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Gieboldehausen Nachtfahrverbot für Lkw auf B 247 gefordert
Die Region Gieboldehausen Nachtfahrverbot für Lkw auf B 247 gefordert
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17:37 04.09.2018
In Obernfeld ist der Bürgersteig an einigen Stellen extrem schmal. Quelle: Rüdiger Franke
Obernfeld / Göttingen

Ein Nachtfahrverbot für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen auf der Bundesstraße 247 zwischen Duderstadt und Gieboldehausen fordert die Kreistagsgruppe Die Linke / Piraten / Partei. Der Antrag wird am Mittwoch, 5. September, im Göttinger Kreistag diskutiert.

Mit dem Antrag soll eine Entlastung der Anlieger an der B 247 in den Ortschaften Obernfeld und Mingerode erreicht werden, erläutern die Unterzeichner Eckhard Fascher und Hans Georg Schwedhelm in der Begründung. Der LKW-Verkehr führe besonders in Obernfeld zu einer Lärm- und Schadstoffbelastung. Hintergrund sei dort auch eine besonders enge Ortsdurchfahrt. Die Mitglieder der Kreistagsgruppe fordern eine Sperrung für Gefahrguttransporte auf der B 247 zwischen den Einmündungen auf die B 27 bei Gieboldehausen und die B 446 bei Duderstadt. Darüber hinaus soll die Strecke für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen von 22 bis 7 Uhr gesperrt werden. Anliegerverkehr sei davon ausgenommen.

Alternativstrecke über B27

Für den Lkw-Verkehr gebe es eine alternative Strecke über die B 27 in Richtung Ebergötzen und die Möglichkeit der Weiterfahrt auf der B 446 an Seulingen/Esplingerode vorbei nach Duderstadt, heißt es in der Begründung weiter. Dabei müssten keine Ortschaften durchfahren werden. Diese Strecke sei ohne Zweifel länger als über Mingerode und Obernfeld, sei aber dem überörtlichen Lkw-Verkehr zuzumuten. Möglichweise führe es auch dazu, dass eine Verlagerung des Lkw-Verkehrs stattfinde.

Bei einem Nachtfahrverbot werde auf jeden Fall eine Verlagerung des Problems stattfinden, sagt Carsten Kolle von der Duderstädter Spedition Waldmann. Denn es sei ausgeschlossen, dass der Fuhrpark bis 6 Uhr stehenbleiben könne, da Lieferzeiten eingehalten werden müssen. Dazu bedeuten Mehrkilometer mehr Abgase und höhere Kosten. Kolle verweist auf die am 1. Juli eingeführte Maut auf allen Bundesstraßen. Das summiere sich schnell bei der Menge der gefahrenen Kilometer, ergänzt Christian Huke, Geschäftsführer der Gieboldehäuser Spedition Sommer. Seit der Mauteinführung habe er im Monat Mehrkosten von rund 12000 Euro. Und die Mehrkosten trage letztendlich der Endverbraucher. „Ich kann die Diskusssion aus Sicht der Anwohner aber nachvollziehen“, sagt Kolle.

„Wir haben viele Kinder“

„Während der Antrag vor allem auf die Lärm- und Schadstoffbelastung abzielt, ist für uns der Sicherheitsaspekt ein wichtiger Faktor“, erklärt Obernfelds Bürgermeister Karl-Bernd Wüstefeld (CDU). „Wir haben viele Kinder, die die Hauptstraße nutzen“, sagt er. Dort geht auch der Sohn von Michaela Nolte auf dem Weg zur Schule. Er sieht es locker, doch seine Mutter macht sich Sorgen. „Der Bürgersteig ist schmaler als der Schulranzen“, zeigt sie auf eine Stelle, an der eine Hausecke bis fast an die Straße reicht. Sie werde morgens von den Lkw geweckt. Gegen 5.30 Uhr werde der Verkehr stärker. Wenn die Schule beginne, sei die Hauptverkehrszeit. Also bleibe die Wahl, entweder im dichten Verkehr die Straße zu überqueren und vor der Schule die Ampel zu nutzen oder sich an dem Engpass vorbeizuquetschen.

Die Gemeinde habe bereits 2015 einen Antrag auf ein Nachtfahrverbot gestellt, erzählt Wüstefeld. Das sei vom Landkreis abgelehnt worden mit dem Verweis auf eine Lärmkartierung aus dem Jahr 2009, in der nur drei bis vier Haushalte betroffen seien. Aktuell gebe es eine neue Lärmkartierung des Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim. Dabei sei festgestellt worden, dass die Ortsdurchfahrt zwar knapp unter den Grenzwerten liege, aber trotzdem aufgenommen werden könne. Deshalb soll die Gemeinde jetzt einen Lärmaktionsplan mit Maßnahmen aufstellen, welche die Anwohner vor Lärm schützen. Der größte Wunsch sei dabei die möglichst schnelle Umsetzung der Umgehungsstraße, die den Verkehr an Obernfeld und Mingerode vorbeiführe.

Von Rüdiger Franke

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