Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Gieboldehausen Geflüchtete Iraner in Wollershausen bedanken sich
Die Region Gieboldehausen Geflüchtete Iraner in Wollershausen bedanken sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 11.04.2018
In der St. Marienkirche, Wollershausen hat sich die persische Familie Mohamadiyan von der Kirchengemeinde und demOrt Wollershausen für die freundliche Aufnahme im Dorf bedankt. Die in Wollershausen getaufte Familie hat mittlerweile eine Wohnung in Northeim gefunden. Quelle: Peter Heller
Anzeige
Wollershausen

Mahdi Eslamizadeh Mohammadyan lächelt, als er den Gemeindemitgliedern nach dem Gottesdienst in der Marienkirche Kaffee einschenkt. Der 42-jährige Iraner und seine Familie haben eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre erhalten.

Der Iraner schüttelt viele Hände. Viele Gemeindemitglieder wollen nach dem Gottesdienst mit ihm und seiner Familie sprechen. Die Leute scherzen in der Kirche bei einer Tasse Kaffee oder Tee und Gebäck. „Wir haben in der Kirche viele Menschen kennen gelernt“, sagt Mohammadyan. „Sehr freundliche Menschen.“

Die Familie Mohammadyan ist vor fast zwei Jahren aus der iranischen Stadt Mashad nach Wollershausen gekommen. Mashad ist mit über drei Millionen Einwohner die zweitgrößte Stadt Irans. Sie ist ein politisches und religiöses Zentrum, das jährlich von mehr als 20 Millionen Touristen und Pilgern besucht wird.

Maedeh (von links), Naser, Jeganeh und Zohreh mit persischen Leckereien. Quelle: Swen Pförtner

Taufunterricht mit Dolmetscher

Die Familie Mohammadyan kam nach Deutschland, weil sie hier als Christen leben wollen. Sie gehören zu den 19 Geflüchteten, die Pastor Jens-Arne Edelmann in den vergangenen zwei Jahren getauft hat. Der Taufunterricht fand mit Dolmetscher statt. „Es gibt viele Kirchen im Iran“, sagt Omid Korshidi, der 31 Iraner spricht schon etwas besser Deutsch und dolmetscht. „Aber es ist verboten, zu konvertieren“, erläutert er. Nach der Scharia kann das mit dem Tode bestraft werden.

Mahdi Mohammadyan und seine Frau Zohre haben zwei Söhne im Alter von zehn und 18 Jahren und eine Tochter, die sechzehn ist. Seit letztem Jahr haben sie außerdem ein Baby. Eine weitere Tochter des Ehepaars Mohammadyan lebt im Iran. Sie ist dort verheiratet. Mohammadyan hat in seiner alten Heimat als Ingenieur gearbeitet. Er hatte eine Firma, die Fahrstühle gebaut hat. Seine Frau half im Geschäft. Mohammadyan entschuldigt sich manchmal für sein schlechtes Deutsch. Zum Sprachkurs fährt er nach Duderstadt. Die deutsche Sprache sei schwierig, sagt Mohammadyan. Auch wegen der vielen Artikel. „Englisch ist viel einfacher“. In der Volkshochschule belegt die Familie aus dem Iran, die in Wollershausen die Kirche geputzt hat, auch einen Integrationskurs „Leben in Deutschland“. Sie lernen über etwas über das politische System der Bundesrepublik und auch etwas über die Geschichte, den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach.

„Die Familie Mohammdyan ist eine Bereicherung für die Gemeinde“, sagt Pastor Edelmann. Im Vergleich zu den Menschen in Iran seien die Deutschen viel öfter für sich und vereinzelt, teilt Edelmann mit. Die Iraner seien es gewohnt, öfters mit vielen Leuten zusammen zu kommen. Sie träfen sich öfters draußen und seien nicht so oft in ihren Häusern. Mohammadyan würde gerne wieder arbeiten, doch seine Arbeitszeugnisse werden in Deutschland nicht anerkannt. Deswegen will der Unternehmer noch einmal eine Ausbildung machen. „Als Elektriker oder Mechaniker. Aber zuerst muss das Deutsch besser werden.“

Hilfe für Flüchtlinge in Wollershausen

Die Iraner hätten manchmal Heimweh, übersetzt Khorshidi. „Aber das liegt an uns, weil wir unsere Familien im Iran vermissen. Deutschland ist ein schönes Land und es gibt hier viele freundliche, hilfsbereite Menschen.“ Einer, der der Familie sehr geholfen hat , ist Theo Sommer. Er half bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche und, wenn es darum ging, eine Schule für die Kinder zufinden oder eine neue Einrichtung. Sommer arbeitet bei der Osteroder Tafel. „Er ist fast wie ein Vater für uns“, sagt Zohre Mohammadyan. Die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) hilft auch. Sie betreibt in Wollershausen eine Notunterkunft für Flüchtlinge, in der etwa 70 Personen leben. Die GAB leiste „eine Grundhilfe“, sagt Pastor Edelmann. Darüber hinaus gebe es viel Hilfsbedarf.

Familie Mohammadyan ist froh, eine neue, größere Wohnung in Northeim gefunden zu haben, wo der Sohn auch die Grundschule besucht. Sie pflegt den Kontakt zur Kirchengemeinde in Northeim. „Wir danken Pastor Edelman und auch seiner Frau“, sagt das Ehepaar.

Von Julian Habermann

Die Hahlebrücke im Verlauf der Bundesstraße 27 in Gieboldehausen wird in den kommenden Jahren neu gebaut. Der regionale Verkehr soll während der rund eineinvierteljährigen Bauphase über ein Ersatzbauwerk geführt werden.

10.04.2018

Die Mitglieder des zum Fleckenrat Gieboldehausen gehörenden Bauausschusses haben sich gegen die Einrichtung eines Kreisels im Einmündungsbereich der B 247 in die B 27 ausgesprochen. Sie lehnten einen entsprechenden Antrag des beratenden Mitglieds Reiner Deeg (Grüne) ab.

09.04.2018

Gabriele Lorenz soll neue Seniorenbeauftragte in Gieboldehausen werden. Dies haben die Mitglieder des zum Gemeinderat gehörenden Kulturausschusses am Mittwochabend einstimmig empfohlen. Die 68-Jährige möchte ihr Ehrenamt zum 1. August antreten.

08.04.2018
Anzeige