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Gleichen Volle Kitas und Schulen in Gleichen – mit Ausreißern
Die Region Gleichen Volle Kitas und Schulen in Gleichen – mit Ausreißern
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00:26 23.11.2018
Immer wieder gibt es Unkenrufe, die Grundschule Bremke müsse geschlossen werden, aber immer wieder kommen doch ausreichend Kinder. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Gleichen

15 unbesetzte Plätze in Diemarden, 21 in Groß Lengden, neun in Klein Lengden, sechs in Reinhausen – der erste Blick auf den Bedarfsplan für 2019/20 für die sechs Gleichener Kitas hat die Ratspolitiker im Fachausschuss für Kindergärten und Schulen am Montagabend zunächst ein wenig geschockt. Und auch die Folgejahre bis 2014 zeigen viele freie Plätze an. Das wäre nicht gut, das kostet Geld.

Aber die Erlösung kam schnell: In der Statistik sind nur die reinen Kindergartenkinder ab dem 3. Lebensalter erfasst. In fast allen Einrichtungen gibt es inzwischen aber viele Kinder unter drei Jahren in Krippengruppen und gemischten Gruppen. Sie werden unterschiedlich gewichtet und teilweise für zwei Kinder gerechnet. Folge: Tatsächlich sind die Gleichener Kindergärten gut ausgelastet.

Krippengruppen rappelvoll“

Bereinigt beträgt die Auslastung in Rittmarshausen bei 78 Plätzen zurzeit 91 Prozent. Aber schon jetzt zeichnet sich nach Prognosen der Verwaltung für die kommenden Jahre eine deutliche Überlastung mit bis zu 22 Kindergartenkindern (ohne Krippenkinder) auf der Warteliste ab. „Und die Krippengruppen sind auch rappelvoll“, sagte Astrid Wiegand, Leiterin der Haupt- und Finanzverwaltung. Sollte sich dieser Trend bestätigen und die meisten kleinen Kinder in der Einrichtung bleiben, werde es eng. Das Gebäude sei komplett ausgelastet: „Dann müssen wir uns was überlegen.“

Entspannter ist die Situation in den anderen Kitas bei folgender Auslastung: Reinhausen: 100 Prozent bei 48 Plätzen; Klein Lengden: 89 Prozent bei 25 Plätzen; Groß Lengden: 98 Prozent bei 50 Plätzen.

Bremke schwächelt

Nur Bremke mit 35 Plätzen schwächelt ein wenig bei 74 Prozent. Und laut Prognose rechnet die Verwaltung ab 2020 mit noch weniger Kita-Kinder. Aber auch hier setzt sie auf den Trend, dass immer mehr Kinder schon im früheren Alter im Kindergarten angemeldet werden.

Auch bei den vier Grundschulen in der Gemeinde decken sich die statistischen Zahlen und die Realität nicht – und irritierten die Mitglieder des Ausschusses erneut. Für ihre Prognosen, wie viele Kinder in den nächsten Schuljahren angemeldet werden und wie viele Schulklassen Räume brauchen, blickt die Verwaltung auf die Geburten im jeweiligen Einzugsgebiet und berücksichtigt Erfahrungswerte bei Zuzügen.

Anderer Teiler mit Förderkindern

Nicht abbilden kann sie nach dem bisherigen Verfahren die Anzahl der Kinder mit anerkanntem besonderen Förderbedarf. Die werden nämlich für jeweils zwei Kinder (also zwei Plätze) gezählt. Folge: Bei mehr als 24 Kindern in einem Jahrgang muss eine Klasse geteilt werden. Sind zum Beispiel unter 22 Kindern drei Integrationskinder, sind rechnerisch 25 Plätze belegt – und die Klasse wird geteilt.

Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit in der Grundschule Bremke zu einer anderen Verteilung führen als prognostiziert, bestätigte im Ausschuss Schulleiterin Christiane Thiery. Dort geht die Verwaltung nach ihrer klassischen Statistik zurzeit davon aus, dass in den kommenden Jahren nur noch 6 bis 11 Erstklässler angemeldet werden. Und danach würde es ab kommendem Jahr nur noch zwei sogenannte Kombiklassen geben – mit den Erst- und Zweitklässlern in einer und den Dritt- und Viertklässlern in einer zweiten Gruppe. Mit den Förderkindern aber wird es im nächsten Schuljahr wohl doch eine eigenständige 1. und eine 2. Klasse geben – mit überschaubar wenig Kindern.

Mehr Kinder durch Neubaugebiet

Richtig gut sehen die Zahlen (schon ohne Förderkinder) für Diemarden aus. Laut Prognose kann bei 20 bis 26 Anmeldungen in den kommenden Jahren immer eine Klasse gut gefüllt werden. Hier rechnet die Verwaltung auch mit zusätzlichen Kindern aus einem Neubaugebiet, das zurzeit in Reinhausen entsteht.

Im nächsten Jahr und 2022 könnte es in Diemarden gar zwei neue erste Klassen geben – allerdings hat die Schule nur fünf Klassenräume. Für die Schule und die Gemeinde sei das eine gute Entwicklung, sind sich die Ausschussmitglieder einig, auch wenn dann das Raumproblem gelöst werden müsste.

Diskussionen unter vorgehaltener

Die Prognosezahlen für die Grundschule in Groß Lengden kommentierte Wiegand bei 12 bis 19 Erstklässlern in den nächsten sechs Jahren als „weitgehend konstant“. Für Kerstlingerode rechnet die Verwaltung sogar mit steigenden Zahlen. Ohne doppelt gezählte Förderkinder werden demnach im nächsten Jahr 25 Kinder für die erste Klasse angemeldet, 2021 vermutlich 29 und 2033 gar 30.

So gut das alles klingt, Sorgen bereitet die Schulentwicklung der Gemeinde trotzdem. Immer wieder gibt es hinter vorgehaltener Hand die Frage, wie lange sich die Zwergenschule in Bremke noch halten lässt –und wie lange sich Gleichen vier Schulen mit zum Teil veralteten Gebäuden leisten kann. Mit dem Problem befasst sich seit einigen Monate ein Arbeitkreis – allerdings nicht öffentlich. Zugleich hat die Gemeinde einen Architekten mit einem Gutachten beauftragt: Er soll errechnen, wie viel es kosten wird, die Schulgebäude energetisch auf Vordermann zu bringen und bis 2024 für die Inklusion umzubauen.

Von Ulrich Schubert

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