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Göttingen 1966 öffnet die erste Disco der Stadt
Die Region Göttingen 1966 öffnet die erste Disco der Stadt
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18:48 30.12.2009
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Göttingens erste Disco: Am 5. Dezember 1966 taucht erstmals das Wort „Discothek“ in einer Anzeige im Göttinger Tageblatt auf. Das „TriAngel“ in der Güterbahnhofstraße 2a inseriert: „Texas-Bar (trinken), Roter Salon (essen), Discothek (tanzen) in drei Lokalen auf zwei Etagen unter einem Dach.“ Ausgeschenkt wird Schultheiss Bier. Eröffnung des Lokals: Freitag, 9. Dezember, 1966, 16.30 Uhr.
Zwar gab es lange vorher bereits diverse Tanzbars und Tanzveranstaltungen in der Stadt und der Region. Diskothek wurden die Lokale noch nicht genannt. Inseriert wurden Anfang der 1960er Jahre beispielsweise Veranstaltungen wie „Tanz im Adler Horst“ oder in der „Colibri-Bar im Waaker Hof“. Mit dem Triangel begann in Göttingen, was sieben Jahre zuvor in Aachen bundesweit für Furore sorgte. Statt einer Kapelle war ein Discjockey für die Unterhaltung der Gäste zuständig – Platten wurden aufgelegt, damals natürlich mit möglichst schwungvoller Moderation. Die Discowelle kam langsam ins Rollen.

Betreiber des Triangel (das spätere Wölfis) war Ende der 60er Jahre Familie Zeisler. „Wir hatten immer schöne Musik“, erinnert sich Gertrud Zeisler. Die heute 90-jährige Göttingerin hat gemeinsam mit ihrem Mann Heinz – in Göttingen bekannt auch als Fußballer bei Göttingen 05 – das Triangel zwei Jahre lang bewirtschaftet. „Bei uns gab es immer die neuesten Schallplatten“, sagt sie. Aufgelegt hat auch bei den Zeislers ein Discjockey. Gertrud Zeisler bezeichnet „die Triangel“ unter ihrer Regie eher als „Tanzbar“, es habe dort auch Kabarettauftritte und Essen gegeben. „Das Publikum war sehr gemischt“, meint die ehemalige Gastronomin. Und weiter: „Aber es war auch sehr gemütlich.“

Bevor die Zeislers von ihrem Vorbesitzer, dem Gründer des Triangels, die Disco übernahmen, bewirtschafteten sie die Landwehrschänke. Heinz Zeisler war zeitweilig auch Betreiber des dem Triangel gegenüberliegenden Eroscenters. Schon in Göttingens erster Disco wurde getanzt und gefeiert. „Manchmal auch bis in den frühen Morgen“, so Zeisler.
Die Discowelle schwappte nach der Eröffnung des Triangels richtig nach Göttingen. „Im Jahr 1967 können wir das Phänomen Disco in Göttingen gleich dreimal nachweisen“, sagt Göttingens Stadtarchivar Ernst Böhme. Neben dem Triangel firmierte auch das „Filoucafé“ als Bar und Diskothek. Das Haus am Nikolausberger Weg 1 steht heute nicht mehr. Disco Nummer drei waren laut Böhme die „Gutenbergterrassen“ in der Gutenbergstraße.

Wo gingen Sie früher tanzen? Haben Sie noch Fotos aus vergangenen Göttinger Disco-Tagen? Schicken Sie uns ihre Bilder: lokales@goettinger-tageblatt.de.

bib

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