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Göttingen 20. Auflage des Weststadtfestes in der Pfalz-Grona-Breite
Die Region Göttingen 20. Auflage des Weststadtfestes in der Pfalz-Grona-Breite
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10:50 02.09.2018
Lisa (9 Jahre) und Emely (11 Jahre) legen sich auf dem Weststadtfest ins Zeug. Quelle: Tina Hey
Göttingen

Im vergangenen Jahr war die große Stadtteilparty wegen Regens ausgefallen, umso schöner war der Sonnenschein am Sonnabend. „Here comes the sun“, spielte am Nachmittag die Band auf der von der „musa“ organisierten Bühne – und das galt auch für die Atmosphäre im Blümchenviertel.

„Das hier ist die Lebensader des Blümchenviertels. Wir wollten näher an den Leuten sein, und das ist hier der Fall“, sagte Gabi Radinger, bei der „musa“ für Stadtteilarbeit und Projekte zuständig. Passend dazu war „musa“-Vertreterin Tine Tiedemann mit der „Kiez-Mischung“ eines Hamburger Bierherstellers anzutreffen.

Buntes Leben in der Weststadt

Wie bunt das Leben in der Weststadt ist, davon war bereits kurz nach Beginn ein Eindruck zu gewinnen: Am Würstchen-Grill neben dem Falafel-Stand wurde gefragt: „Lamm oder Rind?“ Etwas weiter in Richtung Hagenweg gab es auch Schweinswürstchen, die naturgemäß eine größere Anziehungskraft besaßen als die Bio-Gemüsesuppe, die gleich daneben von den Naturfreunden Göttingen feilgeboten wurde.

Zwischen Würstchen und Gemüsesuppe mahnte ein Mädchen zur Eile: „Wir müssen uns noch schminken!“ Und eine Sitzbank weiter informierte eine ältere Weststädterin ihren Bekannten über die Langlebigkeit ihrer Prothesen: „Dieses Knie ist schon 13 Jahre alt und das andere schon elf.“ Dazu brachte auf der Bühne eine jugendliche Band den Rock-Kracher „I love Rock ’n’ Roll“ zu Gehör: Multikulti in Reinform, fast zu schön, um wahr zu sein, das alles – beinahe wie in der „Lindenstraße“. Und gerade in den Zeiten von Chemnitz ein kraftvolles Zeichen.

Die Nachwuchsband ist daheim im „Music House“ von Thomas Danneboom, der auf dem Hagenberg Gitarrenunterricht gibt. „Ich finde es auch schön, dass es uns gelungen ist, Leute vom Hagenberg und vom Holtenser Berg hierher zu holen“, sagte Radinger.

Für die Vereine Grün-Weiß Hagenberg und ESV Rot-Weiß Göttingen wurden zur Pfalz-Grona-Breite offene Innenhöfe zur Verfügung gestellt – die Wohnungsgenossenschaft, berichtete Radinger, habe dafür schnell grünes Licht gegeben, und auch die Anwohner seien sehr zuvorkommend gewesen. Grün-Weiß lockte die Besucher mit einer Kegelbahn sowie einer Sekt- und Bowle-Bar. Bei Rot-Weiß war unter anderem Torwandschießen möglich.

Initiatoren sind Weststadtkonferenz und „musa“

„Wer von euch ist der Stärkere?“, fragte ein Helfer zwei Kinder mit Migrationshintergrund. „Du, das habe ich mir gedacht!“, rief er gleich darauf lachend aus. Mit einem Gummiseil ausgerüstet, machte sich die Gruppe zu einem Kleintransporter auf – „Pulling“ war angesagt: Die Kinder wurden per Seil vor den Transporter geschnallt, Klassenziel war, das Gefährt eine bestimmte Strecke in möglichst kurzer Zeit zu ziehen.

Initiatoren des Festes sind „musa“ und Weststadtkonferenz, an der sich rund 20 Einrichtungen aktiv beteiligen. „Der Anteil von Geflüchteten und überhaupt von Menschen mit Migrationshintergrund ist hier überproportional hoch“, unterstrich Radinger. „Die Leute brauchen Unterstützung. Im Weststadtzentrum hört man Fragen wie: ,Ich kann das Dokument nicht lesen, werde ich abgeschoben?’“

Integrative Wirkung des Weststadtfestes

Das Fest wirkt integrativ, soll Menschen zusammenbringen. „Wir wollen die Leute mitnehmen, sie motivieren, aus den Häusern rauszukommen“, sagte Radinger über den neuen Weststadt-Festplatz auf der Pfalz-Grona-Breite. Angesichts der vielen Stände, die von Anwohnern aufgebaut wurden, bleibt nur übrig zu konstatieren: Experiment gelungen.

Von Eduard Warda

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