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Gleichen Auf dem Drahtesel durch Europa
Die Region Gleichen Auf dem Drahtesel durch Europa
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19:36 12.05.2017
„So lange die europäischen Grenzen noch offen sind“: Christian Günther will quer durch Europa fahren.Foto: WEnzel Quelle: Harald Wenzel
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Groß Lengden

Am Dienstag, 16. Mai, fliegt der 57-jährige Günther nach Norwegen. Am Nordkap will er zwei oder drei Tage später seine rund 10 000 Kilometer weite Tour starten. Mit dabei ist sein Freund Hans aus Wuppertal. Den 64-Jährigen lernte der reisebegeisterte Groß Lengder im Urlaub kennen. Gemeinsam wollen sie in fünf Monaten durch zehn Länder fahren. Dabei verlässt er sich ganz auf sein Tourenrad. „Es ist zwar 20 Jahre alt, aber immer noch sehr verlässlich“, sagt Günther.

Der 57-Jährige hat vor drei Monaten seinen Job als Vertriebsleiter aufgegeben und lebt seitdem als Privatier. Obwohl er schon seit seiner Schulzeit in Dortmund von der Tour träumt, habe es nie den richtigen Zeitpunkt gegegeben. „Aber jetzt habe ich die nötige Zeit und bin noch fit genug“, erläutert er. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, die Reise jetzt anzutreten. „In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass ich dankbar bin, dass ich noch ohne Grenzkontrollen durch die Länder fahren kann. Wer weiß, wie das in zehn Jahren ist.“ „Es ist eine Pro-Europa-Tour“, ergänzt seine Frau Dagmar Günther-Jakubczik, mit der er seit 20 Jahren verheiratet ist.

Zur Vorbereitung habe er viele Reiseberichte gelesen. Ein Fitness-Training sei nicht nötig gewesen, da er ohnehin sehr viel Sport macht.

Die Route ist klar abgesteckt: Von Norwegen geht es mit 35 Kilogramm Gepäck und Verpflegung nach Finnland, Schweden und Dänemark. Ein Navigationsgerät zeigt ihnen den Weg. Von Dänemark aus fahren sie durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Portugal, bis sie in Gibraltar in Spanien ankommen werden. „Wir planen 600 Kilometer in der Woche zurückzulegen, und einen Tag Pause zu machen“, erklärt der sportliche Privatier. Übernachten wollen sie in einem Zelt auf Campingpätzen und auch im Freien. Frische Nahrungsmittel wollen sie vor Ort kaufen. Über den Fahrraddynamo sollen Handys und E-Book-Reader aufladen werden.

Angst vor Pannen hat Günther nicht. „Ich habe etwa 20 längere Fahrradtouren, auch über Wochen, gemacht“, sagt er. Außerdem habe er Werkzeug, Medikamente und Verbandszeug dabei.

Obwohl seine Frau am Anfang Bedenken hatte, unterstützt sie ihn mittlerweile dabei, sich seinen Traum zu erfüllen. „Wir werden über das Handy Kontakt halten, und ich werde ein Stück mitfahren, wenn er durch Deutschland fährt“, sagt sie.

Von Alisa Altrock

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