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Göttingen 20. Tag der Architektur: Abstimmen für Göttingen
Die Region Göttingen 20. Tag der Architektur: Abstimmen für Göttingen
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00:28 04.06.2015
XLAB im Uni-Nordbereich: Das Experimentallabor für junge Leute wird 2005 vorgestellt. Quelle: CR
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Göttingen

Die Pergola und der Bahnhofsvorplatz: 1998 war das damals neu gestaltete Gelände Gegenstand des Tags der Architektur. Darüber diskutiert wird bis heute. Seit 20 Jahren gibt es den Tag der Architektur. Jahr für Jahr öffnen private und öffentliche Bauherren die Türen zu ihren Gebäuden oder Anlagen, stets stehen die Architekten dort dann Rede und Antwort. Auch wenn die Region Südniedersachsen nicht gerade als Nabel der internationalen Architektur-Avantgarde gilt, so gibt es doch auch hier viele hochwertige, manchmal mutige, oft beeindruckende Objekte zu entdecken.

 
Gebäude, die in den Anfangsjahren des Tags der Architektur noch für Aufregung sorgten, sind heute längst fester Bestandteil der Stadtbilder in der Region. In Göttingen sind unter ­vielen anderen Gebäuden die Universitätsbibliothek (gezeigt 1996), der Bau der Volkshochschule (2000), das Sartorius-College (2001), das Sportzentrum der Universität (2007) und einige private Wohnhäuser vorgestellt worden. Auch in der Region sind Architekten-Gebäude wie beispielsweise die Jacobi-Tonwerke in Bilshausen (2003), die Thomas-Mann-Schule in Northeim (2007) oder die Kornbrennerei Hardenberg (2000) geöffnet worden. Auch Freilandanlagen wie das Bergbad Northeim (2004) oder der Elmpark Grone (2008) sind bereits Bestandteil des Tages der Architektur gewesen.

Zur Galerie
Max-Planck-Institut am Fassberg: präsentiert im Jahr 2006.

Auch dieses Jahr wird wieder ein Tag der Architektur veranstaltet – zum 20. Mal. Aus diesem Anlass hat das Präsidium der Architektenkammer Niedersachsen (AKN) 20 Bauten aus den vergangenen 20 Jahren ausgewählt. Für jedes Jahr steht exemplarisch ein Bauwerk, für das Interessierte ihre Stimme abgeben und eine Reise in die Bauhausstadt Dessau gewinnen können. Nominiert unter den Top-20 ist auch ein Göttinger Projekt.

 
Zur Abstimmung für den schönsten Architektenentwurf  steht neben Museen, Gewerbebauten und Schulen auch das Göttinger Wohnquartier Windausweg in Göttingen. Dieses ist laut AKN „durch die Kooperation von drei Göttinger Wohnungsbaugesellschaften sowie Architekten und Landschaftsarchitekten ein Vorzeigewohnprojekt für ganz Niedersachsen“.  Der Windausweg wurde am Tag der Architektur 2012 erstmals präsentiert. bib

 
► Voting: aknds.de

Programm 2015

In diesem Jahr sind unter anderem folgende Gebäude zu sehen: In Göttingen das Quartier am Windausweg 2-30 (Führungen um 12 und 13 Uhr), der Leinehof, Schiefer Weg 6a-e, Führungen um 11, 14 und 16 Uhr und in Northeim das Blockhaus Wetze, Wetze 1. Führungen beginnen um 12 und 14 Uhr.

Architektur wird transparenter: viel Glas, viel Weiß

Hartmut Rüdiger

Welches Ziel hat der Tag der Architektur?
Wir möchten damit das ­Verständnis für gute Architektur wecken. Das Programm richtet sich ja an alle Menschen, die sich für Architektur interessieren und an potenzielle Bauherren. Deshalb sind immer die Architekten des jeweiligen Objektes vor Ort und erklären ihre Entwürfe. Nur wer gute Architektur versteht, möchte auch gute Architektur haben. Wir möchten zudem erreichen, dass über Architektur diskutiert wird.

 
Was macht denn gute Architektur aus?
Gute Architektur ist kein Abklatsch dessen, was man immer schon so gesehen hat. Gute Architektur ist eine zeitgemäße Formenantwort auf neue Aufgaben und Anforderungen. Dennoch gibt es auch unter uns Architekten nicht immer eine einhellige Meinung – meistens aber schon. Die Beurteilung erfolgt natürlich nach heutigen Maßstäben. Ob das Urteil auch nach 20 Jahren noch Bestand hat, ist nicht immer sicher. Wenn eine architektonische Lösung am Anfang viel Akzeptanz findet, hat das aber meistens über die Jahre Bestand.
 
Wie sieht die Architektur der Zukunft aus?
Architektur wird transparenter. Viel Glas, viel Weiß – etwas was Architekten schon seit einigen Jahren favorisieren – wird mehr und mehr auch von der Bevölkerung gewünscht. Es geht weg von der Gemütlichkeit, die trifft nicht mehr den Zeitgeist. Moderne Wohnformen werden urbaner. Außerdem gewinnt die Wohn-Umfeldplanung in den Städten an Bedeutung. Gebäude werden individueller gestaltet, lebenswerte Außenräume sind den Menschen wichtig. Ein weiterer Trend: Das Haus wird zum Energielieferanten. Photovoltaik bleibt auch in Zukunft ein Thema. Das wird auch zu einer Veränderung der Architektur führen.

 
Hartmut Rüdiger ist seit 1991 im Vorstand der Architektenkammer Niedersachsen, seit 2003 ist er Vizepräsident. Rüdiger ist Architekt in Braunschweig.
 
 Interview: Britta Bielefeld

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