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Gieboldehausen Historisches Fries als Vorbild in Germershausen
Die Region Gieboldehausen Historisches Fries als Vorbild in Germershausen
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00:22 30.11.2018
Cornelia Kurth-Scharf (4.v.r.) erläutert die Sanierungsarbeiten in der Wallfahrtskirche in Germershausen. Quelle: Foto: Franke
Germershausen

 Die Wallfahrtskirche „Maria Verkündigung“ in Germershausen wird saniert. Dabei bringen die Kirchenmaler ein Fries nach historischem Vorbild auf die Wände auf. Zu Weihnachten soll die Kirche wieder genutzt werden können.

In den 1960er-Jahren übermalt

Bei früheren Sanierungsarbeiten in den 1960er-Jahren seien die Malereien übermalt worden, erzählte Cornelia Kurth-Scharf vom Germershäuser Wallfahrtsteam. Aloys Bömeke aus dem Wallfahrtsteam konnte sich noch daran erinnern, dass 1967 die inneren Wände herausgestemmt wurden. Er selbst habe die Fenster mit eingeputzt.

Video zur Sanierung:

Ornamente freigelegt

Für die jetzigen Sanierungen konnten die Ornamente an verschiedenen Stellen freigelegt werden. Ein Team von Restauratoren und Kirchenmalern der Firma Windmann aus Liebenburg bei Goslar ist seit Juni dabei, die fehlenden Teile neu aufzubringen. Die Maler entfernten die oberste Schicht, indem sie diese aus einem Heißluftgerät mit 130 Grad heißem Wasserdampf besprühten, erzählte Kurth-Scharf. „Danach konnten wir die passenden Schablonen anfertigen“, erklärte Stena Schlicht, Maler- und Lackierermeisterin mit Schwerpunkt Kirchenmalerei und Denkmalpflege.

Sanierung der Kirche

2000 sei mit der Trockenlegung der Kirche begonnen worden, berichtete Alfons Knöchelmann vom Kirchenvorstand. Zuerst sei die Kirche trockengelegt worden. „Die vorherigen Kirchen sind durch Hochwasser zerstört worden“, begründete er die Maßnahme zum Schutz des 1889 fertiggestellten Baus. 2005 sei dann mit der Sanierung des Innenraums begonnen worden. Dabei sei im ersten Abschnitt die Apsis im Altarraum erneuert worden.

Bilder der Sanierung und Spendenübergabe:

Die Wallfahrtskirche in Germershausen wird saniert. Kirchenmaler zeichnen ein Fries nach historischem Vorbild auf die Wände.

„Kleine Großspender“ benötigt

320 000 Euro kostet die Sanierung der Wallfahrtskirche „Maria Verkündigung“ in Germershausen, teilte Knöchelmann mit. Mit 15 000 Euro hat sich die Volksbank Mitte an der Finanzierung beteiligt. Die Vorstände Holger Willuhn und Björn Henkel überreichten am Dienstag einen Scheck an Propst Bernd Galluschke und Vertreter des Kirchenvorstands, Pfarrgemeinderates und des Wallfahrtsteams. „Das ist nur ein kleiner Tropfen“, sagte Vorstandssprecher Holger Willuhn mit Blick auf die Gesamtkosten. „Doch steter Tropfen höhlt den Stein.“ Zusätzlich zu den Mitteln des Bistums, EU-Geldern, von der Klosterkammer Hannover und vom Bonifatiuswerk seien „kleine Großspender“ wichtig, um die Realisierung solcher Projekte zu unterstützen. Mit dem Geld könne eine Wand im Seitenschiff bezahlt werden, erklärte Kurth-Scharf auf die Frage, was die Volksbank mit ihrem Engagement finanziert habe.

340 Jahre Tradition

Der Wallfahrtsort „Maria in der Wiese“ habe eine 340 Jahre andauernde Tradition, erklärte Kurth-Scharf, nachdem sie noch einmal die Legende zur Entstehung vortrug. „Pro Jahr kommen mehr als 10000 Besucher“, sagte sie. Rechtzeitig zu Weihnachten beenden die Maler ihre Arbeit, damit die Christmette in der Wallfahrtskirche gefeiert werden kann. Fertig sind sie dann aber noch nicht. „Die Arkaden werden erst im kommenden Jahr fertiggestellt“, erläuterte Kurth-Scharf. Weitere Sanierungswünsche gebe es für die Pendeltür im Eingangsbereich sowie für die Orgel, ergänzte Knöchelmann.

15000 Eurohat die Volksbank Mitte für die Sanierung der Wallfahrtskirche in Germershausen gespendet. Es sind Mittel der VR-Stiftung. „Wir haben den Antrag gestellt, weil es wichtig ist, Projekte im ländlichen Raum zu unterstützen“, sagte Volksbank-Mitte-Vorstandssprecher Holger Willuhn. Es müsse allerdings ein förderwürdiges Objekt sein. Dazu zähle, dass es eine überregionale Bedeutung haben müsse. Das sei bei der Wallfahrtskirche in Germershausen gegeben. „Mit den Mitteln der VR-Stiftung haben wir die Möglichkeit, in der Region mitzuwirken“, ergänzte Vorstandsmitglied Björn Henkel, zugleich Kuratoriumsmitglied der Stiftung. Ein weiteres gefördertes Projekt seien die Gildeleuchter in der Basilika St. Cyriakus in Duderstadt gewesen.

Von Rüdiger Franke

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