Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Musa-Schultanzwochen feiern 20-jähriges Bestehen
Die Region Göttingen Musa-Schultanzwochen feiern 20-jähriges Bestehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:35 27.11.2018
Die Schüler erlernen in den Schultanzwochen verschiedene Disziplinen, auch Kontaktimprovisation oder indische Tänze. Quelle: r
Göttingen

Marianne Piet und Christoph Schütz verbindet die Liebe zum Tanzen – und diese geben sie seit vielen Jahren an Schulkinder weiter. Die beiden sind Ansprechpartner für die Schultanzwochen, die seit 20 Jahren unter Trägerschaft der Musa Schulräume zu Tanzbühnen umwandeln.

Die Musa-Schultanzwochen sind vor zwanzig Jahren aus einer ABM-Stelle entstanden: Christina Ludwig trat mit der Idee auf den Plan, Tanz in die Schulen zu bringen. Sie fragte alle Tanzkünstler im Umfeld der Musa und diese waren begeistert, genau wie die angesprochenen Schulen. Seitdem betreuen wechselnde Künstler Schülergruppen in Göttingen und der Region.

Tanz auf dem Stundenplan

Für eine Schultanzwoche besuchen die Künstler eine Woche lang die jeweilige Schule und auf dem Stundenplan steht für diese Woche neben anderen Fächern täglich eine Doppelstunde Tanz. In mehreren Kleingruppen werden verschiedene Disziplinen von den Schülern ausprobiert, am Ende der Woche gibt es eine Aufführung für Eltern oder den ganzen Wohnort.

„Wichtig dabei ist nicht unbedingt, dass die Kinder danach Tanz trainieren wollen, sondern dass die ganze Schule oder die Gruppen etwas gemeinsam auf die Beine stellen“, sagt Marianne Piet. Damit meint Piet nicht die Abschlussaufführung: „Wir arbeiten nicht gezielt auf eine Show hin, sondern wollen den Schülern so viel Freiheit und Raum zum Ausprobieren geben, wie nur möglich.“

Breakdance, Kathak und Jonglage

Piet ist von Anfang an dabei. Die französische Tanzpädagogin unterrichtet vorrangig Modern Dance, ihr Kollege Christoph Schütz ist der Fachmann für Kontaktimprovisation. Um die zehn Tänzer sind bei den Projekten in Schulen dabei, die Bandbreite reicht von HipHop und Breakdance über indische Tänze wie Kathak und Bollywood hin zu Tanztheater, Jonglage und Akrobatik. Hinzu kommen Flamenco und Capoeira, ein brasilianischer Kampfkunsttanz.

„Die Kinder kennen meistens HipHop und Ballett, das sind die Tanzarten, die sie in Musikvideos wahrnehmen oder wohin sie ihre Eltern schicken“, sagt Christoph Schütz. „Deshalb bieten wir viele Tänze an, um Kinder etwas ausprobieren zu lassen.“ Schütz ist seit etwa 12 Jahren dabei und gibt neben der Organisation auch selbst Kurse mit dem Team.

Schüler tanzen mit Künstlern aus der Musa. Quelle: R

Die Schulgröße und das Alter der Schüler variieren: Mal seien es kleine Grundschulen mit drei Klassen, andere Male sollen 16 Klassen einer Gesamtschule teilnehmen. „Die Aula ist immer voll am Ende und die Woche schafft ein Gefühl von Gemeinschaft“, sagt Schütz.

Die Schulen bekommen im Vorfeld eine Beratung, welche Tänze sich für die Altersgruppen eignen. „Jonglage bieten wir zum Beispiel nicht den Erstklässlern an“, sagt der Tänzer. „Die Schüler sollen sich selbst ausprobieren können ohne Leistungsdruck, uns ist wichtig, dass sie ihren Körper kennen und wahrnehmen lernen“, erklärt er. Dabei sei auch die Körperform egal, es gehe um Ausdruck.

70 Kilometer um Göttingen

Das Team hat viel zu tun, pro Monat geben sie 2-4 Schultanzwochen in der Stadt und auf dem Land. In 70 Kilometern Umkreis ist das Ensemble unterwegs, mehr ist nur in Ausnahmefällen machbar. „Für Nordhausen haben wir diese Vorgabe schon einmal gebrochen, aber das ist nicht der Regelfall“, sagt Schütz.

Die Reisen lohnen sich aber für die Künstler und Kinder: „Inzwischen treten die Schulen von selbst an uns heran, fragen nach Fördermöglichkeiten oder buchen uns direkt.“ Die Schultanzwochen haben eine eigene Homepage und Kontaktmöglichkeiten, die Musa pflegt außerdem einen Schulverteiler. Die beste Werbung sei aber die Mundpropaganda, sagt Schütz. Da beidseitiges Interesse an kultureller Bildung herrscht, werden die Tänzer oft weiterempfohlen.

Immer wieder buchen

Einige Schulen wie die Bonifatiusschule und die Grundschulen Scheeden und Diemarden sind schon sehr lange dabei und buchen immer wieder eine Schultanzwoche. Die Netzwerkarbeit funktioniert auch privat, erzählt Schütz: „Neulich standen wir an der Supermarktkasse und die Kassiererin sagte plötzlich: ’Mit euch habe ich doch mal getanzt, erinnert ihr euch?’“

Das passiere auch, wenn die Schultanzwoche mit den jeweiligen Schülern schon zehn Jahre zurück liegt. „Ganz oft sprechen uns Jugendliche an, die uns sofort erkennen – bei uns kann das schon einen Moment dauern dann“, lacht Schütz.

Schultanzwoche buchen

Lehrer und Schulleiter, die an ihrer Schule eine Schultanzwoche abhalten wollen, sind herzlich eingeladen, sich unter schultanzwochen.de zu informieren und Kontakt mit Marianne Piet und Christoph Schütz aufzunehmen.

Von Lea Lang

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mord aus Habgier: Wegen dieses Vorwurfs muss sich seit Dienstag ein 47-jähriger Mann aus Herzberg vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

27.11.2018
Göttingen 16. Göttinger Entenrennen - Lions spenden 30.000 Euro

Elf Vereine, Einrichtungen und Initiativen dürfen sich in diesem Jahr über Spendenerlöse aus dem 16. Göttinger Entenrennen freuen. Vertreter der Lions übergaben am Montagabend symbolische Schecks.

27.11.2018

Betteln trotzt Grundsicherung? In Göttingen stellt sich diese Frage erneut: Govinda Hohmann sind die Bezüge gekürzt worden, weil er seine Einnahmen aus Spenden aufs Konto einzahlte.

28.11.2018