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Gleichen Diemarden macht Telefonzelle zur Bücherzelle
Die Region Gleichen Diemarden macht Telefonzelle zur Bücherzelle
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11:49 03.09.2018
Stolz präsentieren die Initiatoren die neue Bücher-Zelle in Diemarden (v.l.): Hans Bredl (Innenausbau), Christiane Schmidt (Orstrat), Herbert Richter (Fundament), Matthias Grün (Ortsrat), Kees van Tuyll (Heimatverein), Katrin Hast (Bücherpatin), Heike Schatz (Ortsrat), Lothar Schmolling (Recherche), Martin Worbes (Ortsbürgermeister) Willi Gräbe (Dorfmoderator) Wolfgang Schöngraf (Ortsrat). Quelle: R
Diemarden

„In einer gemeinschaftlichen Aktion mit vielen Akteuren“, haben die Diemardener ihre Bücherzelle realisiert, sagt Ortsbürgermeister Martin Worbes (Grüne). Die Idee reifte schon lange im Dorf, bereits vor drei Jahren hatte der Ortsrat 500 Euro für das Projekt bereitgestellt. Jetzt ist sie da: eine alte, gelbe ausgediente Telefonzelle, renoviert und ausgestattet mit Regalen – und vielen ersten Büchern. Sie steht am Planetenweg Platz am Mühlendamm, gut erreichbar für alle Dorfbewohner.

Man kann tauschen, muss es aber nicht

Das Prinzip ist simpel: Wer Bücher ausgelesen hat und sie nicht wegwerfen, verkaufen oder zuhause lagern will, kann sie einfach in die Bücherzelle stellen. Wer neuen Lesestoff braucht, kann in der Zelle stöbern und mitnehmen, was er lesen mag. Geben und nehmen, ist das Grundprinzip. Man kann tauschen, muss es aber nicht.

Es sei nicht einfach gewesen, eine erschwingliche alte Telefonzelle zu bekommen, verrät Worbes, warum sich das Projekt recht lange hingezogen hat. In Erfurt sei Lothar Schmollig schließlich fündig geworden. Der Heimatverein habe sich spontan an der Finanzierung beteiligt. Dorfmoderator Willi Gräbe habe sich mit Wilhelm Isenberg um den Transport und dann um ihre Renovierung und den Ausbau gekümmert. Der Landkreis Göttingen habe sich schließlich noch über seinen Leader-Topf zur Förderung des ländlichen Raums an den Kosten für Renovierung und aufstellen der Zelle beteiligt.

Oma liest am Planetenplatz

Ein Einsatz, der sich offensichtlich gelohnt hat: „Innerhalb einer Woche war die Zelle in vollem Betrieb, wohl gefüllt mit Kinderbüchern, Krimis, Sachbüchern und Klassikern in recht gutem Zustand“, beschreibt Worbes die Startphase. Immer wieder kämen Dorfbewohner und würden Bücher mit nach Hause nehmen. Oder sie bleiben gleich da: „Auf einer Bank am Planetenplatz hat letzte Woche eine Frau ihren Enkeln vorgelesen“, ist der Ortsbürgermeister begeistert und fügt an: „Es ist schön, dass heutzutage das gedruckte Buch noch so wertgeschätzt wird.“

Damit das weiter gut funktioniert, habe Anwohnerin Katrin Hast die Patenschaft und Betreuung der Bücher übernommen. Sie wird in der Bücherzelle regelmäßig nach dem Rechten schauen.

Bereits mehrere Orte mit Bücherzellen

Ganz neu sind Bücherzellen dieser Art im Kreis Göttingen nicht. Eine der ersten steht in Esebeck. Auch in Elkershausen, Spanbeck, Rosdorf und Niedernjesa gibt es inzwischen ähnliche Projekte. Dabei werden alte gelbe Telefonzellen aus Deutschland, aber auch rote Telefonhäuschen aus Groß Britannien umgenutzt.

Von Ulrich Schubert

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