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Gieboldehausen Rally mit Trödel-Effekt
Die Region Gieboldehausen Rally mit Trödel-Effekt
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19:08 21.05.2017
Beim Dorfflohmarkt bieten die Rüderhäuser ihre Waren an. Quelle: ku
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Rüdershausen

„Die ersten Besucher waren schon um 8 Uhr auf dem Hof, als wir Luftballons aufgehängt haben“, sagte Bärbel Leutert, die den kollektiven Garage-Sale mit Veronika Thom und Reiner Zimmermann auf die Beine gestellt hat. Mehr als 20 Rüdershäuser beteiligten sich mit rund 30 St??nden, bauten Verkaufstische auf Höfen, in Scheunen und Garagen auf. Einen Schwerpunkt bildete das Altdorf, Laufzettel wiesen schlendernden Schnäppchenjägern aber auch den Weg zu Ständen in den Baugebieten.

Dorfflohmarkt in Rüdershausen

Um Kontaktpflege ging es den Flohmarkt-Machern ebenso wie um Werbung für ihr Dorf. „Viele Leute sagten, sie würden ständig durch den Ort fahren und hätten heute zum ersten Mal angehalten“, berichtet Leutert und freut sich über die große Resonanz. Auf jeden Fall solle es eine Wiederholung geben. Und sie geht davon aus, dass dann noch mehr Dorfbewohner mitmachen.

„Heute gibt es sogar Lebensmittel im Ort, sonst leider nicht mehr“, meinte Bürgermeisterin Annegret Lange (CDU), die mit gleich drei Mitstreiterinnen am Start war. Die mit Bildern ihres Großvaters, der Kunst- und Kirchenmaler war, gespickte Garage wurde so zum Second-Hand-Laden.

Der Fundus an Schätzen, die im Verborgenen, in alten Scheunen, Kellern und Dachböden schlummerten, aus Nachlässen und Entrümpelungsaktionen nach Generations- oder Hauseigentümerwechseln stammten, war breit gefächert, der Flohmarkt auch eine Reise durch die Alltags- und Kulturgeschichte vergangener Jahrzehnte. Zippo-Feuerzeuge leisteten Groschenromanen Gesellschaft, Geschirr, Schmuck und Kleidung aus verschiedenen Dekaden Fitnessgeräten, Wagenrädern, Schrankuhren und Küchengeräten. Die Besucher konnten zwischen alten Münzen stöbern, eine ganze Sammlung von Coca-Cola-Eisbären entdecken oder ein altes Schachtischchen mit Schubladen.

Einige Gegenstände wie Schreibmaschinen oder Kassettenrekorder, die mit der Digitalisierung zu musealer Massenware wurden, waren allerdings kaum zu veräußern. Daran finden allenfalls noch spezialisierte Sammler Interesse. „Am meisten graust mir davor, heute abend wieder alles reinschleppen zu müssen“, brachte Ina Rößeling die Sorge vieler Anbieter auf den Punkt. Dem Spaß an der Sache, am Feilschen und am Plaudern tat das aber keinen Abbruch.

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