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Gieboldehausen Weiße Schlieren auf Rathausdach
Die Region Gieboldehausen Weiße Schlieren auf Rathausdach
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00:21 08.09.2017
Beklagen Schlieren auf dem Dach des Gieboldehäuser Rathauses: Christina Kutzborski und Franziska Dette vom Fachbereich Bauen und Wohnen sowie Bürgermeister Steffen Ahrenhold. Quelle: Art
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Gieboldehausen

Als Franziska Dette, Sachbereiterin im Fachbereich Bauen und Wohnen der Samtgemeinde, Anfang August nach einem Besuch des Mustang-Treffens in Richtung Zentrum nach Hause ging, machte sie eine überraschende Entdeckung. An mehreren Stellen des Zinkdaches waren schon aus rund 200 Meter Entfernung weiße Schlieren auf den schrägen Flächen zu sehen. Die Verwaltung habe anfangs angenommen, dass es Vogelkot gewesen sei, der nach den starken Regenfällen heruntergelaufen ist.

Um der tatsächlichen Ursache auf die Spur zu kommen, habe es zwei Tage später einen Vor-Ort-Termin gegeben. Daran teilgenommen hätten Architekt Markus Otto, Repräsentanten der Samtgemeinde Gieboldehausen, Bernd Wenderott von der gleichnamigen Bau-Spenglerei in Bilshausen, der für die Ausführung der Dacharbeiten verantwortlich war, ein Vertreter der Zulieferfirma und ein Repräsentant des Herstellers, der Firma Rheinzink mit Sitz in Datteln. Der Repräsentant habe der Firma Wenderott eine einwandfreie handwerkliche Leistung bestätigt, berichtet Ahrenhold.

Probe in der Größe eines DINA4-Blattes

Wenderott habe eine Probe in der Größe eines DINA4-Blattes aus der Zinkfläche ausgeschnitten, die per Einschreiben zu der nordrhein-westfälischen Herstellerfirma geschickt worden sei. Dort sei die Probe in einem Labor des Unternehmens untersucht worden. Die genaue Ursache habe nicht ermittelt werden können, heiße es in einem Schreiben das Unternehmens, erklärt Christina Kutzborski, Leiterin des Fachbereiches Bauen und Wohnen bei der Samtgemeinde Gieboldehausen.

Die Materialeigenschaften seien nach Angaben der Firma nicht verändert, die „Lebenserwartung“ werde dadurch erreicht. Die Schlieren und damit der weiße Belag stelle „einen Auftrag“ auf der Materialoberfläche dar. Wie es zu den Schlieren gekommen sei, könne das Unternehmen bislang nicht erklären. Die 30-jährige Garantie sei nicht beeinträchtigt, berichtet Kutzborski mit Hinweis auf das Schreiben.

Bewusst vorbewittertes Material ausgewählt

„Wir als Samtgemeinde und Auftraggeber sagen, dass es ein Mangel ist, weil es im Grunde genommen nicht dem Zustand entspricht, den wir bei Abnahme hatten und den wir uns quasi erkauft haben“, betont die Fachbereichsleiterin. „Wir haben auch ein bisschen Zweifel, ob das tatsächlich nur die Optik beeinträchtigt oder ob es sich nicht auch auf die Lebenserwartungen auswirkt“. Bewusst sei vorbewittertes Material ausgewählt worden, damit es möglichst lange hält, erklärt sie. Die Kosten dafür seien rund 20 Prozent höher als bei blankem Material, ergänzt Dette.

Nach Eingang des Schreibens von Rheinzink hätten die Verantwortlichen der Samtgemeinde entschieden, die Mängelrüge aufrechtzuerhalten. „Wir erwarten die Wiederherstellung der Dachflächen wie sie zum Zeitpunkt der Abnahme war“, fasst Kutzborski das Ziel der Samtgemeinde zusammen.

Ausgeführt worden seien die Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2015, die Abnahme sei im Dezember gewesen. Bei den übrigen Arbeiten während der umfangreichen energetischen Sanierung des Rathauses habe es nur die „üblichen kleinen Mängel“ gegeben, erklärt die Fachbereichsleiterin. Von der Firma Rheinzink war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten.

Von Axel Artmann

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