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Gleichen Vollsperrung sorgt für Ärger
Die Region Gleichen Vollsperrung sorgt für Ärger
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00:21 13.08.2018
Vollsperrung der L 574 sorgt für Ärger: Stefan Wenzel (Grüne) kritisiert Landesbehörde, die weist die Vorwürfe des Groß Lengdeners zurück. Quelle: Niklas Richter
Klein Lengden

„Wir hätten besser informiert werden müssen“, sagt Klein Lengdens Ortsbürgermeister Klaus-Werner Hanelt. So seien die Informationen über die Vollsperrung nur unzureichend gewesen. Nicht nur Berufspendler seien davon betroffen, sondern auch die 20 bis 30 Grundschüler aus Klein Lengden, die nach Groß Lengden mit dem Bus zur Schule fahren, sowie die Kindergartenkinder aus Groß Lendgen, die die Einrichtung in Klein Lengden besuchen. Zudem, so Hanelt, sei die Zufahrt zum Friedhof gesperrt. Dieser sei nur noch fußläufig zu erreichen. Auch eine Bauzeit, die komplett in den Ferien liegt und nicht zu Beginn des Schuljahres, so Hanelt, wäre besser gewesen.

Konferenz sollte Abhilfe schaffen

Dabei hätte doch, so Hanelts Wunsch, mit den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr, als die gesperrte Landesstraße 569 zwischen Geismar, Klein Lengden und Diemarden zu einem Verkehrschaos geführt hatte, alles besser werden sollen. Landrat Bernhard Reuter (SPD) hatte zu Beginn dieses Jahres eine Konferenz einberufen, um Straßenbaumaßnahmen besser zu koordinieren und frühzeitig zu kommunizieren. Die Teilnehmer: die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Polizei sowie Städte und Gemeinden, der ZVSN als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs sowie das Landvolk Göttingen und die Kreisfeuerwehr.

Ortsbürgermeister Hanelt: „Es ist überhaupt nicht besser geworden.“

Im Dialog mit der Verkehrsbehörde sei festgelegt worden, beantragte Straßensperrungen noch kritischer zu prüfen – „und im Zweifel auch zu verweigern“, kündigte Reuter an. „Wir sind heute hier, um geplante Baumaßnahmen auszutauschen, bestehende Probleme zu identifizieren, Lösungen zu finden und potenzielle Probleme zu verhindern“, fasste Reuter das Ziel der Konferenz zusammen. „Es ist überhaupt nicht besser geworden“, bilanziert Hanelt mit Blick auf die jetzigen Schwierigkeiten.

Ein Ex-Minister mischt sich ein

Am Donnerstag hat sich dann der Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel (Grüne) aus Groß Lengden in die Diskussion eingeschaltet. Für ihn ist die Vollsperrung „gerade zu Schulbeginn aufgrund der mehr als schlechten Informationen eine Zumutung“, schreibt der ehemalige niedersächsische Umweltminister. „In der elektronischen Auskunft der Bahn, die üblicherweise auch den Busverkehr umfasse, seien die Übergangsregelungen zudem gar nicht aufgenommen worden, weil die Meldung zu spät erfolgte“, kritisiert Wenzel.

Für ihn sei nicht ersichtlich, warum die Baumaßnahme nicht auch mit nur einseitiger Fahrbahnsperrung möglich sei und forderte zu prüfen, ob so eine Wechselampel eingerichtet werden könne.

L 574 zu schmal für einspurige Verkehrsführung

Bei dieser Baumaßnahme geht das nicht: Die Straße ist zu schmal. So hatte Holger Deichfuß, Leiter der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, schon im März bei der vom Landrat einberufenen Konferenz ausgeführt: „Maßgebliches Kriterium für die Entscheidung über eine Vollsperrung ist der Straßenquerschnitt.“ Ab einer Fahrbahnbreite von 7,50 Metern und bei kurvigen Streckenverläufen werde es knapp, weil auch ein Schutzstreifen für die Straßenarbeiter zu berücksichtigen sei. Unterschreite nach Abzug der Baustelle die verbleibende Restfahrbahnbreite 2,75 Meter, sei gemäß den Sicherheitsrichtlinien grundsätzlich eine Vollsperrung erforderlich. „Keine Landesstraße ist breiter als sieben Meter fünfzig. Halbseitige Sperrungen sind in der Regel nicht möglich“, ergänzte Alexander Bruder, Leiter Fachbereich Bau bei Landesbehörde für Straßenbau in Bad Gandersheim.

Der Leiter der Gandersheimer Behörder, Udo Othmer, weist Wenzels jüngste Kritik, seine Behörde hätte über die Änderungen bei Busfahrplänen informieren müssen. Das sei Sache der Verkehrsbehörden und der Unternehmen, sagt Othmer.

Geänderte Busfahrpläne

Eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlichte der Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen am Freitag. So gelten für den Zeitraum der Sperrung auf den Linien 150 und 173 geänderte Fahrpläne.

Die Änderungen beträfen nicht nur die Haltestellen in Groß Lengden und Klein Lengden, sondern hätten auch Auswirkungen auf die Haltestellen in Bösinghausen, Waake und Mackenrode, heißt es. Fahrgästen sollten Aushänge und Hinweise an den Haltestellen beachten, Verspätungen auf der gesamten Linie 150 ließen sich nicht vermeiden.

Außer den Fahrplänen der Linien 150 und 173 gelte auch für den Anruf-Sammel-Taxi-Verkehr der Gemeinde Gleichen ein geänderter Fahrplan während der Baumaßnahme. Die geänderten Fahrpläne stehen zum Download im Internet zur Verfügung. Weitere elektronische Medien für die Linien stünden nicht zur Verfügung stehen. Informationen zu den Baustellenfahrplänen gibt es auch telefonisch unter 05 51 / 99 80 99.

Umleitung für Autofahrer

Während der Vollsperrung bis voraussichtlich 24. August ist eine Verkehrsumleitung eingerichtet. Der Verkehr der L 574 in Richtung Groß Lengden wird in Klein Lengden über die L 569 - Benniehausen - Wöllmershausen - K11 - Sattenhausen - Falkenhagen - Potzwenden - L 574 - Mackenrode - Groß Lengdenumgeleitet. In der anderen Richtung wird der Verkehr entsprechend entgegengesetzt geführt. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.

Von Michael Brakemeier

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