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Gieboldehausen Elf iranische Flüchtlinge getauft
Die Region Gieboldehausen Elf iranische Flüchtlinge getauft
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00:18 15.12.2016
Zur Vorbereitung hatte sich der Pastor mehrfach mit den Iranern getroffen. Quelle: Franke
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Wollershausen

„Sie sind weite Wege gegangen und haben Grenzen überwunden“, sagte Edelmann im Gotesdienst. Die elf Iraner - eine Familie mit drei Kindern, eine Familie mit einem Neugeborenen, ein erwachsener Mann mit seinem Vater und eine Einzelperson - müssten nach ihrer Flucht in einer neuen Kultur leben. Auch der Wechsel von einer Religion zu einer anderen sei ein weiter Weg, der gut vorbereitet sein müsse. Zur Vorbereitung hatte sich der Pastor mehrfach mit den Iranern getroffen. „Sie haben mit mir auf Persisch und Deutsch das Matthäusevangelium gelesen“, berichtete er. Außerdem hätten sie den Gottesdienst regelmäßig besucht, die christlichen Gebräuche und Feste kennengelernt und die Kirche in Wollershausen erkundet. „Man muss zunächst einmal die Grundlagen schaffen. Dinge erklären, die für uns selbstverständlich sind“, sagt Edelmann und nennt die Bedeutung der Adventszeit als aktuelles Beispiel. „Bei uns weiß jedes Kind, was der Advent bedeutet, für die Iraner ist das ein ganz neues Feld.“

Edelmann warb für Vertrauen. Als Beispiel nannte er Johannes den Täufer: „Er war schon ein komischer Typ - von seiner Erscheinung und seinem Lebensstil. Dann beschimpfte er die Leute auch noch und rief sie gleichzeitig auf, Gott zu vertrauen.“ Ein kleines bisschen Vertrauen bringe schon sehr viel. Oft sei die erste selbstverständliche Reaktion die beste: „Viele überlegen dann aber erst noch einmal und schieben den Gedanken dann doch wieder weg“, sagte der Pastor. „Wenn einer freundlich grüßt, einfach zurückgrüßen und nicht denken: Den kenn ich doch gar nicht.“

Vertrauen gegenüber den Flüchtlingen sei vor allem in Wollershausen vorhanden, hebt Edelmann das gute Miteinander hervor. „Flüchtlinge haben ab und zu für die Kirchengemeinde sowie für die gemeinsame Adventsfeier von politischer und kirchlicher Gemeinde gebacken, berichtete der Pastor. Einige singen zurzeitim Kirchenchor und bereiten sich so auf Weihnachten vor. Die meisten Gottesdienste werden dabei von einem Übersetzer begleitet.

Auch im Anschluss an den Taufgottesdienst luden die Getauften die Gemeindemitglieder zu Selbstgebackenem mit Tee oder Kaffee ein. „Für sie ist die Taufe ein Zeichen neben anderen, dass sie als Flüchtlinge zu unserer Gesellschaft dazugehören“, sagte Edelmann abschließend.

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