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Gieboldehausen EEW lässt Brunnen bei Obernfeld sanieren
Die Region Gieboldehausen EEW lässt Brunnen bei Obernfeld sanieren
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21:04 11.03.2019
Die Brunnenbauer Jörg Illhardt (r.) und Heiko Fiedler sanieren einen Trinkwasserbrunnen bei Obernfeld. Quelle: Foto: Franke
Obernfeld

In Obernfeld betreibt die Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft (EEW) seit mehr als 50 Jahren vier Brunnen in einem Wassergewinnungsgebiet. „Einen Brunnen haben wir vor ungefähr 15 Jahren saniert“, erklärt Adler. Aktuell laufen Arbeiten am zweiten Brunnen. Geplant sei für die Zukunft, auch die anderen beiden zu sanieren. „Wir haben die Arbeiten extra in diese Jahreszeit gelegt, da zurzeit noch nicht mit einer hohen Abnahme zu rechnen ist, anders als beispielsweise im Sommer“, so Adler. „Zurzeit können wir die Wasserversorgung mit den anderen Brunnen ausgleichen.“

Ein Video von der Baustelle:

Brunneninspektion

„Alle fünf bis acht Jahre steht eine Brunneninspektion an“, erläutert Adler den Hintergrund der Entscheidung. Dabei werde mittels Kamera der allgemeine Zustand überprüft, aber auch, ob die Filterschlitze frei sind. Die Inspektion habe zu dem Entschluss geführt, den Brunnen Süd zu sanieren. Mit den Arbeiten wurde die Fachfirma Hydro-Geotechnik aus Nordhausen beauftragt. „Als erstes wurde die Pumpe samt Pumpleitung aus dem Brunnen gezogen“, so Adler. Das sei mit einem Autokran geschehen. Pumpe und Leitung liegen jetzt in der Werkstatt der EEW am Euzenberg.

Verleimtes Pressholz

Im Brunnenschacht führt ein Rohr aus verleimten Pressholz 34 Meter in die Tiefe. Das Rohr ist umgeben von Filterkies. „Die Arbeiter haben mit einem Rotationsmesser das Holzrohr aufgeschlitzt, so dass der Kies in das Rohr hineinrutschen konnte“, erklärt Adler den nächsten Schritt. Der Kies sei dann mit einer Mammutpumpe nach oben gesaugt worden. „Dann stand das Holzrohr allein, und es konnte mehr als die Hälfte am Stück herausgezogen werden.“

Bilder von der Baustelle:

Die EEW lässt einen Trinkwasserbrunnen bei Obernfeld sanieren. Die Brunnenbauer Heiko Fiedler und Jörg Illhardt von der Nordhäuser Firma Hydro-Geotechnik sind mit den Arbeiten beschäftigt.

Ausbürsten

Jetzt seien die Brunnenbauer dabei, mit einem Greifer das restliche Rohr Stück für Stück herauszunehmen. Abschließend werde das Loch ausgebürstet, um die restlichen Teile zu erwischen, erklärt Jörg Illhardt, einer der beiden Brunnenbauer. Zum Beispiel konnten sie mit dem Greifer nur wenig vom Pegelrohr fassen, ergänzt sein Kollege Heiko Fiedler.

Geophysikalische Messung

„Wenn das Loch frei ist, erfolgt eine geophysikalische Messung“, erläutert Adler die nächsten Schritte. Damit soll geklärt werden, wo sich Wasser-Zuläufe befinden. Danach werde festgelegt, wie der Brunnenaufbau gestaltet werde. So sei zum Beispiel die Frage zu klären, wo die Pumpe angesetzt werde. Bisher seien die Zuläufe in einer Tiefe von 20 bis 30 Metern gewesen, weshalb die Pumpe in der Mitte auf 25 Metern in einem Blindrohr eingesetzt wurde. Das Blindrohr soll verhindern, dass die Pumpe der direkten Strömung ausgesetzt ist. Allerdings kühle das Wasser die Pumpe auch, denn diese laufe durchaus zehn Stunden am Stück.

Neues Rohr aus PVC

Als erstes werde die neue Verrohrung eingesetzt. „Allerdings kein Holz-, sondern ein PVC-Rohr“, so Adler. „Wenn das sitzt, wird hinter dem Rohr neuer Filterkies aufgefüllt.“ Nach dem Einspülen des Kieses werde oben eine sogenannte Brunnenstube aufgesetzt, ein Betonelement in den Maßen drei mal drei mal 2,5 Meter. Die sei der Zugang zum Brunnen.

Altes Stahlschutzrohr Quelle: Rüdiger Franke

Stahlschutz

Das obere Ende des Rohres werde mit einem Stahlschutzrohr ummantelt. Dieses verhindere, dass auf den ersten 8,7 Metern Wasser durch die Sickerschlitze eindringen kann, „denn wir wollen an das tiefere Wasser, dass durch den Filterkies gelaufen ist“, so Adler.

72 Stunden

Vor der Inbetriebnahme werde ein Leistungspumpversuch über die Dauer von 72 Stunden gestartet, „um zu sehen, um wieviel der Wasserspiegel absinkt“, erklärt Adler. Danach können die Fördermenge bestimmt werden. „Wir gehen von einer Leistung von 35 Kubikmetern pro Stunde aus, ähnlich wie jetzt.“ Bevor der Brunnen für die Versorgung genutzt wird, werde das Wasser im Institut Fresenius analysiert. Erst dann geht der Brunnen ans Trinkwassernetz.

Passend zum Thema:

Sanierung des Trinkwasserhochbehälters bei Breitenberg (mit Galerie und Video)

Von Rüdiger Franke

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