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00:23 05.06.2018
Für ein sicheres Gefühl bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat am Sonnabend die Präventionsveranstaltung „Sicher unterwegs!“ vor dem Schloss Gieboldehausen gesorgt. Quelle: Hausmann
Gieboldehausen

Für ein sicheres Gefühl bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat am Sonnabend die Präventionsveranstaltung „Sicher unterwegs!“ vor dem Schloss Gieboldehausen gesorgt. Vor allem Senioren und Mobilitätseingeschränkte konnten Unsicherheiten abbauen.

Auch Berührungsängste bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) konnten auf der Präventionsveranstaltung abgebaut werden. Die Gemeinde Gieboldehausen wollte auf diesem Weg möglichen Vorbehalten entgegenwirken und für den rechtzeitigen Umstieg vom Auto in die öffentlichen Verkehrsmittel werben. Die Veranstaltung in Gieboldehausen war die erste Veranstaltung des Programms „Sicher unterwegs!“ und wurde gemeinsam mit der Polizeiinspektion Göttingen und dem Verkehrsunternehmen vor Ort durchgeführt. Beteiligt waren außerdem die Göttinger Verkehrsbetriebe (GoeVb), Regionalbus Braunschweig (RBB), der Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN), der Zwecksverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen, das Sanitätshaus O-r-t und die Polizeiinspektion Göttingen. Infostände und Stationen zu den Themen Tarif, Kriminalprävention und Verhalten im Bus und an Haltestellen standen für offene Fragen bereit und machten das Busfahren verständlich. Der Rollator-Parcour und -test waren einzelne Stationen, die die Gäste zum Mitmachen bewegte.

Schwer verständliche Fahrpläne

„Es ist gut, auch mal auf Bewährtes zu setzen“, sagte Maria Bock, Bürgermeisterin von Gieboldehausen. Die FSJlerin Luna Marie Quinque vom Caritasverband Südniedersachsen hatte die Idee, die öffentlichen Verkehrsmittel für Senioren und Mobilitätseingeschränkte verständlicher zu machen. Dabei entstand ein innerörtlicher Fahrplan für den Flecken Gieboldehausen, der die Buszeiten zeigt. „Es ist herausgekommen, dass die Fahrpläne nicht schlecht sind, sondern nur schwer verständlich“, erklärte Alexander Siems vom VSN. Auf dem Schlossgelände waren mehrere „Bushaltestellen“ verteilt, die es als Teilnehmer zu absolvieren galt. Gäste konnten so gleichzeitig sicherer im Umgang öffentlicher Verkehrsmittel werden und am Ende zur Belohnung ein Ticket erhalten, mit dem sie für drei Tage kostenlos den regionalen Busverkehr nutzen können.

Öffentliche Verkehrsmittel gelten als die sicherste Art, mobil zu sein. Gerade auf den Dörfern ist die Mobilität ein wichtiges Thema, sagte Bock. Aus Unsicherheit oder Vorbehalten würden viele Senioren häufig das Auto dem Bus vorziehen, obwohl möglicherweise die Voraussetzungen für das sichere Fahren altersbedingt nicht länger gewährleistet seien. David Gerlach, Leiter des Augenoptikgeschäfts Draeger + Heerhorst, bot kostenlose Seh- und Hörtests an. Wenn die Menschen häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen würden, kämen mehrere Kunden in das Geschäft. Heute machen wir viele Hausbesuche, weil die Menschen nicht mehr mobil sind, sagte Gerlach.

Versorgung älterer Generationen langfristig verbessern

Das Projekt „Dorf-FSJler, Dorf-BFDler und Flüchtlingstandems zur Verbesserung der sozialen Daseinsfürsorge im Eichsfeld“ von der Caritas setzt sich ebenfalls für die Mobilität auf den Dörfern ein. Ziel des Projektes sei es, die Versorgung älterer Generationen langfristig zu verbessern und soziale Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Menschen die angebotenen Busfahrten leichter nutzen können“, sagte Sandra Holzapfel, Projektkoordinatorin bei der Caritas. Vielen Senioren fehle der Ansprechpartner und für diejenigen, die nicht regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel nutzen, könne es schwer werden, sich zurechtzufinden.

Seit 2014 gibt es außerdem für den Stadtverkehr Einbeck die Informationsbroschüre „Bus fahren für Umsteiger“. Ab sofort ist der Flyer auch für Regionen erhältlich, in denen der RBB unterwegs ist. Vom Herausfinden der unterschiedlichen Abfahrtszeiten bis zum Ticketkauf ist dort alles Schritt für Schritt erklärt. „Aktionen wie heute sind vielleicht ein Startschuss fürs Umdenken“, spekulierte Polizeidirektor Rainer Nolte. Die Prävention sei immer wichtiger. Der Kauf von E-Bikes nehme zu, weiterhin wollen Senioren am Straßenverkehr aktiv teilnehmen. Nolte wünschte sich, dass Informationsangebote wie „Sicher unterwegs!“ einen „Leuchtturmcharakter“ für die umliegenden Gebiete entwickeln.

Behindertenbeauftragter des Landkreises Göttingen Wolfgang Peter reiste selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln an und setzt damit auf die Sicherheit für sich und seine Umgebung. Man müsse mehr Zeit einplanen, aber es ist gut möglich. Wenn beispielsweise die Busse in Zukunft häufiger und zahlreicher genutzt werden würden, als im Moment, würden diese auch mit kürzeren Abständen fahren. Nach Angaben von Bock muss die Politik mehr Geld in öffentliche Verkehrsmittel investieren, damit die Tickets günstiger und die Busse häufiger fahren können. Auch dort müsse es ein Umdenken geben.

Für ein sicheres Gefühl bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat am Sonnabend die Präventionsveranstaltung „Sicher unterwegs!“ vor dem Schloss Gieboldehausen gesorgt. Vor allem Senioren und Mobilitätseingeschränkte konnten und Unsicherheiten abbauen.

Von Lisa Hausmann

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