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Gleichen In der historischen Schmiede wird gehämmert
Die Region Gleichen In der historischen Schmiede wird gehämmert
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00:22 29.05.2018
Schmiedefest 2018 beim Heimat- und Kulturverein Bremkertal Quelle: Julian Habermann
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Bremke

„Seit 1783 gibt es die alte Schmiede hier“, sagt Rolf Bergmann, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Bremke. Sie wurde bis 2006 betrieben. Der letzte Eigentümer hat in den 30er-Jahren eine Ausbildung zum Schmied gemacht“. An der alten Schmiede hängen alte Werkzeuge, die hier hergestellt wurden. Eine Baumsäge, Sensenblätter auch eine Presse und ein alter, mannsgroßer Bohrer sind hier zu finden, der von Hand betrieben wird. Sechs Generationen der Familie Fascher haben die Schmiede bis 1994 betrieben. Von 2004 bis 2006 hat der Heimatverein sie restauriert. „Den Schmiedeofen haben wir komplett neu gebaut“, erklärt Bergmann. Der Ofen gleiche dem alten Original bis ins Detail.

Die Gäste in der Schmiede hören das Metall klingen, wenn Vollmer mit einer Besucherin ein Messer schmiedet. Der Schmied, der Damaszenerklingen schmiedet, hält das glühende Eisen mit einer Zange. Er feuert die junge Frau mit dem ledernen Kittel an, stärker zu hauen. Langsam formt sich aus dem Metallstab eine Klinge. „Es geht darum, den richtigen Rhythmus zu finden“ erklärt der Schmied. „Nicht schlappmachen, früher standen die Schmiede sieben bis acht Stunden am Amboss.“ Das Metall hält Vollmer zwischendurch immer wieder ins Feuer auf dem Schmiedeherd. Mit der linken Hand bedient er einen Hebel, und die vorher flackernden Flammen lodern hell. Sie werden durch Luft von oben aus dem Ofen angesogen. Der Blasebalg über dem Ofen ist gut zwei Meter groß. „Den haben wir mit Flaschenzügen und Gurten zum Abschleppen von Autos hochgezogen“, sagt Bergmann.

Es ist warm in der Schmiede, deren Wände der Heimatverein restaurierte. Ein Maler versorgte die Mitglieder des Heimatvereins, die die Wände mit Lehm ausbesserten. Genau so, wie man es im 18 Jahrhundert machte. Die Fenster sind noch aus dem 19. Jahrhundert. Sie lassen sich aufschieben. Bergmann zeigt auf eine Metalltür, die an die Wand gelehnt ist. „Das sollte eine Tür für eine Gruft sein. Sie wurde im 1927 in Auftrag gegeben, aber niemals abgeholt“. Der Schmied habe auch Metallringe für Räder geschmiedet und viel Werkzeug, dass er selbst benutzte, vor allem Zangen. Der Vorsitzende Bergmann hat viel in alten Rechnungsbüchern und in alten Protokollbüchern der Gemeinde gelesen. „Bremke war schon immer ein jüdisch geprägtes Dorf. Mitte des 19. Jahrhunderts betrug der Anteil der jüdischen Einwohner 18 Prozent. In Göttingen lag er zum Vergleich bei 1,5 Prozent“, erklärt Bergmann. Die Beamten in Bremke hätten den jüdischen Einwohnern das Leben schwer gemacht. „Sie mussten mehr für Wohn- und Trauscheine bezahlen.“

Wenn Vollmer sein Handwerk demonstriert, zieht das vor allem Kinder an. „Die Jungen wollen fast alle Messer, die Mädchen meist Hufeisen. Aber ich schmiede auch Herzen oder Blätter aus Metall“, erklärt Vollmer. „Einmal wollte ein Junge, dass ich ihm ein Auto schmiede. Da musste ich passen,“ sagt der Schmied. Er trägt einen etwa fünf mal fünf Zentimeter großen Anhänger aus Damaszener Stahl an einer Halskette „Diese Stück kostet über 200 Euro. Da sind 50 Lagen übereinander geschmiedet“, erklärt Vollmer.

20 bis 30 Kinder seien etwa jedes Jahr beim Schmiedefest in Bremke, erläutert Bergmann. „Manche Kinder kriegen den Schlagrhythmus gleich raus, bei anderen dauert es lange.“ Während drinnen am Amboss gehämmert wird, sitzen draußen vor dem Hof viele Dorfbewohner bei Kaffee und Kuchen. Das Schmiedefest sei ein kleines Dorffest, meint Bergmann. Heute ist es sehr warm, das hält auch manche fern.“

Von Julian Habermann

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