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Gleichen Lesung aus den „reisenden Büchern“
Die Region Gleichen Lesung aus den „reisenden Büchern“
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18:27 28.10.2018
Diakon Henry Wörmcke (links) und das Orchester Andantino Quelle: Max Brasch
Diemarden

Diakon Henry Wörmcke vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen hat eine Lesung der zurückgekehrten „reisenden Bücher“ in St. Michaeliskirche in Diemarden organisiert. Im August 2017 wurden zehn leere Bücher an Mitarbeiter der kirchlichen Seniorenarbeit übergeben. Diese schrieben oder zeichneten in die Bücher hinein, oder klebten Fotos ein. Danach reichten sie die Bücher weiter an Freunde, Verwandte und Bekannte, die das gleiche machten. Mehr als ein Jahr waren die Bücher in Deutschland unterwegs, zwei Exemplare erreichten sogar Südfrankreich und Schottland.

Jedes Buch steht unter einem bestimmten Thema, zum Beispiel „Lebenslust“, „In der Ferne“ oder „Die Gedanken sind frei“. Sieben der zehn Bücher sind zurück nach Diemarden gekommen. Neben kurzen Texten und Erzählungen finden sich in den Büchern auch Poesie, selbst gemalte Bilder und Fotos. Am Sonnabend, 27. Oktober, hat Wörmcke aus den Büchern ausgewählte Werke bei einem festlichen Gottesdienst präsentiert und daraus vorgelesen. Die Lesung begleitete das Göttinger Orchester Andantino. Die geplante Performance der Tänzerin Lena Holtz musste aus gesundheitlichen Gründen ausfallen.

Nachdenkliche, fröhliche und mahnende Worte

Zuerst las Wörmcke aus den Büchern „Am Anfang“ und „Vom Aufgang der Sonne“. Viele der kurzen Texte handelten von Lebensentscheidungen und dem Umgang mit diesen. Ein Beitrag verknüpfte metaphorisch einen Spaziergang auf einen Berg mit dem bisherigen Lebensweg. Als Zuhörer konnte man sich gut in die verfassende Person hineinfühlen: Wer hat nicht schon einmal Lebensentscheidungen im Nachhinein angezweifelt?

Neben poetischen Texten gab es auch emotionale Nacherzählungen von Ereignissen. Eine Person schrieb über die Arbeit mit Demenzkranken und wie schön es sei, wenn diese sich freuen würden. Es sei überraschend, wie gut die Demenzpatienten noch Lieder aus ihrer Kindheit kennen und mitsingen können. „Da scheint uns die Sonne“, schrieb der nicht genannte Verfasser. Im Buch „Die Gedanken sind frei“ schrieb jemand mahnende Worte zur Entwicklung der Freiheit in Deutschland. Darin betonte sie, die Freiheit sei nicht selbstverständlich und müsse verteidigt werden. Die Älteren würden sich noch daran erinnern, wo Unfreiheit hinführen könne.

Zwischen den Lesungen der Bücher spielten die Musiker von Andantino zur Abwechslung kurze Stücke bekannter Künstler. Es gab unter anderem „Scandinavia“ von Van Morrison, „Can You feel the Love tonight“ von Elton John und The Wedding von Abdullah Ibrahim zu hören. Für ihre Performance bekamen die Musiker vom Publikum einen langen und ausgiebigen Applaus.

Von Max Brasch

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