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Gieboldehausen Rat wünscht neue Schnellbuslinie
Die Region Gieboldehausen Rat wünscht neue Schnellbuslinie
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00:26 24.03.2018
Von Gieboldehausen können Fahrgäste mit Umsteigen in Rhumspringe nach Herzberg gelangen. Quelle: Christina Hinzmann
Gieboldehausen

Mit einer Schnellbusverbindung von Herzberg über Gieboldehausen nach Göttingen soll nach einstimmigem Votum des Gemeinderates Gieboldehausen das Busnetz ergänzt werden. Aus Sicht des Zweckverbandes Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) gibt es derzeit nicht das notwendige Fahrgastpotenzial für eine solche Linie.

Die vorgeschlagene Verbindung könne ein Signal für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sein, sagte Antragssteller Reiner Deeg (Grüne) während der jüngsten Ratssitzung. In der Gesellschaft sei angekommen, „dass wir den Individualverkehr so wie er bisher geleistet wurde, nicht mehr lange ertragen können, was die Umwelt und die Ressourcen betrifft“.

Ratsherr hält Plädoyer für neue Buslinie

Gieboldehausen liege an der Hauptverkehrsstraße im neuen Landkreis Göttingen mit dem meisten Verkehr von Pendlern, Touristen und Schülern. Die angeregte Linie könne mit der geplanten Schnellbusverbindung von Duderstadt über Ebergötzen nach Göttingen verknüpft werden. Deeg verwies darauf, dass sich von Herzberg mit der Bahn „perfekt“ viele Bereiche des Landkreises Osterode erreichen ließen. „So etwas kann sich definitiv rechnen und es wird sich definitiv rechnen“, sagte Deeg. Der Rat beauftragte die Verwaltung des Fleckens, mit dem Landkreis Göttingen „beziehungsweise den Trägern des öffentlichen Personennahverkehrs“, namentlich dem ZVSN, die Möglichkeiten auszuloten.

„Wichtig ist immer, dass ein Fahrgastpotenzial da ist“, sagte Ulrich Peter, Verkehrsplaner beim ZVSN, auf Tageblatt-Anfrage. Für eine Schnellbusverbindung von Herzberg über Gieboldehausen nach Göttingen sehe er aus betriebswirtschaftlicher Sicht kaum Perspektiven. Peter erinnerte daran, dass es von Herzberg nach Göttingen stündlich eine Zugverbindung gebe. „Niemand aus Herzberg würde einen Bus benutzen, der morgens am Roringer Berg etliche Zeit im Stau verbringt“, meinte der Verkehrsplaner. Auch für Busse, die nur von Gieboldehausen nach Herzberg und zurück fahren, gebe es aus Sicht des ZVSN kein Potenzial. „Wir haben im Moment praktisch noch keine Schulverkehre zwischen Herzberg und Gieboldehausen“, verdeutlichte Peter. Die „Basiszielgruppe“ des Öffentlichen Personennahverkehrs fehle damit.

Peter verwies darauf, dass im Februar das Angebot auf der Linie Herzberg - Rhumspringe ausgebaut worden sei. Dies führe nicht nur in Richtung Duderstadt, sondern auch in Richtung Gieboldehausen zu vermehrten Fahrmöglichkeiten an den Ziel- und Startpunkt oder Umsteigeort Herzberg. „Ich kann mir vorstellen, dass wir mittelfristig auch noch versuchen, Gieboldehausen besser an Rhumspringe anzubinden“, kündigte Peter an.

Nahverkehrsplan soll die Richtung vorgeben

Im Nahverkehrsplan, „das ist quasi die Bibel, nach der wir uns zu richten haben“, sei die Verbesserung der Verbindung zwischen Herzberg und Duderstadt ein Thema gewesen. Der ZVSN habe sich außer mit der Route über Rhumspringe auch mit der Variante über Gieboldehausen befasst. „Wir haben uns aber aus technischen Gründen dagegen entschieden“, erklärt Peter. Die Taktlagen seien „traditionell gewachsen“, es gebe viele Stammkunden, die sich „genau in diesen Zeitfenstern bewegen“ und die Schulschlusszeiten würden damit gut abgedeckt. Ein Anschlussbus, der von Gieboldehausen aus nach Herzberg fahren würde, käme zu einem Zeitpunkt am Herzberger Bahnhof an, an dem keine unmittelbaren Umsteigemöglichkeiten in Züge in Richtung Northeim-Göttingen, Osterode-Braunschweig oder Nordhausen bestünden.

In Richtung Göttingen könnten sich durch die Inbetriebnahme der Schnellbusverbindung von Duderstadt in die Universitätsstadt im kommenden Jahr auch die Fahrtmöglichkeiten vom Flecken in das Oberzentrum verbessern. Denkbar sei, die Strecke von Gieboldehausen bis Ebergötzen mit Anschlussbussen zu den Schnellbussen zu versehen, so dass möglicherweise ein Halbstundentakt entstünde. Peter: „Das prüfen wir, ob das betrieblich machbar ist.“

Von Axel Artmann

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