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Gieboldehausen Gläubige treffen sich auf dem Höherberg
Die Region Gieboldehausen Gläubige treffen sich auf dem Höherberg
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00:18 13.09.2017
Die Predigt des Plattdeutschen Gottesdienstes hielt Diakon Gerhard Blank. Quelle: Vera Wölk
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Wollbrandshausen

Zu einer „Plattdüütschen Kerken“ haben die Gläubigen sich am Sonntagnachmittag an der Wallfahrtskapelle zu Ehren der 14 Heiligen Nothelfer auf dem Höherberg versammelt.

Der von den Plattdüütschen Frünnen Eichsfeld organisierte ökumenische Gottesdienst gehört zur Aktion „Freedach is Plattdach“, die im September niedersachsenweit stattfindet. Mit ihr soll die plattdeutsche Sprache wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen der evangelische Pausenchor aus Lerbach und der Männergesangverein Concordia aus Bilshausen. „Der Posaunenchor aus Lerbach ist bereits zum 19. Mal dabei“, berichtete Werner Grobecker, Präsident der Plattdüütschen Frünne Eichsfeld.

Zu einer „Plattdütschen Kerken“ trafen die Frünne sich zum 28. Mal auf dem Höherberg. „Bereits seit mehr als 150 Jahren kommen die Menschen hierher auf den Höherberg um gemeinsam zu singen und zu beten. Dies wollen wir heute auch machen“, erklärte Grobecker in seiner Begrüßung.

Predigt auf Plattdeutsch

Während des Gottesdienstes wurde kein hochdeutsches Wort gesprochen, deshalb hielt auch Diakon Gerhard Blank aus Nesselröden seine Predigt auf Plattdeutsch. „Wir sind hier oben an einer historischen Stelle, von der aus wir einen guten Blick auf unsere Heimat haben“, wandte er sich an die etwa 150 Gläubigen. In seiner Predigt ging der Diakon auf die Stelle ein, an der Jesus seine Jünger fragt, wofür sie ihn halten. Auch die heutigen Gläubigen ständen in der Nachfolge Jesus und sollten daher genau, wie Jesus es war ein Fels in der Kirche sein. „Jesus steht neben uns, auch wenn wir zweifeln“, so Blank. Denn er halte die Kirche auch in Zeiten der Neuordnung zusammen. „Jesus vertraut uns und lässt uns daher nicht fallen“, so Blank. Daher sollten die Gläubigen, sich besonders in der heutigen Zeit, ebenfalls gegenseitig Halt geben.

Der Höherberg sei für die Gläubigen ein Schutzraum, in dem sie Kräfte sammeln können. „Hier gibt Gott uns Hoffnung und Kraft für unseren Lebensweg“, sagte Blank. Zudem möchte er an diesem Ort auch die Tränen, zum Beispiel der Trauer, wegwischen, diese sollten dann neue Hoffnung Platz machen. „Das Herz soll dafür auf dem Höherberg geöffnet werden. Denn auch hier ist Jesus bei uns“, sagte der Diakon. Denn er sei der Eckstein ihres Schutzraums. Zudem habe jeder schon einmal erlebt, dass Jesus ihm auch dann einen Weg zeigt, wenn er eigentlich denkt, dass es nicht mehr weitergehe. „Wir können mit unserem Glauben selbst neue Wege und Brücken bauen. Hierzu zählen auch Kulturen, wie unsere Eichsfelder Sprache. Wir können stolz sein, dass wir sie noch sprechen können“, erklärte Blank.

Jeder Mensch habe den passenden Schlüssel zu den Herzen der anderen in seiner Hand. Denn durch Liebe sollen Frieden gestiftet werden. Dadurch sei auch die Himmelstür erreichbar. Für die Teilnehmer war der ökumenische Gottesdienst eine gute Gelegenheit, wieder einmal nicht nur platt zu sprechen, sondern auch zu singen.

Von Vera Wölk

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