer Demenzerkrankung aber sei nicht nur ein Aspekt, sondern mehrere Bereiche betroffen, erklärte die Ärztin von der Gedächtnisambulanz Göttingen. Gemeinsam mit Maria Elisabeth Richardt vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Göttingen war sie nach Bilshausen gekommen, um über die Ursachen, den Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit zu sprechen und auf Beratungs- und Hilfsangebote aufmerksam zu machen.

Symptome und Ursachen

Erst wenn in mindestens zwei kognitiven Bereichen Beeinträchtigungen auftreten, könne dies ein Hinweis sein, erklärte Bartels. Ausschlaggebend sei, dass die Betroffenen in ihren Alltagsaktivitäten beeinträchtigt werden. Symptome könnten außer Vergesslichkeit auch Wortfindungsstörungen, Verlust des Orientierungssinns und Verhaltensänderungen sein. Typisch seien dabei depressive Symptome, Aggressivität und Antriebslosigkeit.

Bartels ermutigte die Zuhörer, den Verdacht auf eine Erkrankung frühzeitig abklären zu lassen. Sollte sich durch die verschiedenen Untersuchungen herausstellen, dass nichts auf eine Demenz hinweist, so entlaste dies den Betroffenen. Falls sich der Verdacht bestätigt, könne ein frühestmöglicher Behandlungsbeginn dazu beitragen, Lebensqualität und Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Für den behandelnden Arzt sei es zudem wichtig, die Ursache für die Demenz zu ermitteln, da unterschiedliche Demenzformen verschieden behandelt würden. Mit fast zwei Dritteln mache dabei die Alzheimer-Demenz den größten Teil der Demenzerkrankungen aus.

Frühzeitige Abklärung

Bei den Untersuchungen sei es ratsam, eine nahestehende Person mitzubringen, die dem Arzt ihren Eindruck mitteilt. „Das machen wir nicht, weil wir ihnen nicht glauben, sondern weil die Wahrnehmung unterschiedlich sein kann“, betonte Bartels. So könne die Erkrankung die Wahrnehmung des Betroffenen beeinflussen. Zwar könne man eine Demenzerkrankung mittlerweile viel früher erkennen als noch vor ein paar Jahren, trotzdem gebe es nur wenige Medikamente, die die Erkrankung verzögern. Zudem könne die Erkrankung schon lange begonnen haben, bevor der Betroffene die Beschwerden deutlich spürt. „Frühzeitige Abklärung lohnt in jedem Fall“, appellierte Bartels an die Anwesenden.

Richardt gab in ihrem Vortrag einen Überblick über die Aufgaben und Angebote des Senioren- und Pflegestützpunktes und erklärte detailliert die Leistungen von Kranken- und Pflegeversicherung. Gemeinsam mit Bartels wies sie auf das Netzwerk Fidem – „Frühe Informationen und Hilfen bei Demenz“ hin, das Betroffene dabei unterstützt, „den Dschungel von Formularen und Angeboten“ zu durchschauen. Beteiligt seien unter anderem Arztpraxen, Beratungsstellen und Ergotherapiepraxen.

Ansprechpartner für Demenzerkrankte und Angehörige

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Gedächtnisambulanz

Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

Telefon: 0551/3966610 (über Pforte Psychiatrie weiterleiten lassen)

Email: claudia.bartels@med.uni-goettingen.de

 

Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Göttingen

Reinhäuser Landstraße 4 (Kreishaus, Zimmer 171 und 172)

37083 Göttingen

Hotline: 0551/5252900

Senioren- undpflegestuetzpunkt@landkreisgoettingen.de

 

Runder Tisch für Angehörige von Demenzerkrankten

im Lorenz-Werthmann-Haus in der Seniorenbegegnungsstätte

Scharrenstraße 9/11

37115 Duderstadt

05527/9968611

Von Nora Garben

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