Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Gieboldehausen Keine schnelle Lösung für Sporthalle
Die Region Gieboldehausen Keine schnelle Lösung für Sporthalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 09.10.2018
Gemeindebürgermeister Karl-Bernd Wüstefeld –hier ein Archivfoto vom November vergangenen Jahres – hofft auf Fördermittel für die Sanierung der Obernfelder Sporthalle. Quelle: Swen Pförtner
Obernfeld

Fast zwei Jahre sind seit dem Wasserschaden in der Sporthalle Obernfeld ins Land gegangen. Aber eine schnelle Lösung ist vorerst nicht in Sicht, wie am Montag im Gemeinderat erläutert wurde.

Im Spätherbst 2016 waren im Sanitär- und Umkleidebereich im Altbautrakt der Halle Rohre durchgerostet, Wasser trat aus und setzte die Böden unter Wasser. Das Leck wurde zeitnah abgedichtet und die Feuchtigkeitsschäden getrocknet. Den Wasserschaden wollte der Gemeinderat zum Anlass nehmen, den aus den Jahren 1976 und 1977 stammenden alten Teil der Sporthalle zu sanieren. Etwa 100000 Euro wurden dafür kalkuliert und die Mittel im Gemeindehaushalt für das Jahr 2018 bereitgestellt.

Kritik von RV-Stahlross: „Das ist im Moment kein Zustand“

Doch getan hat sich bislang in Sachen Sanierung noch nichts. Immerhin kann der Neubau-Teil der Sporthalle genutzt werden, und auch Toiletten, Duschen und Umkleiden stehen dort zur Verfügung, wenngleich der gesperrte Sanitärbereich im Altbau Einschränkungen für die Sportler bedeutet. Das machte während der Ratssitzung am Montagabend der Vorsitzende des Vereins RV Stahlross, Andreas Bauer, deutlich. „Das ist im Moment kein Zustand“, betonte er und sprach unter anderem von Duschen, in denen sich die Wassertemperatur nicht mehr regeln lasse, so dass sich viele Sportler über zu heißes Wasser beklagten.

„Zahn der Zeit“ hat Spuren hinterlassen

Dass an der Sporthalle der „Zahn der Zeit“ seine Spuren hinterlassen hat, ist auch dem Gemeinderat bekannt. Daher sieht das gewünschte Sanierungskonzept unter anderem neue Sanitäranlagen, Elektroleitungen, einen neuen Schwingboden in der Halle sowie Wärmedämmung an Fassade und Dach vor. Auch ein Multifunktionsraum mit Küchenzeile ist geplant.

Bauer zufolge will der Verein außerdem in Eigenleistungen die ehemalige Lehrertoilette samt Dusche als Lagerraum nutzen und in Eigenleistung eine Trennmauer entfernen. Von der Gemeinde erhofft sich der Vereinsvorsitzende Unterstützung, etwa bei den fachgerechten Klempnerarbeiten und der Entsorgung des Bauschutts. Der Verein will die Arbeiten am liebsten in den Wintermonaten ausführen, sagte Bauer.

Ausschreibungsergebnisse bis Mitte Oktober

Bürgermeister Karl-Bernd Wüstefeld (CDU) konnte für die anstehende Sanierung keine schnelle Umsetzung versprechen. Zwar sollten laut Tagesordnung der Gemeinderatssitzung Aufträge vergeben werden, doch die Ausschreibungsfrist endet erst Mitte Oktober. Danach werde der Architekt die Angebote prüfen und dem Rat vorlegen, so Wüstefeld. Allerdings befindet sich die Gemeinde dennoch in der Zwickmühle, wie Wüstefeld darlegte.

Zum einen bestehe die Sorge, dass die Preisentwicklung das Sanierungsprojekt deutlich teurer machen könnte, als ursprünglich gedacht, zum anderen will die Gemeinde verschiedene Fördertöpfe anzapfen. Eine finanzielle Unterstützung vom Landessportbund gebe es nicht, so der Bürgermeister, „weil dieser nur Vereine und keine Kommunen fördert“. Der Landkreis Göttingen habe als Voraussetzung für eine Förderung mitgeteilt, dass auch der Landessportbund die Maßnahme fördert. Wüstefeld vermutet, dass es sich dabei um einen Formulierungsfehler handle und eine Ko-Förderung durch das Land Niedersachsen gemeint sei.

Auf Förderung warten oder Einzel-Arbeiten vorziehen?

Dort habe die Gemeinde zwischenzeitlich ebenfalls ihren Antrag gestellt und telefonisch positive Signale erhalten. Doch für dieses Jahr seien die Fördertöpfe leer, und für das für 2019 von der Landesregierung angekündigte 100-Millionen-Sportstättenförderprogramm gebe es noch keine Kriterien und Anträge könnten erst im kommenden Jahr gestellt werden. Damit verbunden wäre wiederum ein Zeitverzug, abgesehen davon, dass offen sei, was die Ausschreibungsergebnisse bringen. Am Ende einigten sich die Gremiumsmitglieder darauf, die Submission abzuwarten und gegebenenfalls Teile der Sanierung vorzuziehen, für die es ohnehin keine Fördermittel gibt. Darunter würde zum Beispiel der Küchenbereich und der Allzweckraum fallen. Das Geld, das die Versicherung in Folge des Wasserschadens bezahlt, könne ausschließlich für den Sanitärbereich verwendet werden, ergänzte Wüstefeld.

Mehr zum Thema:

Sanierung nach Wasserschaden (30. November 2017)

Sporthalle soll saniert werden (17. Januar 2018)

Von Britta Eichner-Ramm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einen personellen Wechsel im Gemeinderat Obernfeld hat es in der Sitzung am Montagabend gegeben. Christian Kohlstedt ist als Nachrücker für Susanne Weege-Wüstefeld verpflichtet worden.

09.10.2018
Gieboldehausen Angriff bei Personalienkontrolle - Drei Polizisten in Gieboldehausen verletzt

Nachdem ein 25-Jähriger in Gieboldehausen sich gegen die Überprüfung seiner Personalien zur Wehr gesetzt hatte, griff auch ein Bekannter des Mannes die Polizei an. Drei Beamte wurden leicht verletzt.

08.10.2018
Gieboldehausen Vereinsball in Rollshausen - Oktoberfest mit Gipfelstürmern

Unter dem Motto „Oktoberfest“ richten die Vereine in Rollshausen ihren Ball 2018 aus. Die Partyband Gipfelstürmer und eine Beer-Pong sollen den Besuchern einheizen.

07.10.2018