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Gleichen Waldbühne Bremke zeigt Mozarts „Zauberflöte“ bei Nacht
Die Region Gleichen Waldbühne Bremke zeigt Mozarts „Zauberflöte“ bei Nacht
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00:19 15.08.2018
Die Zauberflöte bei Nacht auf der Waldbühne Bremke. Papageno gespielt von Rick Leander Stiller und Prinz Tamino gespielt von Rosanne Gianna Stiller Quelle: Kracht
Bremkle

Die Zuschauer erlebten eine beeindruckende Mischung aus Schauspiel, Gesang, Illusionskunst und magischen Lichtkompositionen. Noch mystischer und sphärischer wirkte die Waldbühne bereits bei Einbruch der Dunkelheit. LED-Lichterschlangen wiesen den Weg in den Zuschauerraum, umrahmten den Bereich und ergänzten die vorhandene Beleuchtung. Auf der Bühne entstanden besondere Hingucker, indem sie in dramatischen Situationen kurz aufleuchteten.

LED-Lichter waren auch auf Kostümen vieler Darsteller befestigt. In Zusammenspiel mit fluoreszierenden Effekten sorgten sie für eindrucksvolle Auftritte.

Pyramide in wechselndes Licht getaucht

Das Bühnenbild, zu der auch eine große Pyramide gehörte, wurde während der gesamten Aufführung in wechselndes Licht getaucht. Drei Verfolger-Spots dienten dazu, die Blicke der Zuschauer zu fokussieren und Szenen der märchenhaften Inszenierung hervorzuheben. Die eingesetzten Farbtöne unterstrichen auch Charakterzüge der Rollen und ließen die Emotionalität der Inhalte leichter verstehen. So erschien das Mondland in einer kalten blauen Farbe und die Sonnennation in einer warmen goldenen Farbe. Zur besonderen Atmosphäre und Magie trugen die Zuschauer mit Knicklichtern bei.

Im Gegensatz zur Nachmittagsaufführung kommunizierten die Darsteller häufiger mit dem Publikum, außerdem improvisierten sie mehr und wichen häufiger vom Text ab. Die Inhalte waren dann teilweise etwas frivoler als von den Nachmittagsvorstellungen gewohnt. Um dem höheren Alter der Zuschauer gerecht zu werden, ergänzte ein Erwachsenensoldat die Kindersoldaten, die Königin der Meerjungfrauen Ariana wurde statt eines Mädchens von einer Erwachsenen gespielt.

Drehbuch der Oper umgeschrieben

Das Libretto von Emanuel Schikaneder, sozusagen das ursprüngliche Drehbuch der Oper, hat Autor Stiller umgeschrieben und mit einer etwas anderen Rahmenhandlung versehen. In Stillers Fassung geht es um die beiden Königreiche von Sarastro (die Sonnennation) und der Königin der Nacht (das Königreich des Mondes) und um die Sonnenkreise, die ihrem jeweiligen Besitzer große Macht verleihen. Und natürlich um die Liebe. „Wir versuchen durch das Licht das Theaterstück so zu unterstützen, dass die Magie von Mozarts Zauberflöte auch auf das Publikum überspringt“, erklärte Regisseurin und künstlerische Leiterin Silvie Stiller das Konzept der Illumination. „Das scheint zu funktionieren“, sagte sie sichtlich zufrieden. Und dies war offenbar auch die Meinung der Zuschauer, die kräftigen Beifall spendeten.

Impressionen von der Vorstellung auf der Waldbühne Bremke

„Es ist unsere erste Aufführung bei Nacht“, hatte der Vorsitzende des Vereins Waldbühne Bremke, Horst Fädrich, dem Publikum zu Beginn erläutert und daran erinnert , dass die Bühne in der kommenden Saison ihr 70-Jährigen Bestehen feiert. „Wir möchten mal zeigen, dass wir mehr können als immer nur Grimm-Märchen spielen und wollten in diesem Jahr mal etwas anderes probieren“, begründete er die Entscheidung, in der Spielzeit 2018 das umgearbeitete Mozart-Stück zu zeigen.

250 Besucher kommen im Schnitt

Die Besucherzahlen machten deutlich, dass die Entscheidung offenbar richtig gewesen sei. Rund 250 Besucher seien bislang im Schnitt pro Aufführung zur Waldbühne gekommen. Die Gäste stammten aus dem gesamten Bundesgebiet, berichtet Fädrich und nannte Hannover, Frankfurt und Dresden als einige der Anreiseorte. Fädrich deutete an, dass es im September eine weitere Nachtvorstellung geben werde, die Nachmittagsvorstellungen könnten bis zum 23. September jeweils sonntags um 15 Uhr besucht werden.

Von Axel Artmann

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