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Göttingen 30 Millionen Euro für neuen Hochsicherheitstrakt
Die Region Göttingen 30 Millionen Euro für neuen Hochsicherheitstrakt
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16:01 30.03.2012
Göttinger Entwurf: Der Göttinger Architekt Hansjochen Schwieger hat den Neubau des Festen Hauses auf dem Leineberg entworfen. Quelle: Schwieger
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Göttingen

Ein Grund für die gestiegenen Kosten sei, so Birner, der von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau geforderte Ausbau der Kreuzung Rosdorfer Weg / Sandweg. Andere Zufahrtswege zum Gelände des Festen Hauses, etwa über den Leineberg und das Gelände des ehemaligen Landeskrankenhauses oder über das Gelände der Jugendanstalt, seien aus besitzrechtlichen Gründen oder Sicherheitsbedenken nicht möglich. Und: „Das Gelände soll über Flächen im Besitz des Landes erschlossen werden“, sagt Birner.

Einen gültigen Bebauungsplan für das Bauvorhaben gibt es derzeit noch nicht. Die städtischen Gremien müssen darüber zunächst beraten. Doch das Land steht längst in den Startlöchern und will mit dem Bau beginnen, der Haushaltsausschuss des Landes habe das Okay für das Vorhaben gegeben, wie Michael Brassel, stellvertretender Leiter des Baumanagements, im Bauausschuss erörterte. Er appellierte an Politik und Verwaltung: „Die Planung ist fertig. Wir brauchen einen Bebauungsplan.“

Bisher plant das Staatliche Baumanagement, Anfang Oktober mit den Vorbereitungen wie Baumfällarbeiten zu beginnen, so dass Anfang März 2013 mit dem Neubau begonnen werden kann, schildert Birner. In Betrieb gehen soll das neue Feste Haus „frühestens im Frühjahr“ 2015. Was dann mit dem alten Gebäude geschehen soll, ist derzeit noch offen. „Ob es noch gebraucht wird oder aufgegeben wird, kann man heute noch nicht sagen.“

Protest gegen Neubau

Derweil regt sich auf dem Leineberg Protest gegen den Neubau. So gehe dadurch der „Erholungswert des Areals vollständig verloren“, heißt es auf der Internetseite der Bürgerinitiative Leinebürger (leinebürger.org). „An Schönheit kann es der Park des ehemaligen LKH Göttingen mit den Schillerwiesen im Ostviertel aufnehmen.“ Der Vorwurf: „Gedanken über ein Alternativgelände kamen nicht einmal ansatzweise auf.“ Die Initiative selbst schlägt eine ungenutzte Fläche auf dem Gelände der Jugendanstalt vor. Der Göttinger Architekt Hansjochen Schwieger erklärte im Ausschuss, dass diese aber  schlicht zu klein sei. Schwieger hatte den Zuschlag bei der europaweiten Ausschreibung für das Millionenprojekt bekommen.

Nach Schwiegers Auskunft soll es sich bei dem Neubau um eine „klosterähnliche Anlage“ handeln, bei der die Hauptgebäude einen Innenhof umschließen. „Ein strenger Ziegelbau, der die Jahrzehnte überdauert“, beschreibt Schwieger seinen Entwurf. Nicht zuletzt sei es ein Stück Baukultur. Umgeben ist das Gebäude von der sogenannten Moringer Hecke. Einer Hecke, in deren Innern Stacheldraht gespannt ist und das Haus gegen Ausbruch sichert. Statt bisher 32 soll das neue LKH-Gebäude 70 Plätze enthalten. 115 Arbeitsplätze sollen durch den Neubau erhalten oder neu geschaffen werden.

Im Maßregelvollzug sind psychisch kranke Straftäter untergebracht, die als schuldunfähig oder vermindert schuldfähig gelten und von denen eine weitere Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.

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