Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Gieboldehausen Ratsmitglieder kritisieren Schulschließung
Die Region Gieboldehausen Ratsmitglieder kritisieren Schulschließung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 01.03.2018
Außenansicht der Grundschule in Bodensee . Quelle: Richter
Anzeige
Bodensee

Die Grundschule Krebeck/Bodensee wird nach einem Beschluss des Samtgemeinderates Gieboldehausen aufgehoben. Sechs Mitglieder des Gemeinderates Bodensee haben erklärt, dass sie „mit der Entscheidung nicht einverstanden sind“.

Sie stelle „ein falsches Signal zur strukturellen Stärkung des ländlichen Raumes dar“, meinen Anne Beußhausen, Karin Jünemann (UWB), Michael Faulwasser, Reinhard Fuchs (beide SPD), Roland Jünemann und Gerrit Kühne (beide CDU), die alle Mitglieder des Gemeinderates Bodensee sind. Noch vor einem Jahr hätten die Entscheidungsträger der Samtgemeinde die Entwicklung der Grundschulstandorte anders gesehen. Die Unterzeichner verweisen auf einen Tageblatt-Bericht vom 13. Februar 2017. Darin heiße es, dass die damalige Zahl der Erstklässler von 116 nach den Sommerferien 2017 auf 134 ansteigen sollte. Thomas Ehbrecht (CDU) habe von einer erfreulichen Entwicklung gesprochen, die auch mit der Entwicklung der Baugebiete zusammenhänge. Alle Grundschulstandorte seien gesichert und gut aufgestellt. Die Gemeinderatsmitglieder verweisen auf Prognosezahlen, wonach es nach einem Rückgang auf 96 ABC-Schützen im Schuljahr 2018/19 in den Folgejahren wieder aufwärts gehe.

Unterzeichner der Erklärung stellen Fragen

Die Unterzeichner fragen, ob sich an den Prognosen etwas geändert habe, warum der Samtgemeinderat von seinen Positionen abweiche, die Entscheidung über Schuleinzugsbezirke nicht diskutiert werde, was aus dem Schlagwort „Kurze Wege für kurze Beine“ geworden sei und unter Hinweis auf eine Position der SPD-Kreistagsposition, wie ernst es mit der Stärkung des ländlichen Raumes gemeint sei, wenn öffentliche Dienstleistungen wie eine wohnortnahe Grundschule verschwinden. Ausschlaggebend für die Entscheidung scheine die Tatsache gewesen zu sein, dass im neuen Schuljahr eine sehr große Anzahl von Eltern ihre Kinder an der Grundschule Bilshausen angemeldet hätten. Die Begründung sei „zu kurz gegriffen und nicht zukunftsorientiert“. Die aktuell zurückgegangenen Zahlen seien „in einer Konfliktsituation mit der damaligen Schulleitung begründet, die inzwischen ausgeräumt ist“. Es könne davon ausgegangen werden, dass Eltern ihre Kinder wieder in der Grundschule Krebeck/Bodensee anmelden, „insbesondere wenn das Ganztagsangebot ausgebaut werden würde“.

Die derzeit noch kleinen Klassen der Grundschule „ermöglichen die gezielte und individuelle Förderung der Kinder auch unter Inklusionsaspekten“. Der dörfliche Charakter fördere die Identifizierung der Kinder mit der unmittelbaren Lebenswelt. Die Schule sei Teil des öffentlichen Lebens.

Samtgemeinde verschickt Briefe an Eltern

Die Unterzeichner sehen sich in ihren Bemühungen „konterkariert“, jungen Familien außer baulichen Möglichkeiten auch schulische Infrastruktur im Ort anbieten zu können. Auch darum siedelten sie sich in Bodensee an. „Merkwürdig“ sei, dass die Samtgemeinde noch vor der Entscheidung an einige Eltern in Bodensee Briefe verschickt habe, die den Eindruck vermittelt hätten, die Aufhebung und damit die Beschulung ihrer Kinder in Bilshausen sei bereits beschlossen. Am Ende des Schreibens werde die Möglichkeit eingeräumt, bis Mitte Februar andere Wünsche zu äußern. Junge Eltern, denen nicht die Möglichkeit der Äußerung eingeräumt worden sei, „haben für den Beschluss kein Verständnis und wünschen den Erhalt der Grundschule.“

Von Axel Artmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Wollershausen haben sich in den vergangenen zwei Jahren 19 Flüchtlinge taufen lassen. Doch ihre Lebensgeschichten nehmen unterschiedliche Richtungen: Einige sind als Flüchtlinge anerkannt, andere bekamen einen Abschiebebescheid. Nach dem sonntäglichen Gottesdienst erzählen sie von ihrem Schicksal.

01.03.2018
Gieboldehausen Gieboldehäuser Pfadfinder feiern - Segen für neuen Bulli

Mit einer Bully-Party haben die Gieboldehäuser Pfadfinder Spendern und Unterstützern gedankt. Die hatten es nämlich ermöglicht, das der alte, defekte VW-Bus durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden konnte.

26.02.2018
Gieboldehausen Unfallflucht in Gieboldehausen - Polizei sucht rotes Fahrzeug

Schaden in Höhe von etwa 1700 Euro hat am Donnerstagabend ein unbekannter Verkehrsteilnehmer an einem Golf verursacht, der auf einem Restaurant-Parkplatz in Gieboldehausen abgestellt war. Jetzt sucht die Polizei nach einem roten Fahrzeug.

23.02.2018
Anzeige