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Gieboldehausen Projekt soll artenreiches Grünland und Lebensräume fördern
Die Region Gieboldehausen Projekt soll artenreiches Grünland und Lebensräume fördern
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01:27 02.06.2018
Markus Gerhardy informiert Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion über die Rübenpille.     Quelle: Art
Gieboldehausen

Das Naturschutzgebiet Rhumeaue/Ellerniederung/Gillersheimer Bachtal ist Teil des Flora Fauna Habitat-Gebietes „Sieber, Oder, Rhume“. Dort habe das Land während der vergangenen 25 Jahre 43 Prozent der Flächen im Naturschutzgebiet erworben, erläuterte Diplom-Ingeneurin Bärbel Diebel-Geries vom Büro Geries Ingenieure, das dieses Projekt betreut. Eine Vielzahl der angekauften Fläche habe sich nicht so entwickelt, wie es gewünscht gewesen sei. Betroffen hiervon seien verpachtete Flächen, die landwirtschaftlich genutzt würden und Flächen, die sich selbst überlassen werden und den größten Anteil der angekauften Flächen ausmachen.

Landvolk und Untere Naturschutzbehörde starten Projekt

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Natur- und Küstenschutz habe dieses Defizit aufgegriffen und mit den Partnern Landvolk und Untere Naturschutzbehörde ein Projekt gestartet, das dazu beitragen soll, durch extensive Bewirtschaftung von Landesflächen artenreiches Grünland und Lebensräume unter anderem vom Storch und Rotmilan zu fördern. Diebel-Geries erinnerte an die Gründung des Runden Tisches Rhumeaue. Darin träfen sich regelmäßig Vertreter der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunen, um Maßnahmen abzustimmen. Auf Basis eines Vegetationsgutachtens sollen Flächen, die sich selbst überlassen wurden, wieder in eine extensive Bewirtschaftung gebracht werden, verdeutlichte sie ein Ziel des Projektes. Gesetzt werde dabei besonders auf Beweidungskonzepte mit Mutterkuhhaltung.

Die Teilnehmer des Ausflugs fuhren auf einem Planwagen in die Rhumeaue und sahen dort den Anschluss von mehreren Rhumealtarmen an die Rhume. „Es muss dafür Sorge getragen, dass sich an der Situation der Flächen, die auf eine Entwässerung angewiesen sind, nichts verschlechtert“, sagte Gerhardy. Auch die Hochwassersituation dürfe sich nicht verschlechtern, lautete sein Appell. „Für Landwirte gibt es eine wirtschaftliche Komponente für ihr Handeln“, betonte der stellvertretende Vorsitzende des Landvolks an anderer Stelle. Durch das Projekt sei die Erkenntnis gewachsen, „dass Naturschutz ohne Landwirtschaft nicht zielführend betrieben werden kann“. Aus Sicht von Diebel-Geries bedarf es „einer Unterstützung durch Agrarumweltmaßnahmen“.

Tour beginnt am Betrieb von Markus Gehardy

Ausgangs- und Endpunkt der Tour mit einem Traktor in die Rhumeaue war der landwirtschaftliche Betrieb von Markus Gerhardy. Er berichtete den Besuchern, dass er 1998 den klassischen Gemischtbetrieb mit Milchviehhaltung und Ackerbau übernommen und zwei Jahre später in Obernfeld einen weiteren viehlosen Betrieb hinzugepachtet habe. 2003 habe er die Entscheidung gefällt, in Gieboldehausen aus der Milchproduktion auszusteigen. Seitdem sei es ein reiner Ackerbaubetrieb mit den Schwerpunkten Winterweizen, Zuckerrüben, Winterraps, Wintergerste und Mais.

2012 war er Mitgründer der Biogasanlage in Gieboldehausen. Auf einem der Felder zeigte er den Gästen eine Rübenpille. Das Besondere daran sei, dass sie nicht nur den Keimling enthalte, sondern dass dort auch Wirkstoffe dran seien, welche die kleine Rübenpflanze vor tierischen Schaderregern schützen.

Von Axel Artmann

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