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Gieboldehausen Thiel gibt Einblicke in Polizeiseelsorge
Die Region Gieboldehausen Thiel gibt Einblicke in Polizeiseelsorge
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17:00 09.11.2018
Beim Martinsempfang in der Bildungsstätte St. Martin hat sich deren ehemaliger Leiter Torsten Thiel mit einem Vortrag über die Arbeit von Polizeiseelsorgern verabschiedet – hier mit den Eichsfelder Pröpsten Bernd Galluschke (l.) und Hartmut Gremler. Quelle: Eichner-Ramm
Germershausen

„Aktuelle Herausforderungen für die Polizei und die Polizeiseelsorge“ – unter diesem Titel stand am Donnerstagabend der Vortrag, den Torsten Thiel zu seinem Abschied von der Bildungsstätte St. Martin im Rahmen des Martinsempfangs hielt. Seit 1. November widmet sich Thiel mit voller Arbeitskraft der Polizeiseelsorge für die Bistümer Hildesheim, Osnabrück und Vechta. Bisher war der Diplom-Theologe schon für die Polizeidirektion Göttingen als Seelsorger im Dienst. Insgesamt elf evangelische und katholische Seelsorger gibt es im Land Niedersachsen.

Abschied von einstiger Wirkungsstätte

An seiner einstigen Wirkungsstätte in der Bildungsstätte St. Martin in Germershausen berichtete er vor Vertretern des kirchlichen und politischen Lebens im Unter- wie im Obereichsfeld zum einen über thischen Fragen und Probleme, zum anderen über Fragen, mit denen sich ein Polizeiseelsorger befasst. Mit einem Filmausschnitt verdeutlichte Thiel eingangs, dass sich die Polizeiarbeit durch den Terrorismus verändert und eine neue Dimension erhalten habe. Und damit auch die Arbeit des Polizeiseelsorgers, so Thiel.

EU-weit habe es im Jahr 2017 bei den „unnatürlichen Todesfällen“ 25300 im Bereich der Verkehrsunfälle gegeben, 68 waren es im Zusammenhang mit Terrorismus, so Thiel. Nach dem Jahr 2016 mit terroristischen Anschlägen in Nizza, Würzburg, Ansbach und am Breitscheidplatz in Berlin im vergangenen Jahr sei es „ruhiger geworden“, so Thiel, aber das Thema lasse die Menschen nicht ganz los.

Angriffe auf Einsatzkräfte

Polizisten müssten trotz unklarer Lage in Minutenschnelle Entscheidungen treffen, führte der Polizeiseelsorger am Beispiel der Geiselnahme von Köln vor wenigen Wochen aus und sprach davon, dass auch Alltagssituationen für die Beamten bedrohlich werden könnten. „Es scheint eine Tendenz zu sein, dass immer mehr Rettungskräfte oder Polizisten angegriffen werden“, so Thiel und mancher Vertreter der Einsatzkräfte im Saal der Bildungsstätte pflichtete ihm bei.

Am Beispiel des Amoklaufs im Jahr 2002 an einem Erfurter Gymnasium schilderte Thiel die Situationen, mit denen es Polizisten zu tun hätten. Reinzugehen, ohne zu wissen, was einen erwarte und mit der Sorge, dass das eigene Leben bedroht sein könnte, das sei „nicht ohne“. Auch als Seelsorger „knabbert man daran“, sagte Thiel. Ähnlich sei das bei Terrorlagen. 2015 war das Länderspiel in Hannover wegen Terrorverdachts kurzfristig abgesagt und das Stadion geräumt worden. „Der Polizeiseelsorger ist dafür da, nach solchen Einsätzen mit den Kolleben zu sprechen“, sagte der Referent anhand des weiteren Beispiels. „Extremsituationen sind nicht alltäglich.“

„Extremsituationen sind nicht alltäglich“

Am Beispiel des Amoklaufs im Jahr 2002 an einem Erfurter Gymnasium schilderte Thiel die Situationen, mit denen es Polizisten zu tun hätten. Reinzugehen, ohne zu wissen, was einen erwarte und mit der Sorge, dass das eigene Leben bedroht sein könnte, das sei „nicht ohne“. Auch als Seelsorger „knabbert man daran“, sagte Thiel. Ähnlich sei das bei Terrorlagen. 2015 war das Länderspiel in Hannover wegen Terrorverdachts kurzfristig abgesagt und das Stadion geräumt worden. „Der Polizeiseelsorger ist dafür da, nach solchen Einsätzen mit den Kolleben zu sprechen“, sagte der Referent anhand des weiteren Beispiels. Er sagte aber auch: „Extremsituationen sind nicht alltäglich.“

Thiels Vortrag thematisierte auch Fragen zum Schusswaffengebrauchs durch Polizisten. „Wird mit dem finalen Rettungsschuss die Würde des Menschen verletzt? Und darf der Polizist das?“ Thiel nannte entsprechende Passagen aus dem Grundgesetz und kirchlichen Schriften und kam am Ende zu dem Schluss, dass nicht das Leben das höchste Gut sei, sondern die Würde. Die Bedingungen für einen Schuss aus Notwehr, seien klar geregelt. „Wenn der Angriff bereits abgeschlossen ist, ist die Tötung nicht mehr Notwehr sondern Rache.“

Von Britta Eichner-Ramm

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