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Gieboldehausen Rüdershausen sucht neues Küsterehepaar
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11:59 10.10.2017
Schaffen die Arbeit aus körperlichen Gründen nicht mehr: Küsterehepaar Werner und Monika Arend. Quelle: Michael Caspar
Rüdershausen

„Wir schaffen die Arbeit nach mehr als 35 Dienstjahren aus körperlichen Gründen nicht mehr“, erklärt Werner Arend.

Im Juli 1982 hat das Ehepaar, das aus Rüdershausen stammt, die Aufgabe übernommen. „Hauptlehrer Aloys Bernd, der als Organist in der Kirche tätig war, sprach uns an“, erinnert sich Monika Arend. Bis dahin hatte sich die Haushälterin des damaligen Pfarrers, Karl Hellmold, um den Küsterdienst gekümmert. Sie litt aber zunehmend unter Demenz. Mit den Abläufen in der Kirche war das Ehepaar vertraut. Sie ist Lektorin, er Kommunionhelfer.

16 Jahre im Kirchenvorstand

Seither hat Monika Arend jeden morgen um 8 Uhr die Kirche auf- und abends gegen 18 Uhr wieder zugeschlossen. Mit ihrem Mann, der 16 Jahre lang im Kirchenvorstand saß, bereitet sie die Messen vor. Sie stellen die Heizung an, sorgen für Licht, legten die liturgischen Gewänder für den Pfarrer und die Messdiener heraus. Eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn muss jeweils alles fertig sein, damit der Pfarrer in der kleinen Sakristei seine Ruhe hat.

„Wenn wir dann während der Messe in der Bank sitzen, fragen wir uns immer, ob wir an alles gedacht haben“, erzählt Monika Arend. Ist die Lautsprecheranlage angestellt? Sind die Kännchen mit Wasser und Wein gefüllt? Reichen die Hostien für alle Gottesdienstbesucher oder muss der Pfarrer beim Austeilen einige brechen? Liegt der Schlüssel neben dem Tabernakel, wo überzählige Hostien nach der Wandlung aufbewahrt werden?

Liturgische Gewänder und Glocken

Monika Arend wäscht alle acht Wochen die liturgischen Gewänder des Pfarrers und alle halbe Jahr die der Messdiener. Jährlich lädt sie die zehn, bis zu fünf Kilogramm schweren Kerzenleuchter der Kirche in den Anhänger ihres Fahrrades. Sie reinigt sie zuhause.

„Wir sind auch für das Läuten der Glocken zuständig“, führt Werner Arend aus, ein gelernter Installateur. Dazu gibt es eine Fernbedienung. Er schaut regelmäßig nach dem Geläut und ist Ansprechpartner für den Glockenkundendienst. 99 Stufen führen hinauf in den Turm, den das Ehepaar jährlich reinigt. Dort oben leben Turmfalken, Eulen und Dohlen, die für Dreck sorgen. Zudem bröckelt der Sandstein.

„Freude an der Arbeit in der Kirche“ müsse ein Küster mitbringen, meint Monika Arend. Zuverlässig müsse er sein. Sie und ihr Mann hätten in all den Jahren nie Urlaub gemacht. Das liege allerdings auch daran, dass sie früher als Nebenerwerbslandwirte Kleinvieh gehalten hätten. Verschwiegen müsse ein Küster ein. In der Sakristei werde auch über kirchliche Interna gesprochen. Schließlich sollte ein Küster ein offenes Ohr für die Gläubigen haben.

Von Michael Caspar

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