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Gieboldehausen Motorisierte Perlen im Eichsfeld unterwegs
Die Region Gieboldehausen Motorisierte Perlen im Eichsfeld unterwegs
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10:00 27.06.2018
Heinrich Gutterwill und sein Sohn Florian mit ihren Heinkel-Perlen (v.l.). Quelle: Artmann
Gieboldehausen

Ausrichter Heinrich Gutterwill möchte die Freunde des Klassikers vor dem Niedersachsenhof begrüßen. Als Organisator von Perle-Treffen in seinem Heimatort ist der Eichsfelder längst ein alter Hase. Bereits 2007, 2008, 2010, 2014 und in den beiden vergangenen Jahren hatte er Perle-Besitzer in die Region geholt. Gestartet mit neun Mitwirkenden sei die Zahl der Teilnehmer an den Treffen seitdem kontinuierlich gestiegen.

Nur noch 100 Perlen sind bundesweit betriebsbereit

Selbst besitzen Gutterwill und sein Sohn Florian vier Heinkel-Perlen. Hinzu kommt das älteste noch vorhandene Modell, die 55. Perle, die 1955 in der ersten Produktionswoche das Werk in Stuttgart-Zuffenhausen verließ. Diese hat er einem Museum in Düsseldorf bereitgestellt.

Vermutlich 150 der kultigen Fortbewegungsmittel sind bundesweit noch betriebsbereit, berichtet Gutterwill. „Die sind früher gut gelaufen, heute laufen sie immer noch“, erklärt der gelernte Kfz-Schlosser. Ihm gefällt besonders der „heulende Ton“, der entstehe, „weil die Zahnräder ineinander quer laufen“.

Die Teilnehmer des Treffens seien in der Regel zwischen 72 und 80 Jahre alt. Ausnahme sei sein Sohn. „Das ist eine lustige Truppe“, sagt der 24-Jährige, dessen Leidenschaft für die Perlen durch seinen Vater geweckt wurde. Ihn begeistere die „alte Technik“, es seien nicht die „Plastikbomber“ wie man sie aus heutiger Zeit kenne. „Man kann und muss sehr viel selber machen, weil Ersatzteile Mangelware sind.“

Perlen sind hinten und vorne gefedert

Elektronik spiele bis auf Zündung und Licht kaum eine Rolle. Assiszenzsysteme gebe es nicht. Ein besonderes Merkmal der Perlen sei, dass sie vorne und hinten gefedert seien. Dies steigere den Fahrtkomfort enorm. Das mache sich besonders bei Touren über Feldwege bemerkbar. Das Moped wiege betriebsbereit 33 Kilo, der Leichtbaurahmen besteht aus einer Silizium-Aluminium-Legierung. „Die kann man mit zwei Fingern schieben“, betont Florian Gutterwill, der in Göttingen studiert.

„Die Kabeldurchführung läuft im Rahmen“, benennt sein Vater eine andere Besonderheit. Während andere Modelle in der Regel eine Kette für den Pedalbetrieb und eine für den Motorbetrieb hätten, habe das Modell „Perle“ eine Kette, die im Ölbad laufe und für beide Funktionen da sei.

„Der Tank ist in den Rahmen integriert“, berichtet Heinrich Gutterwill, der mit sechzehn Jahren seine erste Perle hatte. Durch Bekannte wurde sein Interesse geweckt, sich im Jahre 1999 wieder eins der alten Modelle zuzulegen, das er im Internet fand. 27000 Modelle seien von 1955 bis 1957 insgesamt in Stuttgart-Zuffenhausen produziert worden. Hinzu kamen 300 in Marokko. Zu den Lieblingsstrecken von Vater und Sohn gehört die Straße von Sieber nach St. Andreasberg.

Teilnehmer besichtigen Biogasanlage

Am Eröffnungstag besichtigen die Teilnehmer die Biogasanlage, bevor sie abends beim Schlachtebuffet im Niedersachsenhof viele Benzingespräche führen. Am zweiten Tag ist eine Fahrt zur Scholmzeche in Bad Lauterberg geplant, anschließend führt die Route nach St. Andreasberg und im Anschluss an eine Besichtigung des Welfenschlosses in Herzberg zurück zum Ausgangspunkt. Ziele am Sonnabend sind die Heinz Sielmann Stiftung und das Grenzlandmuseum Eichsfeld.

Von Axel Artmann

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